02.04.2010 · Deutsche Urlauber bekommen im Sommerurlaub in diesem Jahr zumeist deutlich weniger für ihr Geld. Besonders stark ist der Rückgang des Urlaubs-Euro ausgerechnet im Land der Fußballweltmeisterschaft Südafrika ausgefallen.
Der Urlaub ist für die meisten Deutschen die schönste Zeit im Jahr. Wer dabei allerdings auch da auf seinen Geldbeutel schaut, dessen Vorfreude wird in diesem Jahr etwas gedämpft. In den meisten Reiseländern haben deutsche Touristen verglichen mit 2009 an Kaufkraft eingebüsst. Kaum ein Land ist dagegen günstiger geworden.
„Vor allem in Ferndestinationen hat der Wert des Urlaubs-Euro gegenüber dem Vorjahr deutlich abgenommen,“ fasst Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Unicredit Bank Austria, die aktuellste Berechnung des Urlaubs-Euros zusammen. Verantwortlich dafür war eine zum Teil deutliche Aufwertung vieler Währungen seit dem Frühjahr 2009. Im Frühjahr 2009 mussten viele Länder aufgrund der Unsicherheit im Gefolge der Finanzkrise große Abwertungen hinnehmen, dies erhöhte den Wert des Euro in diesen Ländern vor einem Jahr deutlich.
Weniger wert ist der Urlaubs-Euro vor allem in Übersee
Da jedoch inzwischen wieder eine Beruhigung einkehrte, hat sich der Wechselkurs vieler Währungen gegenüber dem Euro wieder verbessert. „Die deutliche Stabilisierung des Wechselkurses vieler Länder nach der Krise und die gleichzeitig nun eingetretene leichte Abwertung des Euro haben den Wert des Urlaubs-Euros in vielen Ländern im Vergleich zum Frühjahr 2009 deutlich geschwächt“ erklärt Bruckbauer den Rückgang der Kaufkraft im Ausland.
Insgesamt ging der Wert des Urlaubs-Euro der Deutschen im Ausland gewichtet nach Beliebtheit zwar nur um 2 Prozent zurück, in den Überseedestinationen fiel er jedoch durchschnittlich um 8 Prozent.
Trotz Verteuerung sind Ungarn, die Türkei und Kroatien weiterhin günstig
Aber auch unter einigen der Top-Urlaubsdestinationen der Deutschen hat sich im Vergleich zum Frühjahr 2009 der Wert des Urlaubs-Euro deutlich abgeschwächt. „Unter den Top10 Urlaubländern der Deutschen hat sich der Wert des Urlaubs-Euro vor allem in Ungarn (-23 Prozent), in der Schweiz und in Großbritannien im Vorjahresvergleich deutlicher reduziert“ meint Bruckbauer. Damit ist zwar Ungarn weiterhin unter den Top10 die günstigsten, der Abstand hat sich jedoch erkennbar verringert. Weiterhin mehr Wert als zuhause ist der Urlaubs-Euro, trotz Euroabschwächung in den letzten Monaten, in den Vereinigten Staaten. Unverändert etwa gleich viel wert ist der Urlaubs-Euro in den drei beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen: den Niederlanden, Österreich und Frankreich.
Gestiegen ist der Wert des Urlaubs-Euro in kaum einem Land, lediglich in Irland profitiert man im Vorjahresvergleich von fallenden Preisen, allerdings ist die Währung in Irland weiterhin deutlich weniger wert als in Deutschland. Etwas höher ist auch der Wert in Hongkong und China, allerdings lediglich um rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Fußball-WM-Gastgeber Südafrika deutlicher teurer als vor einem Jahr
In vielen Ferndestinationen hat der Urlaubs-Euro im Jahresvergleich deutlich an Wert verloren. So hat sich in Neuseeland und in Australien der Wert gegenüber dem Frühjahr 2009 um 30 Prozent und mehr verringert. Auch in Süd- und Mittelamerika fiel der Wert im Jahresvergleich deutlich, vor allem in Brasilien. Etwas weniger stark fiel der Rückgang in Asien aus.
Besonders stark ist der Rückgang des Urlaubs-Euro dagegen mit rund 37 Prozent ausgerechnet im Fußballweltmeisterschaftsland Südafrika. Dies ist zum einen auf eine deutliche Aufwertung, aber auch auf die weiterhin sehr hohen Preissteigerungen zurückzuführen. Das ist für Fußball-Fans zwar ärgerlich. Zu sehr sollten sie sich aber auch nicht grämen. Denn immerhin sind 100 Euro dort auch jetzt im Durchschnitt noch 156 Euro wert. „Essen und Trinken sind somit in Südafrika noch immer relativ günstig, während Übernachtungen natürlich kurzfristig teurer werden“, erläutert Bruckbauer. „Und wenn man sich natürlich nur in touristischen Gebieten aufhält, dann wird der Vorteil der höheren Kaufkraft nicht voll wirksam.“
Aber dieser Hinweis gilt für alle der von der Unicredit Bank Austria ermittelten Durchschnittswerte. Einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können davon abweichen. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern soviel günstiger als in Deutschland ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Deutschland zurückzuführen. Läge Deutschlands Preisniveau niedriger, wäre auch das Einkommensniveau geringer - wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 117,81 $ | −0,08 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3222 | −0,12% |
| Rohöl Brent Crude | 117,81 $ | −0,08% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |