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Stabiler Markt Der Ölpreis stagniert bis zum nächsten Konflikt

Analysten sehen den Ölpreis im Jahr 2013 relativ stabil. Die Auseinandersetzung zwischen Iran und Israel hat aber das Potential, Bewegung in die Preise zu bringen.

© AP/dapd Vergrößern Ölförderung in Colorado

Spekulanten und Verbraucher werden sich im Jahr 2013 auf einen relativ stabilen Ölpreis einstellen müssen - sofern es keine geopolitischen Krisen gibt. Solange keine schwere Rezession aufkommt, dürften Nachfrage und Angebot am Ölmarkt weitgehend ausbalanciert sein. Es hängt also viel davon ab, welchen Stellenwert Marktbeobachter geopolitischen Entwicklungen beimessen, vor allem der Krise um das Atomprogramm in Iran und deren Einschätzung durch Israel.

Derzeit liegen die Preise für amerikanisches Öl der Sorte WTI bei 92 Dollar je Barrel (159 Liter) und für die Nordseesorte Brent bei 111 Dollar. Die Analysten von Credit Suisse glauben an ein „moderates Aufwärtspotential für Öl, insbesondere für Brent“ in diesem Jahr. Barclays setzt darauf, dass die geopolitischen Risiken letztlich zu einem Ausbruch des Ölpreises nach oben führen werden. Die LBBW geht eher von einer Seitwärtsbewegung aus, vor allem bei Brent, warnt aber vor einem Konflikt zwischen Iran und Israel. Die Analysten der Commerzbank meinen, dass der Markt die Angebotsperspektiven zu optimistisch und die Nachfrageperspektiven hingegen zu negativ einschätzt. Die Prognose der Bank liegt bei 125 Dollar für Brent Ende 2013 und bei 115 Dollar für WTI. Spekulanten haben ihre Kauf-Positionen mit Blick auf einen steigenden Preis weitgehend zurückgefahren, so dass Optimismus und die Positionierung der Spekulanten den Preis steigend beeinflussen könnten.

Amerikanische Wirtschaftsentwicklung soll sich stabilisieren

Im vergangenen Jahr hatten sich die Preise für WTI und Brent unterschiedlich entwickelt: Das auf dem amerikanischen Festland produzierte und weitgehend über den Lieferstützpunkt Cushing geschleuste Ölangebot weitet sich stetig aus. Seit Aufnahme der Ölproduktion im neunzehnten Jahrhundert ist das Angebot in den Vereinigten Staaten nie so stark gestiegen wie im vergangenen Jahr und wohl auch 2013. Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass die Vereinigten Staaten bald von Gas- und Ölimporten unabhängig sein werden und zum größten Energieproduzenten der Welt aufsteigen werden - dank alternativer Produktionstechniken. Dabei werden Gas- und Ölvorkommen in Schiefergestein ausgebeutet. Diese hochmoderne, ertragsstarke aber potentiell umweltbelastende Produktionsmethode ist gesellschaftlich umstritten.

Infografik / Der Preis für Rohöl Die Preisentwicklung der Sorten Brent und WTI seit Anfang 2011 © F.A.Z. Bilderstrecke 

Das starke Angebotswachstum von Öl und das bis dato moderate Wirtschaftswachstum in Nordamerika haben Druck auf den WTI-Ölpreis ausgeübt. Der sank im Laufe des Jahres 2012 um 10 Prozent. WTI (West Texas Intermediate) wird an der New Yorker Mercantile Exchange (Nymex) gehandelt. Allerdings signalisiert die Diskussion innerhalb der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, dass mit einer Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung gerechnet wird. Der Ausstieg aus der extremen Notpolitik der Anleihekäufe wird in der Federal Reserve bereits diskutiert. Mehr Klarheit besteht, wenn die amerikanische Regierung und der Senat in zwei Monaten eine Lösung für die fiskalpolitische Klippe gefunden haben sollten.

Die globale Ölnachfrage soll steigen

Der Brent-Ölpreis, der von dem in der Nordsee produzierten Öl abhängig ist und stärker auf geopolitische Vorfälle und die asiatische Ölnachfrage reagiert, legte indessen 2012 leicht zu. Daher weitete sich die Spanne zwischen WTI und Brent aus. Sie liegt derzeit bei 19 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Sorte Brent wird an der Londoner Intercontinental Exchange (ICE) gehandelt und pendelte sich nach einem Preisanstieg auf 130 Dollar je Barrel angesichts der Produktionsrisiken in den Ländern des arabischen Frühlings (Libyen) im vergangenen Jahr bei 108 bis 111 Dollar je Barrel ein.

In der Nordsee gab es 2012 technische Probleme auf Ölplattformen. Sie und die niedrigeren Produktionsraten dürften 2013 weiterbestehen. Gleichzeitig zieht die Ölnachfrage von China wieder an. Chinas Raffinerie-Kapazitäten wurden im vergangenen Jahr um 10 Prozent ausgeweitet. Allein die Aufstockung dieser Kapazitäten hat die chinesischen Rohöl-Importe Ende 2012 um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau steigen lassen.

Mehr zum Thema

Die Internationale Energieagentur erwartet, dass die globale Ölnachfrage in diesem Jahr um 700.000 Barrel je Tag höher ausfallen wird als 2012. Dies wird etwas mehr als gedeckt durch die steigende Ölförderung Amerikas und die höhere Produktion einiger OPEC-Mitglieder wie Irak, aber auch Nigeria und womöglich Iran.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 05.01.2013, 06:00 Uhr


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