Home
http://www.faz.net/-gvz-12ysu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rohstoffmarktbericht Preiserholung bei Gas und Schweinebäuchen

29.10.2009 ·  Die Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten sind volatil. Sie können stark nach oben und nach unten getrieben werden. Seit Wochen zeigt sich ein gewisser Preisauftrieb bei Orangensaft, sowie eine deutliche Erholung bei Gas und Schweinefleisch.

Artikel Bilder (9) Lesermeinungen (0)

Die Preis -und Kursentwicklung an den Energie- und Rohstoffmärkten ist in den vergangenen Tagen etwas volatiler als zuvor geworden. Das lässt sich mit einer allgemeinen Korrekturneigung begründen, nachdem Börsen, viele Währungen und auch verschiedenste Energie- und Rohstoffkontrakte seit März in der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung deutlich nach oben gelaufen waren.

Aus technischer Sicht waren die verschiedenen Märkte längst völlig überhitzt. Bei allem Optimismus gibt es gleichzeitig immer wieder Hinweise darauf, dass die Erwartungen angesichts der tiefe der wirtschaftlichen Krise und des notwendigen Anpassungsbedarfs überzogen sein mögen, sobald auf Pump finanzierte geld- und fiskalpolitische Anreize auslaufen. In diesem Rahmen können stärkere Preisausschläge an den Rohstoffmärkten kaum überraschen.

Energie- und Rohsteoffmärkte sind volatiler geworden

Generell waren diese Märkte schon immer volatil und stark von spekulativen Elementen geprägt. In den vergangenen Jahren haben diese Faktoren zugenommen, da immer mehr Anleger in diese Märkte kamen, die die Preise unabhängig von der fundamentalen Lage im Sinne von realwirtschaftlichem Angebot und Nachfrage bewegen können.

Diese Tatsache lässt sich sowohl durch die riesigen Positionen belegen, die durch bisher unregulierte derivative OTC-Produkte eingegangen wurden als auch durch die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Handelsvolumina an den Terminbörsen. Auch das Aufkommen und das starke Wachstum von mit Rohstoffen unterlegten Fonds spielt eine Rolle.

Zur allgemeinen Volatilität tragen auch Trendfolgesysteme bei. So genannte Managed-Futures kaufen und verkaufen Kontrakte ohne Rücksicht auf die realwirtschaftlichen Hintergründe. Sie sind nur daran interessiert, Trends zu entdecken und sie bis zu letzen auszureizen. Über den wirtschaftlichen Sinn lässt sich streiten. So lange sie dabei nicht eingeschränkt werden, können sie die Preise jedoch auf diese Weise stärker nach unten oder nach oben bewegen, als unter normalen Umständen.

Preisauftrieb beei Orangensaft, Gas und Schweinebäuchen

Die ursprünglichen Impulse gehen von realwirtschaftlichen Daten oder auch nur Gerüchten aus. So läuft der Preis für Orangensaft schon seit Monaten nach oben, weil die Ernte in Florida in der laufenden Saison deutlich geringer ausfallen wird, als in der vergangenen. Nach aktuellsten Schätzungen des U.S. Department of Agriculture (USDA) werden nur 136 Millionen Paletten geerntet werden, nach 163 Millionen Paletten. Dazu kommt, dass die Orangenbäume sowohl in Brasilien als zunehmend auch in Florida von Bakterien befallen werden, die von Insekten übertragen werden und die die Ertragskraft mindern. Zusammen mit einer robusten Nachfrage könne das dazu beitragen, das der Preis für Orangensaft weiter nach oben laufen wird.

Stark gestiegen sind in den vergangenen Monaten an den amerikanischen Terminmärkten auch die Preise für Erdgas und Schweinebäuchen. Der Gaspreis hat sich erstens erholt, weil er zuvor stark nach unten getrieben worden war. Zudem ist Öl in den vergangenen Monaten trotz der guten Versorgungslage wieder vergleichsweise teuer geworden. Zusammen mit einer besseren CO2-Bilanz trägt das dazu bei, dass Gas zumindest für amerikanische Energieverbraucher attraktiv geworden ist. Je mehr von ihnen auf Gas umsteigen, desto robuster wird die Preisentwicklung trotz generöser Versorgungssituation sein.

Für Schweinebäuche gilt ähnliches. Auch hier waren die Preise in der ersten Jahreshälfte unter anderem wegen Wirtschaftskrise sowie der Entdeckung der pandemische Variante des Influenza-A-Virus H1N1, also der Schweinegrippe, deutlich gefallen. Das führte jedoch dazu, dass das Angebot zurückging. Im Oktober lagen die Bestände in den Vereinigten Staaten leicht und in Kanada deutlich unter denen des Vorjahrs. Zusammen mit Meldungen, nach welchen China das Importverbot von amerikanischem Schweinefleisch bald aufheben werde, kann das die Preise weiter nach oben treiben. Russland hat sein Importverbot schon am 21. Oktober aufgehoben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach