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Terminmärkte Preiseinbruch bei Agrarrohstoffen

 ·  Agrarrohstoffe galten aufgrund der weit verbreiteten und in den vergangenen Monaten immer wieder notorisch wiederholten Meldungen als knapp. Nun wird plötzlich von „unerwartet hohen Getreide-Vorräten in den Vereinigten Staaten“ berichtet.

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Agrarrohstoffe galten aufgrund der weit verbreiteten und in den vergangenen Monaten immer wieder notorisch wiederholten Meldungen als knapp, obwohl die Versorgungslage bei objektiver Betrachtung der Fakten immer relativ solide war.

Die angebliche Knappheit wurde scheinbar bestätigt durch teilweise stark steigende Preise und hohe Preisniveaus.

Erratische Preisbewegungen bei langsamen Nachfragewachstum in der Realwirtschaft

Allerdings waren diese unter anderem auf den massiven Zufluss spekulativen Kapitals und das erratisch-irrationale Verhalten der nun auch in diesen relativ kleinen und engen Märkten aktiven Hochfrequenzhändler zurückzuführen, während sich die realwirtschaftlichen Verhältnisse von Angebot und Nachfrage deutlich gemächlicher entwickeln.

Preisschwankungen im zweistelligen Prozentbereich innerhalb von Minuten lassen sich logisch nicht erklären, wenn der globale Verbrauch von Agrarrohstoffen im langjährigen Durchschnitt gerade einmal um etwa fünf Prozent (Mais) jährlich zunimmt.

Auf der anderen Seite können im spekulativen Umfeld auch keine Preisrückschläge überraschen, wie sie in den vergangenen Tagen zu beobachten waren. Der Preis von Weizen ist in vier Wochen um knapp 30 Prozent gefallen. Alleine am Donnerstag gab er um bis zu zehn Prozent nach. Bei Mais sieht es nicht viel anders aus.

Unerwartet hohe Getreide-Vorräte in den Vereinigten Staaten hätten die Preise fallen lassen, hieß es am Donnerstag. Aktuell seien die Mais-Vorräte einem Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zufolge elf Prozent höher als von Analysten erwartet. Auch die Anbauflächen seien deutlich größer als gedacht. In den Lagern lägen mehr Sojabohnen und Weizen als prognostiziert, hieß es. „Alles in allem zeigt der Report, dass wir Getreide nicht so schnell verbrauchen wie gedacht“, erklärte Händler Karl Setzer von MaxYield Cooperative in Iowa der Nachrichtenagentur Reuters. Unter den üblichen Wetter- und Wachstumsbedingungen könnten die amerikanischen Landwirte die bislang drittgrößte Mais- und Soja-Ernte einfahren, hieß es weiter.

Im Agrarbereich reagiert das Angebot dynmisch auf hohe Preise

Das zeigt, wie dynamisch das Angebot im Agrarbereich auf hohe Preise und sonstige günstige Rahmenbedingungen reagieren kann. In Bezug auf die weit verbreiteten Knappheitsthesen ist zwar unstrittig, dass die Nachfrage nach Nahrungsmitteln in den kommenden Jahren aufgrund des zunehmenden Wohlstands in weiten Teilen der Welt und wegen der wachsenden Weltbevölkerung zunehmen wird. Bis im Jahr 2050 werde die Weltbevölkerung um 34 Prozent auf dann 9,1 Milliarden Menschen steigen, erklärt die FAO, die Welternährungsorganisation der UNO. Zusammen mit dem Wohlstandseffekt mache das eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent nötig.

Bei aller nur denkbaren Knappheitsthesen wird die Perspektive relativiert durch die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren aufgrund des technischen Fortschritts die Mengen der produzierten Agrarrohstoffe auf beinahe gleich bleibender Anbaufläche deutlich gesteigert werden konnten. Die globale Maisproduktion etwa nahm in den vergangenen 50 Jahren um 330 Prozent zu. Bei angemessenen Investitionen, die unter anderem von den hohen Preisen ausgelöst werden, sind weitere Zuwächse wahrscheinlich. Im Extremfall lassen sich die Anbauflächen weiter ausdehnen.

Während das Angebot mit großer Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Jahren mit der zunehmenden Nachfrage wird mithalten können, ist offen, zu welchen Kosten. Schließlich schlagen hohen Energiekosten und die Folgen der unheimlichen Preissetzungsmacht der Düngemittelindustrie neben den Auswirkung der extremen geldpolitischen Strategien der Zentralbanken der Welt auch auf die Rohstoffpreise durch und können sie unter Umständen stark treiben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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