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Rohstoffmärkte Müssen die Märkte mit Liquiditätsentzug rechnen?

13.04.2010 ·  Die an den Finanzmärkten zur Verfügung stehende Liquidität bestimmte in den vergangenen Jahren die Preisentwicklung an den Terminmärkten für Energiekontrakte und Industriemetalle. Wird das Geld knapper, kommt es zu Preiskorrekturen.

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Die an den Finanzmärkten zur Verfügung stehende Liquidität bestimmte in den vergangenen Jahren die Preisentwicklung an den Terminmärkten für Energiekontrakte und Industriemetalle. Hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise nach dem vorhergehenden Boom zu einer massiven Korrektur geführt, so ist diese mittlerweile weitgehend wettgemacht worden.

Denn extrem tiefe Zinsen und Ausgabenprogramme in nie zuvor gesehenem Ausmaß führten zusammen mit einer ausbleibenden Regulierung der Märkte zur Rückkehr der „alten animalischen Instinkte“ der Rohstoffzocker und zu deutlichem Preisauftrieb. Der Ölpreis hat innerhalb von 12 Monaten um mehr als 150 Prozent bis auf 86,84 Dollar je Fass der Sorte WTI zugelegt und auch der Kupferpreis liegt nach einem Anstieg von 180 Prozent mit zuletzt 7905 Dollar nur knapp unter dem im Jahr 2008 erreichten Rekordniveau.

Kupferpreis korrigiert nahe seines Rekordhochs

Auch Nickel wurde in den vergangenen Monaten deutlich teurer. Im Unterschied zu Kupfer ist es zwar mit 25.780 Dollar je Tonne noch deutlich von dem im Mai 2007 erreichten Rekordniveau von 51.600 Dollar je Tonne entfernt. Der Trend zeigt jedoch ebenso wie bei den anderen beiden Rohstoffkontrakten nach oben, obwohl die betreffenden Märkte angesichts gut gefüllter Lager gut versorgt sind. Grundsätzlich scheint es aus fundamentaler Sicht keine Gründe für Marktteilnehmer zu geben, Knappheitspreise zu zahlen.

Allerdings werden diese Märkte seit der in den vergangenen Jahren aufgekommenen Rohstoffeuphorie unter Anlegern nur noch bedingt von der Nachfrage aus der Industrie bestimmt, sondern eben auch von Wetten auf die künftige Preisentwicklung. Anleger werden angesichts tiefer Zinsen und Renditen förmlich zu Investitionen in jene Bereichen gezwungen, die aufgrund von Angebotsrigiditäten Hoffnung auf höhere Erträge oder steigende Preise machen.

Das führt zu einer Eigendynamik: Wird durch den Zufluss von Geldern in vergleichsweise enge Märkte erst einmal ein Preistrend etabliert, so zieht dies weiteres Geld an, das den Trend verstärkt. Aus diesem Grund können diese länger laufen als angesichts der fundamentalen Lage zu erwarten wäre. Hohe Preise führen wieder zu Folgeeffekten, die sich in Form von Ausweichreaktionen oder auch von zunehmenden Inflationsraten zeigen.

Monetäre Bremsspuren können Rohstoffmärkte abkühlen

Allerdings sind solche Trends stark vom monetären und auch vom konjunkturellen Umfeld abhängig. Sollte die Konjunktur nachlassen - etwa nachdem die Stimulationseffekte ausgelaufen sind - oder sollten die Zentralbanken die monetären Rahmenbedingungen verengen, kann der Preisauftrieb zu einem abrupten Ende kommen. Sobald kein neues Gelder mehr nachkommt, nimmt die Dynamik ab und zwingt immer mehr Anleger zu Gewinnmitnahmen. Plötzlich kann diese sich umkehren und zu einer ähnlichen Korrektur führen, wie sie im Rahmen der vorangegangenen Liquiditätskrise zu beobachten war.

Daher kann kaum verwundern, dass gerade die Energie- und Rohstoffmärkte sehr sensibel auf alle Daten reagieren, die auf ein Ende der luxuriösen geldpolitischen Rahmenbedingungen hindeuten. Genau das scheint nach jüngsten Daten in China der Fall zu sein. Nach den am Montag veröffentlichten Daten kühlt sich die Kreditvergabe deutlich ab, während die Wachstumsrate der Geldmenge M2 merklich zurückgeht. Zudem scheinen chinesische Regulierungsbehörden gegen die Häufung schlechter Kredite, inflationäre Entwicklungen und nicht zuletzt die Entstehung von Vermögenspreisblasen vorgehen zu wollen. Das würde schon genügen, um die stark liquiditätsbestimmten Energie- und Rohstoffmärkte abzukühlen.

Sollten auch die westlichen Zentralbanken ihre außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen auslaufen lassen oder einschränken, könnte dies die Wirkung verstärken. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die erhitzten Märkte mit der notwendigen Vorsicht zu betrachten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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