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Trendwende am Goldmarkt Expansive Geldpolitik lässt Goldpreis steigen

 ·  Die amerikanische Notenbank setzt ihre Politik des billigen Geldes fort. Anleger setzen wieder stärker auf Gold. Der Preis für das Edelmetall legt zu.

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Die überraschende Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed, die Märkte auch weiterhin mit Geld zu fluten, könnte einen nachhaltigen Einfluss auf den Goldpreis haben. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verlängerung der ultralockeren Geldpolitik eine Trendwende bei Gold, Rohstoffen und Sachwerten bringen könnte“, sagte Commerzbank-Rohstoffanalyst Eugen Weinberg am Freitag in Frankfurt. Er würde jetzt wieder zu Gold greifen. Nachdem Fed-Präsident Ben Bernanke am Mittwoch verkündet hatte, die expansive Geldpolitik vorerst fortzusetzen, verteuerte sich eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) zeitweilig um bis zu 5 Prozent auf 1375 Dollar. Am Freitag gab der Preis jedoch wieder um bis zu 1,5 Prozent auf 1346 Dollar nach.

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Weinberg rechnet damit, dass nun eine Phase der sehr expansiven Geldpolitik eingeläutet sei, die möglicherweise über Jahre anhalten werde. Vor allem der zu erwartende Anstieg der Inflation ebenso wie die niedrigen Realzinsen ließen Gold wieder attraktiver scheinen. Nach Ansicht des Commerzbank-Analysten ist Gold nicht wie ein Rohstoff zu bewerten, sondern wie eine Währung: „Wie viel Gold in den Minen gefördert wird, hat meiner Ansicht nach keine Auswirkungen auf den Goldpreis.“ Maßgeblich für die Entwicklung des Preises sei hingegen, wie attraktiv renditestärkere Anlageklassen, zum Beispiel Aktien, dem Anleger erschienen. Ein Gewinn lässt sich für Goldanleger nur realisieren, wenn der Verkaufspreis höher ist als der Kaufpreis, da Gold nicht verzinst wird und deswegen auch mithin als „totes Kapital“ bezeichnet wird.

Der Goldbarren im Haussafe ist die Ausnahme

Für Anleger, die auf steigende Goldpreise setzen wollen, hat die Börse Stuttgart seit einem Jahr das Produkt „Euwax Gold“ im Angebot. Dabei handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung, die physisch hinterlegt ist. Insgesamt liegen 1,6 Tonnen Gold in einem Tresor in Neu-Isenburg in der Nähe von Frankfurt. „In einem volatilen Goldmarkt konnten wir stetige Zuflüsse verzeichnen“, sagte Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer von Börse Stuttgart Securities. Die Kunden schätzten an dem Produkt vor allem, dass keine laufenden Kosten für Verwahrung, Versicherung und Verwaltung entstünden. „Wenn sich unser Kunde sein Gold physisch ausliefern lassen möchte, muss er nichts extra bezahlen. Das ist im Kaufpreis inbegriffen,“ so Rothenhäuser.

Das ist beim Konkurrenzprodukt Xetra Gold von der Börse Frankfurt anders. Auch bei Xetra Gold handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung, die mit physischem Gold hinterlegt ist. Will sich der Anleger seine Barren jedoch nach Hause liefern lassen, wird bei Xetra-Gold eine Gebühr fällig. Allerdings kommt es nur sehr selten vor, dass sich ein Kunde das Edelmetall nach Hause bringen lässt, hat Rothenhäuser beobachtet. Selbst im Spitzenmonat Juli seien insgesamt nur 9 Kilogramm Gold an 16 Personen ausgeliefert worden.

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