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Veröffentlicht: 26.11.2012, 17:40 Uhr

Wachsender Banknotenumlauf Der Schweizer Franken wird verstärkt gehortet

Neben dem japanischen Yen erfreut sich auch der Schweizer Franken großer Beliebtheit. Sein Banknotenumlauf ist überproportional gewachsen - besonders bei den Tausender-Noten.

© REUTERS Besonders beliebt: Die Tausend-Franken-Scheine

Trotz der wachsenden Verbreitung von Kreditkarten, Geldkarten und Online-Zahlungen gilt der Spruch „Bargeld lacht“ offenbar weiter. Zumindest der Schweizer Franken und der japanische Yen sind beliebter denn je. Mit 6900 und 7500 Franken Banknotenumlauf je Kopf der Bevölkerung in der Schweiz und in Japan weisen diese beiden Währungen nach einer Studie der UBS große Beliebtheit auf. Der Betrag ist mehr als doppelt so hoch wie bei Euro und amerikanischen Dollar. Absolut gesehen bleibt der Dollar das bevorzugte Bargeld. Rund 60 Prozent der Noten dürften im Ausland zirkulieren, schreibt der Autor Caesar Lack in der Studie. Aber die Sicherheit der Geldanlage und die Zinssituation begünstigen die Renaissance des Bargelds in Franken und Yen.

Jürgen  Dunsch Folgen:

Nach den Erkenntnissen von Lack hat der Banknotenumlauf in der Schweiz zwischen August 2011 und August 2012 um 13 Prozent und damit überproportional zugenommen. Die Tausendernoten als größte Einheit (umgerechnet gut 830 Euro) wiesen sogar eine Zuwachsrate von 16 Prozent auf. Lack zufolge entfallen 60 Prozent des Notenumlaufs auf die Tausenderscheine. Seine Schlussfolgerung: „Es kann davon ausgegangen werden, dass ein bedeutender Teil des Frankennotenumlaufs zu Wertaufbewahrungszwecken gehalten wird.“ Nicht zu vergessen: Selbst die großen Frankenscheine werden in der Schweiz vielfach als Zahlungsmittel in Geschäften akzeptiert. Wer in der EU mit der größten Euro-Note zahlen will, stößt dagegen auf wenig Gegenliebe.

Bargeld kann nicht mit Negativzinsen belegt werden

Die Studie nennt zwei Gründe für die Beliebtheit von Franken und Yen als Bargeld. Erstens gelten beide Währungen als „sichere Häfen“, also Währungen, die sich in Krisensituationen aufzuwerten pflegen. Zweitens wiesen in den vergangenen Jahrzehnten Japan und die Schweiz global das niedrigste Zinsniveau auf, was deren Banknoten als Barreserve geradezu prädestiniert. Zwar bringen sie keine Zinsen, aber das ist in der aktuellen Lage das kleinere Übel.

Banknoten-das bessere Geld / Infografik © F.A.Z. Bilderstrecke 

Lack liefert folgende Situationsbeschreibung. Die Spar- und Sichteinlagezinsen bei den Banken bildeten sich in den vergangenen Quartalen stetig zurück. An den Märkten fiel die Verzinsung im Sommer 2011 aufgrund der massiven Ausweitung der Geldmenge durch die Deviseninterventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hingegen kräftig. Bis zu einer Restlaufzeit von vier Jahren sind die Zinsen auf schweizerische Staatsanleihen zurzeit sogar negativ. Die Marktzinsen entsprechen aber den Opportunitätskosten für Großanleger. „Es ist somit nicht ausgeschlossen, dass es Großanleger oder institutionelle Anleger sind, welche ihre flüssigen Mittel seit Sommer letzten Jahres vermehrt in Schweizer Banknoten parken“, folgert der Autor. Der Ökonom weist darauf hin, dass Anleger wie zum Beispiel große Industriekonzerne mit dem Horten von zinslosem Bargeld bei der SNB ein Gegenparteirisiko vermeiden, sprich sich vor dem Zusammenbruch von Geschäftsbanken schützen. Die entsprechende Position in der Bilanz der Notenbank sei von weniger als 200 Millionen Franken vor der Finanzkrise auf zuletzt rund 64 Milliarden Franken in die Höhe geschnellt.

Zu den weiteren Vorteilen der Franken-Noten zählt der Verfasser der Studie deren relativ hohe Fälschungssicherheit. Hinzu kommt eine Zins-Barriere: Bargeld könne nicht mit Negativzinsen belegt werden, schreibt Lack. Dies ist insofern von Bedeutung, als er nicht ausschließt, dass die SNB in Zukunft den Giroguthaben einen Minuszins verordnet - einerseits, um notfalls den Mindestkurs des Franken von 1,20 zum Euro zu sichern, andererseits aus eigenem Antrieb, um die überbewertete Währung zu schwächen. Lack sieht kein Ende der Liebe zum Bargeld. „Da die großen globalen Notenbanken immer noch auf Expansionskurs sind, ist ein weiterer Rückgang des weltweiten und somit auch des Schweizer Zinsniveaus und damit eine weiter steigende Nachfrage nach Schweizer Banknoten nicht ausgeschlossen“, lautet sein Resümee.

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Quelle: F.A.Z.

 

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