25.05.2010 · Der Kurs des südkoreanischen Won entwickelt sich am Devisenmarkt schon seit Tagen schwach. Dafür sind zunehmende politischen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea sowie steigende Sorgen über die wirtschaftliche Dynamik des Landes verantwortlich.
Der Kurs des südkoreanischen Won entwickelt sich am Devisenmarkt schon seit Tagen schwach. Gegen den amerikanischen Dollar hat er seit Ende des vergangenen Monats zwölf Prozent seines Wertes auf zuletzt 1.252 Won je Dollar verloren. Alleine am Dienstag beträgt der Kursverlust 2,8 Prozent. Sogar gegen den schwächelnden Euro hat die Währung Südkoreas innerhalb weniger Tage mehr als acht Prozent verloren auf zuletzt 1.537 Won je Euro.
Der unmittelbare Auslöser sind zunehmende geopolitische Spannungen zwischen dem diktatorisch regierten Nordkorea und der Demokratie im Süden.
Spannungen zwischen Nord- und Südkorea nehmen zu
Nachdem Nordkorea schon seit längerem mit Atomwaffen- und Raketentests und mit markigen Sprüchen für Spannung sorgte, versenkte das Land vor wenigen Tagen ein südkoreanisches Kriegsschiff mit Torpedos. Daraufhin verschärfte Südkorea die Sanktionen gegen den nördlichen Nachbarn und kündigte gemeinsame Seemanöver mit den Vereinigten Staaten an. Nordkorea versetzte seinerseits die Streitkräfte in Kampfbereitschaft, wie es zumindest in Medienberichten heißt.
Die Sorge vor einer weiteren Eskalation bringt nicht nur die Währung des Landes unter Druck, sondern auch die Börse und den Rentenmarkt. Der Kospi-Index hat in den vergangenen vier Wochen knapp elf Prozent seines Wertes verloren. Am Dienstag gab er um 2,6 Prozent nach auf 1563 Zähler. In den vergangenen drei Tagen legten die Kurse der bis in den September des Jahres 2017 laufenden Staatsanleihe mit einem Kupon von 5,5 Prozent zwar leicht zu, allerdings zogen die Prämien für den Abschluss von Kreditausfallversicherungen mit einer Laufzeit von fünf Jahren von 73 Punkten im März auf zuletzt 153 Basispunkte an.
Der Kurs des südkoreanischen Won steht nicht wegen der geopolitischen Spannungen unter Druck, sondern auch wegen konjunktureller Sorgen. Hatten extreme fiskal- und geldpolitische Strategien zunächst zu einer raschen Erholung der hoch zyklischen Wirtschaft des Landes und zu einer Kurserholung der Währung vom massiven Rückschlag des Jahres 2008 geführt, so ist nun gerade das Gegenteil der Fall. Neben der Geopolitik besteht die Befürchtung, nach Auslaufen der Stimulierungsmaßnahmen und aufgrund der notwendigen Sparmaßnahmen in den Industriestaaten werde die wirtschaftliche Dynamik weltweit nachlassen.
Wird die wirtschaftliche Dynamik ausgebremst?
Genau das würde die wirtschaftliche Entwicklung in Südkorea ausbremsen, nachdem das Land im ersten Quartal des laufenden Jahres wegen der starken Exportnachfrage ein Wirtschaftswachstum von 7,8 Prozent im Vergleich mit der schwachen Vorjahresperiode hatte verzeichnen können. Der Binnenkonsum, der sich zuletzt vergleichsweise robust entwickelt hatte, würde nachlassen und Preisauftrieb und Zinserwartungen dämpfen, die die Währung noch bis vor kurzem beflügelt hatten.
Insgesamt kann der Won kurzfristig weiter abwerten, so lange die geopolitischen Spannungen und die wirtschaftlichen Bedenken zunehmen. Bei abnehmenden Bedenken und zunehmendem Risikoappetit sind allerdings schnelle rasche Erholungsbewegungen sehr wahrscheinlich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |