Home
http://www.faz.net/-gvz-16upt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Währungen Australischer Dollar setzt zur Korrektur an

01.07.2010 ·  Währungen wie der australische Dollar waren in den vergangenen Monaten aufgrund von Zins- und Wachstumsphantasien gefragt. Eine Korrektur wäre aber denkbar, sollte das globale Wachstum enttäuschen oder die Hauspreisblase platzen.

Artikel Bilder (11) Lesermeinungen (0)

Währungen wie der australische, der Neuseeland- und der Kanada-Dollar waren in den vergangenen Monaten aufgrund einer Kombination aus Zins- und Wachstumsphantasien gefragt und werteten nach massiven Rückschlägen im Rahmen der Kreditkrise wieder massiv auf.

Der Kurs des australischen Dollars stieg von Oktober des Jahres 2008 von 61 amerikanischen Cents auf bis zu knapp 94 amerikanische Cents im November des vergangenen Jahres, bevor er leicht konsolidierte. Gegen den Euro fiel die Aufwertungsbewegung ebenfalls eindrucksvoll aus. Nach 2,07 australischen Dollar im Dezember des Jahres 2008 waren im Mai des laufenden Jahres im professionellen Handel gerade noch 1,4 australische Dollar nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können.

Kurs der Währung befindet sich zumindest kurzfristig in der Defensive

In den vergangenen Tagen jedoch geriet der Kurs der australischen Währung in die Defensive. Der Grund dafür sind erstens allgemeine Wachstumsbedenken, die zumindest kurzfristig zu Preiskorrekturen an den Energie- und Rohstoffmärkten führt. Sollte die Nachfrage nach Rohstoffen stagnieren oder gar zurückgehen, würde das die konjunkturellen Aussichten dämpfen.

Immerhin hat China in den vergangenen im Rahmen der gigantischen fiskalpolitischen und monetären Impulse im Binnenmarkt gewaltige Mengen Rohstoffe importiert und gehortet. Das half der australischen Wirtschaft zumindest kurzfristig vergleichsweise glimpflich über die Krise hinwegzukommen. Dazu kam ähnliche Stimulationsprogramme in Australien selbst. Die Regierung hatte in den vergangenen Jahren keynesianische Prämien von bis zu 21.000 Dollar an Personen gezahlt, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein Haus erwarben. Das hat den Bau- und Immobilienbereich zumindest vorübergehend beflügelt.

Das trug zu einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent im ersten Quartal, zu einer robusten Entwicklung am Arbeitsmarkt, zu einer guten Stimmung in der Unternehmerschaft, aber auch zu anhaltend hohen Hauspreisen und steigenden Leitzinsen bei. Die australische Zentralbank hat den Leitzins von drei Prozent noch im September des vergangenen Jahres auf zuletzt 4,5 Prozent angehoben. Genau das höhere Zinsniveau wirkt sich nun zusammen mit der Reduktion der Prämien für Erstkäufer negativ am Haus- und Immobilienmarkt aus.

Ausgeprägte Korrektur des Wechselkurses denkbar - Hauspreisblase

Die Anzahl der Baugenehmigungen ist im Mai im Vergleich mit dem Vormonat um 6,6 Prozent gefallen, nachdem sie im April schon um knapp 15 Prozent zurückgegangen waren. Das dämpft nicht nur die Zinserhöhnungserwartungen, sondern bringt rasch auch Skeptiker wie Steve Keen (siehe auch: „Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten“) und Jeremy Grantham auf den Plan, die vor einer Hauspreisblase in Australien warnen. Tatsächlich sind die Hauspreise in Australien in den vergangenen Jahren viel stärker gestiegen als in anderen Teilen der Welt und deutlich stärker als das verfügbare Einkommen. Selbst anhand der jüngst im Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich veröffentlichten Infografiken lassen sich ausgeprägte Hauspreisblasen in Australien und Kanada ausmachen.

Sollte das globale Wachstum sich tatsächlich abschwächen und zu einer deutlichen Preiskorrektur im Rohstoffbereich führen, würde die Währung Australiens mit großer Wahrscheinlichkeit wegen einer entstehenden negativen Eigendynamik im Binnenmarkt und im Außenverhältnis deutlich unter Druck geraten können. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Zentralbanken der Welt vorher die Märkte mit frischer Liquidität fluten, um auf diese Weise den Risikoappetit zu beflügeln und die Finanzmärkte zumindest vordergründig zu beruhigen. Allerdings ließe sich auf dies Weise die notwendige und überfällige Korrektur der Preise australischer und kanadischer Immobilien nur auf die lange Bank schieben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach