12.11.2007 · Die Yen-Aufwertung zieht die Kurse an der japanischen Börse nach unten. Aufwertender Yen - abnehmende Wachstumsaussichten - schwächelnde Börse, lautet die Logik. Sie wird durch die Korrelation des Wachstums mit dem Wechselkurs unterlegt.
Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten halten an. Sie werden ausgelöst durch die so genannte Kreditkrise, deren Folgen letztlich noch nicht abschätzbar sind.
Sie zeigen sich nicht nur in schwindenden Umsätzen und roten Zahlen bei den amerikanischen Hausbauunternehmen sowie in zum Teil massiven Abschreibungen bei großen Banken, sondern in letzter Konsequenz dürften sie sich in einer knapper werdenden internationalen Liquidität zeigen.
Abnehmender Risikoappetit - Reduktion der Carry Trades - aufwertender Yen
Denn viele Finanzunternehmen dürften ihre Geschäftsmodelle ändern müssen, da einerseits die Refinanzierung nicht mehr so einfach möglich ist, da sie bestehende Risiken in ihre Bilanzen aufnehmen müssen und vor allem auch da sie die Risiken nicht mehr weiterhin so einfach wie bisher „hübsch verpacken“ und an gutgläubige Anleger „weiter diversifizieren“ können. Die goldenen Zeiten, in denen sie auch mit Hilfe fahrlässiger Ratingagenturen (vgl. Leichen im Keller der Verbriefungen) aus schlechten Krediten angeblich hochwertige und renditeträchtige Anlageprodukte bei hohen Gewinnmargen machen konnten, sind mit einiger Wahrscheinlichkeit vorbei.
Längst sind die Anleger risikoscheu geworden. Das zeigt sich nicht nur an den Kreditmärkten, sondern auch am Devisenmarkt. Dort kam es in den vergangenen Tagen zur Reduktion der so genannten Carry Trades, die dazu beitrugen, dass niedrig verzinsliche Währungen lange Zeit unter Druck standen. Gegenwärtig befindet sich die Gegenbewegung in vollem Schwung. Das zeigt sich unter anderem an der Aufwertung des Yen gegen den Dollar und auch den Euro.
Die japanische Währung hat in den vergangenen vier Tagen deutlich aufgewertet. Alleine am Montag legt er gegen den Euro mehr als zwei Prozent zu. Waren noch vor einer Woche knapp 168 Yen nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können, so sind dafür inzwischen noch 159,16 Yen nötig, ein Minus von mehr als fünf Prozent. Das ist viel. Gegen den Dollar fällt die Kursbewegung ähnlich ausgeprägt aus.
Aufwertender Yen - abnehmende Wachstumsaussichten in Japan - schwächelnde Börse
Lässt sich die Aufwertung des Yen mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Hedging-Aktivitäten japanischer Anleger zurückführen, so zeigt sie auch deutliche Folgen an der japanischen Börse: In den vergangenen Monaten lief der Nikkei parallel zur Entwicklung des Dollar-Yen-Wechselkurses. Wertete der Yen auf, so fiel die japanische Börse (siehe Infografik).
Das lässt sich begründen. Immerhin ist ein Teil der japanischen Wirtschaft stark exportlastig. Eine Studie der Bank of Japan zeigt (siehe Infografiken), dass in den vergangenen Jahren das Wachstum der japanischen Automobilindustrie deutlich mit der Wechselkursentwicklung korrelierte. Wertete der Yen auf, fielen die Wachstumsraten und umgekehrt. Auch in anderen Branchen scheint sich ein Zusammenhang ableiten zu lassen. Allerdings ist er weniger präzise und außerdem scheint er gerade in den vergangenen Jahren etwas lockerer geworden zu sein.
Das mag damit zusammenhängen, dass die Wirtschaftswelt in den vergangenen Jahren multipolarer geworden ist. Sie scheint zumindest kurzfristig nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit von der Nachfrage in den Vereinigten Staaten abzuhängen. So hat der Handel innerhalb Asiens deutlich zugenommen. Aus diesem Grund könnte die Bedeutung des Dollar-Yen- und des Euro-Yen-Kurses für die Entwicklung der japanischen Konjunktur abnehmen. Das scheint sich jedoch bei den Börsianern bisher noch nicht herumgesprochen zu haben. Daher dürfte die Stärke oder Schwäche des Yen bis auf weiteres auch über die Entwicklung der japanischen Börse mitbestimmen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |