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Rohstoffmärkte China verunsichert die Anleger

29.01.2010 ·  China strafft die Geldpolitik und heizt Spekulationen an, dass die Nachfrage nach Rohstoffen sinke. Zudem drückt der starke Dollar auf die Preise von Industriemetallen und Gold. Die erfolgsverwöhnten Rohstoffanleger sind besorgt.

Von Tim Höfinghoff
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Das Bestreben Chinas, die Konjunktur im eigenen Land nicht zu überhitzen und daher die Geldpolitik zu straffen, hat an den Rohstoffmärkten zu einer Verunsicherung der Anleger geführt. Sinkende Preise für viele Rohstoffe sind die Folge. Der Preisdruck wird noch von der Furcht der Investoren verstärkt, dass China weniger Rohstoffe verbrauchen könnte, weil sich die Wirtschaftsaktivität verlangsamt. „Setzt sich die Straffung der Geldpolitik in China fort, wird sich das dämpfend auf die meisten Rohstoffmärkte auswirken“, sagt Rohstoffexpertin Christine Schweikert von der BHF-Bank.

Die chinesische Zentralbank hat die Mindestreserve-Anforderungen für Banken angehoben, um die gewaltige Liquidität zurückzufahren. Die Folge ist, dass die Banken weniger Geld für die Kreditvergabe haben. Das Land hat mit seinem rasanten Wachstum und seinen hohen Rohstoffimporten bisher dafür gesorgt, dass die Preise vieler Rohstoffe deutlich zugelegt haben. China ist zum Beispiel zum größten Eisenerzimporteur der Welt aufgestiegen.

Öl und Industriemetalle auf dem Rückzug

Zwar wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds an der Spitze des weltweiten Wirtschaftswachstums auch dieses Jahr China stehen. Doch Rohstoffanleger sind besorgt, dass die rasanten Preisanstiege erst mal vorbei sind. So haben sich in den vergangenen Tagen viele Rohstoffe deutlich verbilligt. Der Ölpreis sank auf ein Fünfwochentief. Er notierte am Freitag aber wieder etwas höher und kostete rund 73,50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Auch Metallpreise sind unter Druck. Die Preise für Zink und Blei sind auf ein Zwei- und ein Viermonatstief gesunken. Auch der Kupferpreis fiel weiter; eine Tonne kostet nun 7040 Dollar. China ist der größte Kupferverbraucher. Der Kupferpreis hatte sich 2009 verdoppelt.

Agrarrohstoffe werden empfohlen

Nicht nur China bereitet den Rohstoffanlegern Sorgen. Hinzu kommt, dass Amerikas Präsident Obama angekündigt hat, die Größe von Banken und den Eigenhandel zu beschränken. Für viele Finanzinstitute war der Handel mit Rohstoffen bisher ein sehr lukratives Geschäft. Nun sind viele Rohstoffinvestoren nervös. Derweil machen Hedge-Fonds wegen der zuvor hohen Preise jetzt Kasse. Zudem belastet die Stärke des Dollar die Rohstoffpreise. Steigt der Wert der amerikanischen Währung, investieren Anleger in der Regel weniger in Rohstoffe. So drückt der starke Dollarkurs auch den Goldpreis. Gold notierte am Donnerstag mit 1093 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Privatanleger können an der Wertentwicklung im Rohstoffmarkt teilhaben, indem sie ETCs (Exchange Traded Commodities) kaufen. Eine andere Möglichkeit sind Rohstofffonds vgl. Banken forcieren das Rohstoffgeschäft). Rohstoffexpertin Schweikert ist kritisch, was die weitere Preisentwicklung angeht: „Das Aufwärtspotential für Rohstoffe ist begrenzt“, sagt sie. „Die Rückführung der ultraexpansiven Geldpolitik und die stärkere Regulierung darf man nicht unterschätzen.“

Bei Agrarrohstoffen sind manche Analysten jedoch der Meinung, dass die Preise eher steigen dürften: „Die verbesserten Aussichten für die Weltwirtschaft sollten die Nachfrage nach Agrarrohstoffen beleben, nachdem sich diese bereits in der Krise gegenüber der Situation bei anderen Rohstoffen als vergleichsweise robust erwiesen hat“, heißt es in einem Bericht der Commerzbank. Auch Manfred Wolter, Rohstoffexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sagt: „Zwar stehen die Notierungen für Getreide dieses Jahr unter Druck, weil die Ernten sehr gut waren. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es weitere Rekordernten geben wird, ist gering.“ Daher erwartet Wolter höhere Preise zum Beispiel für Weizen und Mais.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Wirtschaft.

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