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Wachsende Nachfrage Gold ist so teuer wie niemals zuvor

14.05.2010 ·  Die steigende Nachfrage nach Goldmünzen und -barren droht, das Angebot in Deutschland und der Schweiz zu übertreffen. Ein Anstieg des Preises auf 1500 Dollar wird erwartet. Das für Anlagezwecke mobilisierbare Gold ist indes nicht rar.

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In Deutschland suchen immer mehr Anleger Schutz im Kauf von physischem Gold und Wertpapieren, die auf Gold oder anderen Edelmetallen basieren. Die wachsende Nachfrage hat den Goldpreis zur Wochenmitte sowohl in Dollar als auch Euro auf neue historische Höchststände getrieben. Am Donnerstag setzten leichte Gewinnmitnahmen ein und drückten den Preis wieder etwas. An der Deutschen Börse sind in den ersten Maitagen die Goldbestände, mit denen das dort gehandelte Finanzprodukt Xetra-Gold unterlegt ist, um 3,7 auf 45,1 Tonnen im Wert von etwas mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Das Produkt Xetra-Gold ist als Schuldverschreibung konzipiert, deren Wert durch physische Goldbestände abgesichert ist.

Banken und andere Edelmetallhändler berichten seit Tagen von einer wachsenden Nachfrage nach Goldmünzen und -barren in Deutschland und der Schweiz. Die schweizerische Großbank UBS berichtet, dass die starke Nachfrage das Angebot zu übertreffen droht. Dabei ist das für Anlagezwecke mobilisierbare Gold nach Auskunft von Fachleuten nicht rar. Allerdings ist vorstellbar, dass bei einer wachsenden Nachfrage die Vorräte an einzelnen Münzsorten vorübergehend ausgehen, weil die Prägung zusätzlicher Münzen Zeit erfordert. Die gängigen Münzsorten sind derzeit aber nicht ausverkauft.

Weitere Goldkäufe erwartet

Die wachsende Nachfrage nach physischem Gold durch Kapitalanleger scheint derzeit aber weitgehend auf Deutschland und die Schweiz begrenzt. Der in Amerika gehandelte größte börsennotierte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Trust, meldet in diesen Tagen keinen Ansturm auf seine Anteilscheine. Zurzeit besitzt der Fonds 1210 Tonnen Gold im Wert von 48,1 Milliarden Dollar, umgerechnet 39,8 Milliarden Euro. Damit ist der Fonds hinter mehreren Zentralbanken wie der Deutschen Bundesbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einer der sieben größten Goldbesitzer in der Welt. Derartige Anlagen sind allerdings nicht für kurzfristige Spekulationen geeignet. Die Zürcher Kantonalbank weist in der Beschreibung ihres eigenen Goldfonds darauf hin, dass Investoren eine Anlagedauer von zehn Jahren einkalkulieren und eine große Risikobereitschaft mitbringen sollten.

Am Donnerstag kostete die Feinunze (31,1 Gramm) Gold knapp 980 Euro oder 1235 Dollar. Der am Mittwoch an der Themse registrierte historische Höchststand betrug 1248,82 Dollar je Unze. Im Soge des Golds erreichte auch der Preis für Silber ein Jahreshoch. Die Analysten der Commerzbank erwarten weitere Goldkäufe durch Anleger, die Sicherheit suchen. „Das Überschreiten der Marke von 1000 Euro sollte daher aufgrund des aktuell hohen Sicherheitsbedürfnisses unter den Marktteilnehmern nur noch eine Frage der Zeit sein“, heißt es in einem Marktkommentar. Die Londoner Privatbank Schroders sieht zwar die Gefahr, dass Gold auf kurze Sicht zu „modisch“ werde, woraus Preisrisiken entstünden. Auf Sicht von fünf Jahren erscheine aber ein Preis von 2000 Dollar je Unze als gut möglich.

Aktien führender Goldproduzenten sind gefragt

Die australische Macquarie Bank hält schon bis zum Jahresende einen Anstieg des Preises auf 1500 Dollar für wahrscheinlich, weil der ungebrochene Währungsstatus von Gold gerade in Krisenzeiten sichtbar werde. Die DZ Bank in Frankfurt hebt ihre Preisprognose für das vierte Quartal 2010 von 1250 auf 1350 Dollar an. Bei einer weiteren Zuspitzung der Euro-Krise könne der Preis aber auch spielend die Marke von 1500 Dollar überschreiten, schreibt Analyst Gabor Vogel.

Gefragt sind auch die Aktien führender Goldproduzenten. Der Amex Gold Bugs, auch HUI-Index genannt, ist seit Anfang Mai um knapp 10 Prozent auf annähernd 500 Punkte gestiegen. Damit nähert er sich seinem historischen Höchststand von 514,89 Punkten, den er im Frühjahr 2008 erreicht hatte.

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