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Veröffentlicht: 18.12.2013, 17:17 Uhr

Umtausch in Renminbi China beerdigt die Internetwährung Bitcoin

In China verbietet das Politbüro de facto den Handel mit Bitcoins. Der Kurs der Internetwährung stürzt daraufhin ab. Doch der Absturz bedeutet eine neue Chance der Bitcoins als Zahlungsmittel.

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© AP In China: einpacken.

Die Entscheidung kam völlig überraschend: Quasi über Nacht hat China de facto verboten, die digitale Devise Bitcoin in die landeseigene Währung Renminbi umzutauschen. Sie wiesen Servicedienstleister, welche Bezahlungen abwickeln, an, ihre Dienste nur noch Unternehmen anzubieten, welche mit Bitcoin handeln. Das führte umgehend zum Crash der Währung. Innerhalb weniger Stunden rauschte sie um 40 Prozent nach unten. Gegen Mittag war ein Bitcoin lediglich noch 460 Dollar wert. Zum Vergleich: Anfang Dezember kostete ein Bitcoin das dreifache, für weniger als 1200 Dollar war damals kein Bitcoin zu haben.

Franz Nestler Folgen:

Nun ist die Währung zwar nicht verboten und die genauen Auswirkungen sind noch unklar. Aber der Chef der größten chinesischen Tauschbörse BTC China sagt selbst, er gehe davon aus, dass es für mögliche Bitcoin-Käufer unmöglich wird, sie gegen Remnimbi einzutauschen. Was es genau bedeutet, wenn ein Chinese seine Bitcoins verkaufen möchte, ist noch unklar. BTC China selbst geht davon aus, dies sei kein Problem. Wie das allerdings funktionieren soll, wenn niemand die Zahlungen mehr abwickeln kann, ist schleierhaft. Man kann mit ihnen zwar noch bezahlen, aber die handvoll Angebote, die es im Internet für China gibt, sind nicht wirklich attraktiv. Neu erwerben kann man die Bitcoins dann nur noch durch Herstellung – was wiederum mit handelsüblichen Rechnern kaum möglich ist. Damit beendet die chinesische Regierung das Bitcoin-Experiment in ihrem Land so schnell, wie es damals unerwartet begonnen hatte.

In China stürzten sich die Menschen auf den Bitcoin

Unterstützt vom chinesischen Politbüro wurde die Internetwährung bekannt gemacht, viele Chinesen stürzten sich darauf. Schon damals waren die chinesischen Regulatoren besorgt, dass so die rigiden Kapitalkontrollen des Landes umgangen werden könnten. Auch schrillten bei ihnen die Alarmglocken, als der Preis der digitalen Devise stark anstieg, da sie es als Anzeichen einer Blase werteten. Diese ist in China nun zumindest geplatzt, die Währung war dort heute 25 Prozent weniger wert als im Rest der Welt.

Das trifft die digitale Devise hart. Die stark steigenden Bitcoin-Preise seit Anfang November hingen vor allem mit dem riesigen Interesse aus dem Milliardenreich zusammen. Dort stürzten sich die Menschen geradezu auf die digitale Währung. Baidu, eine Art chinesisches Google, akzeptierte Bitcoin – was abermals zu einem rasanten Popularitätsschub führte. Doch so schnell wie der Spuk begann, so schnell war er dann auch wieder vorbei. Anfang Dezember stoppte Baidu wieder das Bezahlen mit Bitcoin, nachdem den chinesischen Banken verboten wurde, Geschäfte mit der Währung abzuwickeln. Man kann getrost davon ausgehen, dass mit dem kompletten Verbot von Renminbi-Zahlungen diese Nachfrage nun versiegen wird.

Eine Chance für die noch junge Währung

Allerdings gibt es ein schwaches Licht am Ende des Tunnels. Denn gerade dieses Verbot könnte dazu führen, dass Bitcoin wieder mehr als Währung statt als Spekulationsobjekt betrachtet wird. Denn der rasante Wertanstieg führte vor allem dazu, dass Bitcoin ein schlechtes Zahlungsmittel war. Eine funktionierende Währung sollte immer den Wert erhalten. Als Benutzer kann man sich dann darauf verlassen, dass das Geld am nächsten Tag noch ungefähr so viel wert ist wie am Vortag. Dass war bei den Bitcoins nicht der Fall. Währungsschwankungen von 10 Prozent am Tag waren und sind die Normalität. Teilweise ging es aber sogar um 70 Prozent an einem Tag nach unten oder oben.

Der rasante Wertzuwachs der Währung kann man mit Fug und Recht als Hyperdeflation bezeichnen. Deflation bezeichnet einen allgemeinen Rückgang des Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen. Was soll an dem Wertgewinn der Bitcoins nun schlecht sein? Für die Besitzer der Währung erst einmal gar nichts – ihr Geld vermehrt sich. Aber stellen sich die Besitzer der Bitcoins darauf ein, dass ihre digitale Währung immer wertvoller wird, werden sie es nicht ausgeben. Die Bitcoins verlieren ihren Wert als Bezahlmittel. Und tatsächlich: Mit dem rasanten Anstieg des Werts der Bitcoins sind die Bezahlvorgänge deutlich zurückgegangen. Wer würde sich auch einen Hamburger dafür kaufen, wenn er am nächsten Tag für das selbe Geld sich ein luxuriöses Fünf-Sterne-Menü leisten kann? Daher ist eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau vor allem eine Chance für die noch junge Währung.

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