16.03.2007 · Der Euro hatte gegen den Dollar in den vergangenen Monaten so etwas wie eine Dreiecksformation ausgebildet und arbeitet im Moment am Ausbruch nach oben. Aus technischer Sicht wären dann weitere Kursavancen wahrscheinlich.
Es gibt Phasen, in denen bewegen sich Währungen in schönen Trends und andere, in denen sich die Wechselkurse eher erratisch zu bewegen scheinen. Gegenwärtig befindet sich der Markt offensichtlich auf der Suche nach einer Richtung.
Das zeigt sich daran, dass der Yen an einem Tag ge- und am nächsten schon wieder verkauft wird. Ähnliches gilt auch für den Schweizer Franken. Es ist, als ob verschiedene Marktkräfte um die Dominanz zu ringen suchen.
Charttechnischer Ausbruch nach oben?
Das zeigt sich auch beim Blick auf des Verhältnis zwischen Euro und Dollar. Während manche Währungsstrategen argumentieren, der Euro sie fundamental gegen den Dollar überbewertet, die langfristige Aufwärtsbewegung verliere an Dynamik und man solle Kursgewinne der europäischen Einheitswährung zunehmend zu Verkäufen nutzen, so scheint sich am Markt gerade das Gegenteil abzuzeichnen.
Denn Euro-Dollar hat in den vergangenen Stunden die Marke von 1,33 Dollar überwunden und arbeitet damit zumindest aus charttechnischer Sicht am Ausbruch nach oben aus der Dreiecksbewegung, die der Wechselkurs zwischen den beiden Währungen in den vergangenen beiden Jahren ausgebildet hat. Solche Ausbrüche führen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu weiteren Kursgewinnen.
Dafür dürfte es auch eine Reihe von fundamentalen Argumenten geben. Sie starten auf der einen Seite mit den immer weitere Kreise ziehenden Turbulenzen am amerikanischen Häusermarkt, der relativen Schwäche der vorlaufenden Konjunkturindikatoren und der dadurch induzierten Vermutung, die amerikanische Zentralbank werde künftig eher dazu tendieren, die Geldpolitik zu lockern, als sie zu straffen. Diese Aussicht kann es schwieriger werden lassen, den enormen Kapitalbedarf des Landes, der sich in Form eines hohen Leistungsbilanzdefizits zeigt, zu decken.
Auf der anderen Seite steht eine europäische Zentralbank, die sich gegenwärtig eher über die Inflationsentwicklung als über das Wachstum sorgt. Sie dürfte aus diesem Grund eher zu Zinserhöhungen als zu Zinssenkungen tendieren. Alleine die Zinserwartungen geben dem Euro gegen den Dollar einen gewissen Rückhalt, auch wenn er gemessen an theoretischen Modellen schon relativ teuer sein mag.
Verschiedene Gründe sprechen gegen den Dollar
Auf der anderen Seite und damit gegen den Dollar stehen aber auch unterbewertete Währungen in den Schwellenländern, hohe, bisher relativ einseitig zugunsten des Dollars investierte Währungsreserven und vor allem auch Effekte, die durch die hohen Einnahmen in den Überschussländern und ihre Bindung an den Dollar entstehen. Sie zeigen sich nicht nur in China, das Schwierigkeiten hat, die Preisentwicklung unter Kontrolle zu halten, sondern am deutlichsten in den Ölstaaten des Nahen Ostens. Sie haben ihre Währungen an bisher an den Dollar gebunden, haben das Ziel bis in ein paar Jahren nach dem Vorbild der Europäischen Union eine Einheitswährung einzuführen, stehen jedoch vor der Schwierigkeit, ihre Interessen diesem gemeinsamen Ziel unterzuordnen.
Sollten sie es schaffen, die gemeinsame Währung doch zu etablieren, dürfte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Dollar abgekoppelt werden, wozu unter der Hand bisher schon der eine oder andere Staat der Region neigen könnte. Denn die Staaten investieren stark, kaufen jedoch einen großen Teil der dafür benötigten Güter in Europa und Asien.
Der schwächelnde Dollar führt auf diesem Weg zu einem gewissen Inflationsdruck. Auch die Entscheidung Chinas, die eigenen Währungsreserven künftiger renditeträchtiger als bisher anzulegen, dürfte eher gegen als für den Dollar sprechen. Denn ob sie unter Berücksichtigung der Währungsrisiken so stark wie bisher in amerikanische Vermögenswerte investieren werden, dürfte sich noch zeigen müssen. Selbst die amerikanichen Anleger scheinen sich mit zunehmenden Wertpapierkäufen im Ausland gegen den Dollar zu entscheiden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |