05.02.2007 · Nach einem fulminanten Höhenflug kam der Zinkpreis in den vergangenen Wochen kräftig unter die Räder. Indexanpassungen und Gerüchte um die Schieflage eines Fonds dürften ebenso dazu beigetragen haben wie die verbesserte Versorgungslage.
Nach einem fulminanten Höhenflug von 1.178 Dollar je Tonne im Juli des Jahres 2005 bis auf 4.515 Dollar je Tonne im November des vergangenen Jahres kam der Zinkpreis in den vergangenen Wochen kräftig unter die Räder.
Inzwischen liegt er rund 30 Prozent unter dem Hoch, alleine in der vergangenen Woche ging es bei vergleichsweise hohen Handelsvolumina um rund 15 Prozent nach unten. Am Montag kann sich der Preis zwar mit einem Plus von 2,5 Prozent auf tieferem Niveau leicht erholen, fragt sich nur, wie weit.
Markt nicht so eng, wie manche Marktteilnehmer eine gewisse Zeit lang unterstellt haben
Analysten wie Adam Rowley von der Macquarie Bank rechnen zwar grundsätzlich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres mit einer anhaltend angespannten Versorgungslage. Allerdings sei der Markt nicht so eng, wie manche Marktteilnehmer eine gewisse Zeit lang unterstellt hätten. Rowley geht nicht davon aus, dass der Preis die in den vergangenen Monaten markierten Hochs in den kommenden Monaten wieder erreichen wird.
Es dürfte im Moment genügend Gründe für eine gewisse Skepsis für eine deutliche Preisdynamik nach oben geben. So haben sich in den vergangenen Wochen einerseits die Lagerbestände an den Terminmärkten auf tiefem Niveau stabilisiert und im kurzfristigen Trend sogar leicht zugelegt.
Gleichzeitig ist China nach mehreren Monaten mit zum Teil deutlichen Nettoimporten im November und Dezember wieder zu einem Nettoexporteur von raffiniertem Zink von knapp 40.000 Tonnen Zink in beiden Monaten geworden. Im gesamten Jahr 2006 exportierte das Land rund 6.000 Tonnen, während es im Jahr 2005 noch 270.000 Tonnen netto importiert hatte. Auch wenn man unterstellen mag, China hätte auf diese Weise von den außerordentlich hohen Preisen profitieren wollen, so ging auf der anderen Seite die Nachfrage in den letzen vier Monaten des vergangenen Jahres zurück.
Gute Versorgung des Marktes mit Zinkkonzentraten
Auch Zinkförderungs- und -verarbeitungsunternehmen sind nicht sonderlich optimistisch. Der Markt für Zinkkonzentrate sei im laufenden Jahr weniger angespannt als im vergangenen, erläuterte das australische Unternehmen Zinifex seine Einschätzung. Die Produktion von Zinkkonzentraten werde im laufenden Jahr um etwa eine Million Tonnen zunehmen und zu einer Überversorgung in diesem Bereich führen. Ob das auch für raffiniertes Zink gilt, hängt nach Rowleys Einschätzung im wesentlichen davon ab, ob chinesische Raffinieren noch Kapazitäten frei haben und einsetzen, da westliche Schmelzen weitgehend ausgelastet seien.
Konjunkturelle Indikatoren deuten auf eine nachlassen Nachfrage nach Zink in den kommenden Monaten hin. Immerhin drehen die so genannten Einkaufsmanagerindikatoren sowohl in Europa, Asien und auch in den Vereinigen Staaten nach unten. So dürften auch von dieser Seite keine allzu großen Preisimpulse nach oben zu erwarten sein.
Insgesamt mag sich der Zinkpreis nach dem Auslaufen von Effekten, die von Indexumstellungen und Gerüchten um die mögliche Schieflage eines Hedge-Fonds ausgingen, sich kurzfristig möglicherweise ein Stück weit von den jüngsten Rückschlägen erholen. Mittelfristig dürfte jedoch das Preispotential gedämpft bleiben, da das Angebot zunimmt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |