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Strategie Gold - preiswerte Portfolio-Versicherung

19.10.2006 ·  Im Rahmen der allgemeinen Korrektur an den Energie- und Rohstoffmärkten in den vergangenen Wochen hat auch der Goldpreis konsolidiert. Der Aufwärtstrend ist jedoch noch intakt, und auch ansonsten gibt es gewisse positive Argumente.

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Nach einem netten Aufwärtstrend in den Jahren 2001 bis in den Mai des laufenden Jahres von einem Tief bei 253 Dollar je Unze auf bis zu 730 Dollar je Unze hat sich der Goldpreis in den vergangenen Wochen zwar etwas beruhigt.

Allerdings muß das nicht das Ende der Fahnenstange sein. Denn trotz der jüngsten Konsolidierung ist der mittelfristige Aufwärtstrend weiterhin intakt, und gewisse fundamentale Faktoren und strategische Überlegungen können Anleger dazu verleiten, einen Teil ihres Vermögen in Gold oder andere in der Natur nur begrenzt vorkommende Ressourcen zu investieren.

Edelmetalle lassen sich nicht beliebig vermehren

Denn im Gegensatz zu anderen Vermögenswerten und vor allem auch zu den von den Notenbanken emittierten Geldern sind sie nicht beliebig vermehrbar. Angesichts der weltweit extrem hohen Liquiditätsbestände liegt die Vermutung nahe, sie hätten in den vergangenen Jahren zu einem großen Teil dazu beigetragen, daß sowohl die Preise von Rohstoffen, Aktien, Anleihen, Immobilien und anderen so genannten „Vermögenswerten“ in weiten Teilen der Welt rasant gestiegen sind.

Das ist eine inflationäre Entwicklung auf Umwegen, da sie sich zumindest bisher kaum in den regelmäßig veröffentlichten Preisindizes niederschlägt, an denen die Zentralbanken ihre Geldpolitik messen. Das können sie auch gar nicht, da diese Indizes teilweise etwas seltsam zusammengesetzt und berechnet werden. Zum anderen Teil sind sie für manche Preisentwicklungen einfach blind, weil die relevanten Faktoren nicht oder nicht stark genug in den betrachteten Warenkörben enthalten sind.

Gleichzeitig hat die Verschuldung vor allem in den angelsächsischen Staaten rasant zugenommen, und die Kredite expandieren trotz der vielfach erhöhten Leitzinsen nach wie vor dymnamisch. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Aktien - getrieben von diesen Geldern - ein ähnlich hohes Bewertungsniveau erreicht haben werden wie Anleihen oder Immobilien in weiten Teilen der Welt. Fragt sich nur, was sich danach noch nach oben treiben lassen wird.

30 Werte des Dow Jones kosten genau 20 Unzen Gold - nach einer Unze im Jahr 1980

Auf dieser Basis dürften Anleger dazu neigen, kurzfristig genau auf jene so genannten Vermögenswerte zu setzen, deren Preise steigen. Gegenwärtig also auf Aktien. Auf der anderen Seite könnten sie geneigt sein, sich gegen alle Eventualitäten zu schützen. Dazu können knappe Rohstoffe, besonders auch Gold, beitragen, da der Preis des Edelmetalls nicht oder kaum mit Aktien- und Rentenmärkten korreliert. Rohstoffe erreichten in der Vergangenheit ihr langfristiges Hoch immer dann, wenn Aktien und Anleihen am Boden lagen und vice versa. Im Jahre 1980, dem Ende der Baisse des Aktien- und Rentenmarktes, reichte eine einzige Unze Gold aus, um die 30 Aktien des Dow Jones erwerben zu können. Zwanzig Jahre später kostete der gleiche Aktienkorb 40 Unzen. Heute kosten die 30 Werte des Dow Jones genau 20 Unzen Gold. Diese Relation deutet einerseits auf einen nach wie vor stark überbewerteten Aktienmarkt hin oder alternativ ist Gold stark unterbewertet.

Die geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen bedeutet aus Sicht der modernen Portfolio-Theorie, daß die Integration von Rohstoffinvestments zu effizienteren Portfolios und besseren Performance-Kennzahlen führt: Bei gleichem Gesamtrisiko läßt sich langfristig entweder die Rendite steigern oder eine bestimmte Rendite läßt sich mit einem geringeren Risiko erzielen. So ist Gold nicht nur ein Diversifikations- und zumindest langfristig krisenfestes Wertaufbewahrungsmittel, sondern auch eine preiswerte Portfolio-Versicherung gegen Inflation. Es hat allerdings den Nachteil, daß es keine laufenden Erträge abwirft.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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