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Seltenerdmetalle Kein iPod ohne Chinas exotische Rohstoffe

11.09.2009 ·  Sie tragen ungewöhnliche Namen wie Dysprosium, Yttrium, Terbium und Neodym: Diese Rohstoffe sind nicht nur selten, sondern auch zunehmend gefragt. Die Seltenerdmetalle sind in Hybridautos und Windturbinen zu finden.

Von Tim Höfinghoff
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Sie tragen ungewöhnliche Namen wie Dysprosium, Yttrium, Terbium und Neodym: Diese Rohstoffe sind nicht nur selten, sondern auch zunehmend gefragt. Die Seltenerdmetalle sind in Hybridautos und Windturbinen zu finden. Auch Musikspieler und Mobiltelefone kommen längst nicht mehr ohne sie aus.

"Besonders der hohe Bedarf an Geräten wie dem iPod hat die Nachfrage dieser Rohstoffe erhöht", sagt Robert Baylis, Rohstoff-Experte des Researchunternehmens Roskill Information Services in London. Zwar habe die Wirtschaftskrise die Preise der seltenen Rohstoffe zuletzt gedrückt, langfristig erwartet Baylis jedoch, dass "die Nachfrage nach Seltenerdmetallen weiter steigen wird".

China ist wichtigste Anbieter der Seltenerdmetalle

Der wichtigste Anbieter der Seltenerdmetalle ist China. Zwar gibt es auch Reserven in anderen Ländern wie Australien, Vietnam und Amerika. Doch die größten Vorkommen hat China zu bieten, etwa in der Mongolei. So produziert China 99 Prozent des Dysprosiums und Terbiums sowie 95 Prozent des Neodymiums. Zwar ist die Förderung der Materialien in der Regel mit großen Umweltschäden verbunden, doch sind die Metalle für viele Produkte begehrt: Dysprosium wird zum Beispiel für Magneten gebraucht, die in Hybridautos eingebaut werden.

Auch Lanthan und mindestens ein bis zwei Kilogramm Neodym stecken in Fahrzeugen wie dem Toyota Prius. Neodymium ist ebenfalls in Festplatten für Computer zu finden. Yttrium und Europium sorgen hingegen dafür, dass Farbfernseher und Computerbildschirme die Farbe Rot darstellen.

Wer als Privatanleger an der Wertentwicklung in dem Markt mit Seltenerdmetallen teilhaben möchte, hat es jedoch nicht leicht. Denn die Preisbildung auf diesem Markt ist intransparent. Zudem gibt es keine direkte Möglichkeit - zum Beispiel mit Zertifikaten -, in die seltenen Rohstoffe zu investieren. Anleger können jedoch Aktien derjenigen Minenkonzerne kaufen, die Seltenerdmetalle suchen und fördern.

Mit Blick auf die hohe Nachfrage nach iPod-Spielern und Hybridautos erwarten Fachleute, dass die Fördermenge der Metalle in Zukunft nicht hoch genug sein wird, um den Bedarf zu decken. Zumal selbst chinesische Politiker kürzlich sagten, dass das Angebot an den exotischen Rohstoffen in den kommenden Jahren vielleicht nicht ausreichen werde. China hatte die Welt lange Zeit mit günstigen Seltenerdmetallen versorgt, in den vergangenen Jahren aber immer wieder die Exportquoten gesenkt. Das Land hat nicht nur dieses Jahr, sondern auch im vergangenen Jahr die Ausfuhr gedrosselt.

Nachfragende Industrie versucht das Angebot zu diversifizieren

Kein Wunder, dass sich zum Beispiel Autohersteller, die in Zukunft noch mehr Hybrid- und Elektrofahrzeuge anbieten wollen, schon nach anderen Lieferanten und Lagerstätten umsehen. Sie fürchten die Monopolstellung Chinas.

Toyota kündigte kürzlich an, in Kanada mit dem Minenbetreiber Great Western Minerals mit der Suche nach Seltenerdmetallen zu beginnen. Denn allein in Amerika will Toyota dieses Jahr 100 000 Prius-Modelle absetzen. Kommendes Jahr sollen es sogar 180 000 Wagen sein. Das Problem für Hersteller wie Toyota: Die Förderung der Metalle in Kanada kann erst in einigen Jahren beginnen. Auch im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien soll eine Mine wiedereröffnet werden. Das dauert aber auch noch bis zum Jahr 2012.

Inzwischen haben chinesische Politiker versucht, der Befürchtung entgegenzutreten, die Märkte zu dominieren und die Exporte zu beschränken. Es würde keine Kontrolle der Seltenerdmetall-Preise geben, hieß es. "China will sich diese Rohstoffe bewahren", erklärt Analyst Baylis, "es hat die größten Reserven und will sie schützen."

Nun versuche das Land stärker als früher, die seltenen Rohstoffe selbst zu höherwertigen Produkten zu verarbeiten und diese dann am Weltmarkt anzubieten. Das Motto lautet: Lieber die Magneten produzieren, die in Hybridautos kommen, statt nur die Metalle dafür zu liefern. Gleichzeitig drängt China bei der Erschließung neuer Rohstoffquellen weiter ins Ausland: So wartet der chinesische Minenkonzern CNMC schon länger auf eine Entscheidung der australischen Regierung, um bei dem australischen Minenkonzern Lynas einzusteigen. Lynas verfügt über große Reserven der Seltenerdmetalle.

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