04.01.2008 · Die Entwicklung an den Devisenmärkten wurde in den vergangenen Jahren durch zwei Kerntrends bestimmt: Einmal durch die starke Nachfrage nach Währungen in den Schwellenländern, zum anderen durch die so genannten Carry Trades.
Die Entwicklung an den Devisenmärkten wurde in den vergangenen Jahren durch zwei Kerntrends bestimmt: Einmal durch die starke Nachfrage nach Währungen in den Schwellenländern allgemein, zum anderen durch die so genannten Carry Trades.
Die Nachfrage nach Schwellenländerwährungen wurde bestimmt durch das boomende Wirtschaftswachstum in diesen Regionen, das die Unternehmen und internationale Anleger zu Direkt- und Portfolioinvestitionen animierte. Das deutliche Wachstum und die Verbesserung der der Finanzbedingungen ist unter anderem auf die Energie- und Rohstoffhausse zurückzuführen, die auch die Binnenmärkte beflügelte.
Brasilianischer Real profitiert von Doppeleffekt ...
Diese Entwicklung wurde simultan überlagert durch die so genannten Carry Trades. In ihrem Rahmen spielten die Anleger die längste Zeit ihren Risikoappetit aus, indem sie Finanzmittel aus Währungsräumen mit tiefen Zinsen oder schwachen Wirtschaftswachstum abfließen ließen - entweder in Form von Krediten oder in Form vorhandener Vermögenswerte -, um sie in höher verzinslichen Währungen anzulegen.
Auf diese Weise gerieten oder blieben manche Währungen in der Defensive, während andere Kursgewinne verbuchen konnten. Der brasilianische Real profitierte in den vergangenen Monaten und Jahren von beiden Effekten gleichzeitig. So dürfte es kaum verwundern, dass er zu den stärksten Währungen weltweit gehörte und auf Sicht eines Jahres sogar 8,6 Prozent gegen den an sich schon starken Euro zulegen konnte.
Immerhin läuft die Wirtschaft in Brasilien aufgrund der starken Rohstoffvorkommen und einer vorteilhaften klimatischen Lage vergleichsweise gut, während die Zinsen im internationalen Vergleich noch sehr hoch sind: Der Drei-Monatszins liegt bei etwas mehr als elf Prozent, während die Renditen länger laufender lokaler Anleihen leicht darunter liegen.
... der in Südafrika längst nicht mehr wirkt
Auf der anderen Seite liegt der südafrikanische Rand. Seine Kursverluste gegen den Euro in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich die Risiken einer Anlagestrategie zwar eine Zeit lang ausblenden lassen mögen, aber nicht für immer. Immerhin sind inzwischen rund 40 Prozent mehr Einheiten der südafrikanischen Währung nötig, um einen Euro erwerben zu können, als noch im März des Jahres 2006. Hier geben die vergleichsweise hohen Zinsen schon seit mehreren Monaten der Währungen kaum noch Auftrieb, weil sich die Inflations- als auch die politische Entwicklung verschlechtert hat.
Im Rahmen der sich immer deutlicher abzeichnenden Wirtschaftsschwäche in den Vereinigten Staaten dürften entsprechende Entwicklungen in bisher gut gelaufenen Währungen in den kommenden Monaten kaum überraschen. Denn sollte der amerikanische Konsum deutlicher zurückgehen, dürfte die amerikanische Importnachfrage in Verbindung mit dem schwachen Dollar in den kommenden Monaten unter Umständen deutlich zurückgehen.
Auf diese Weise würde sich die amerikanische Wachstumsschwäche global bremsend bemerkbar machen können, vor allem in jenen Staaten, deren Exportprodukte bisher entweder direkt oder indirekt in den Vereinigten Staaten landeten. Dazu dürfte unter anderem Kanada gehören.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |