19.02.2009 · Die Preise von Silber, Gold, Kakao, Platin, Zucker und Palladium sind in den vergangenen drei Monaten deutlich gestiegen. Während bei den Edelmetallen die Suche nach Sicherheit eine Rolle spielen mag, wackelt der Auftrieb bei Kakao.
Die Preise von Silber, Gold, Kakao, Platin, Zucker und Palladium sind in den vergangenen drei Monaten in Dollar um zwischen zwölf und 52 Prozent gestiegen. Während Kakao, Silber und Gold ihre Aufwärtstrends fortgesetzt beziehungsweise wieder aufgenommen haben, kam es bei Platin und Palladium zum Bruch der Korrekturbewegung, die im vergangenen Jahr zu massiven Preisrückschlägen geführt hatte. Der Preis von Platin war von 2.222 Dollar je Unze im Mai auf bis zu 787 Dollar im Dezember gefallen. Das entspricht einem Minus von 65 Prozent. Inzwischen kostet Platin wider 1.077 Dollar je Feinunze.
Der Preisauftrieb bei den Edelmetallen lässt sich verschieden erklären. Während bei Gold und Silber die starke spekulative Nachfrage von Anlegern durchschlägt - sie zeigt sich unter anderem in Form der zunehmenden Bestände bei Rohstofffonds -, die sich mittel- und langfristig offensichtlich gegen inflationäre Gefahren wappnen wollen, spielen bei Platin und Palladium einerseits ähnliche Knappheitsüberlegungen eine Rolle.
Rohstoffe lassen sich nicht beliebig vermehren
Im Unterschied zu konventionellen Währungen lassen sich Rohstoffe nicht beliebig vermehren. Kurzfristig mögen auch die verschiedenen keynesianischen Stimulationsprogramme Preis steigernd wirken. Immerhin beflügelt zum Beispiel die Abwrackprämie in Deutschland zumindest vorübergehend das Automobilgeschäft und indirekt die Nachfrage nach den in Katalysatoren verwendeten Metallen.
Ob sich die Preissteigerungen bei Kakao fortsetzen, ist offen. In den vergangenen Tagen kam es zumindest kurzfristig zu einer Preiskonsolidierung. Der Grund liegt in jüngsten Meldungen, nach welchen die Ernten an der Elfenbeinküste, dem mit Abstand führenden Produzenten in der Welt, besser ausfallen würden als bisher erwartet. Die so genannte mid-crop, die kleinere von zwei Ernten jährlich, könne zwischen 350.000 und 400.000 Tonnen bringen, heißt es. Bisherige Schätzungen waren von 320.000 Tonnen ausgegangen. Das könne dazu führen, dass die Ernte des gesamten im September endenden Jahres 1,3 Millionen Tonnen Kakao statt der bisher erwarteten 1,1 Millionen Tonnen betragen werde.
Die einen glauben, dass die Tendenz umschlägt, wenn die Dezember-Kontrakte in beiden Städten liquidiert sind. Die anderen erklären, dass die statistische und die tatsächliche Versorgungslage eine weitere Verteuerung erwarten ließen. Kakao könne im späteren Verlauf der Saison 2008/09 (Oktober/September) akut knapp werden. Der Streit der Experten in dieser Frage ist heftiger als sonst zu dieser Jahreszeit üblich. Normalerweise kann zu diesem Zeitpunkt des Jahres schon recht gut überblickt werden, wie die jeweils im Oktober beginnenden Haupternten in Westafrika ausfallen. In diesem Jahr kursieren jedoch höchst unterschiedliche Berichte über die Ankaufszahlen der Vermarktungsorganisation in dieser bedeutendsten Erzeugerregion für Kakao.
Kakaomarkt technisch überkauft - Ernte fällt besser aus als erwartet
Der Kakaomarkt galt in den vergangenen Wochen als massiv „überkauft“, wobei besonders die Spekulation der Hedge-Fonds eine herausragende Rolle gespielt haben sollen. Sollten die Sorgen über ein Produktionsdefizit weiter abflauen und zu weiteren Gewinnmitnahmen führen, dürfte der Kakaopreis deutlich weiter nachgeben können. Tatsächlich haben die Aktivitäten von Hedge-Fonds in den vergleichsweise engen Rohstoffmärkten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das dürfte dazu führen, dass die Preisentwicklung noch volatiler werden kann, als in der längeren Vergangenheit.
Weitere Preisrückgänge gab es in den vergangenen drei Monaten dagegen Energie- und Industriemetallkomplex. Die Gründe dafür lassen sich aus einer Studie von Goldman Sachs ableiten. Die australische Tochter sieht den mittleren Kupferpreis in diesem Jahr bei 1,50 Dollar je Pound (454 Gramm). Wegen der schwachen Weltkonjunktur gehen die Analysten davon aus, dass die Nachfrage nach Rohstoffen insgesamt zurückgehen wird. Bei sämtlichen unedlen Industriemetallen seien beispiellose „Angebotsüberschüsse“ zu erwarten, heißt es. Die neue Kupferpreis-Prognose von Goldman liegt zwar leicht über dem derzeitigen Preisniveau des Buntmetalls. An der Londoner Metallbörse wurden am Mittwoch 1,43 Dollar je Pound gezahlt und damit 0,6 Prozent mehr als zum Jahreswechsel.
In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kupferpreis um 59 Prozent abgesackt. Die Goldman-Analysten gründen ihre Kupferpreis-Prognose auf die Annahme, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 0,2 Prozent wachsen wird. Im Jahr 2010 werde das Wachstum wieder auf drei Prozent anziehen, erwartet Goldman. Damit werde sich dann auch die Nachfrage nach unedlen Metallen wieder erholen. Im nächsten Jahr sieht Goldman den Kupferpreis bei durchschnittlich 1,92 Dollar je Pound, im Jahr 2011 dann bei 2,35 Dollar und im Jahr 2012 bei 2,50 Dollar. Auch diese Schätzungen liegen jeweils rund ein Viertel unter dem bisherigen Niveau. Faktisch zeichneten solche Analysen das Bild in der Vergangenheit regelmäßig zu optimistisch.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 118,04 $ | +0,12 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3219 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 118,04 $ | +0,12% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |