17.10.2006 · Nach einer gewissen Konsolidierung auf hohem Niveau hat der Zinkpreis ein neues Rekordhoch von 3.960 Dollar je Tonne erreicht. Abnehmende Lagerbestände werden verantwortlich gemacht. Manches deutet auf eine spekulative Bewegung hin.
In den vergangenen Wochen kam es nach der Euphorie der Monate zuvor zwar bei vielen Rohstoffen zu zum Teil ausgeprägten Korrekturbewegungen. Allerdings nicht überall. Denn einzelne Metallpreise hielten in dieser Phase nicht nur ihr erreichtes Niveau, sondern erreichten in den vergangenen Tagen sogar ein neues Allzeithoch.
Zum Beispiel Zink. Dieser Rohstoff erreichte am Montag mit einem Plus von 4,7 Prozent auf 3.988 Dollar je Tonne einen neuen Rekordwert. Hintergrund sind die zumindest kurzfristig anhaltenden Sorgen über die Angebotssicherheit, da die Lagerbestände immer knapper werden.
Niedrige, abnehmende Lagerbestände an den Terminbörsen
So liegen in den Lagern der London Metal Exchange gerade noch 127.400 Tonnen Zink. Das ist der niedrigste Stand seit Jahren. Er würde gerade einmal dazu reichen, den Weltbedarf für etwa fünf Tage zu decken, haben die Rohstoffanalysten der Société Générale kürzlich errechnet. Das dürfte dann gelten, wenn man die Lagebestände der Terminbörsen tatsächlich für bare Münze nehmen könnte.
Ein Blick auf ihre Entwicklung macht jedoch deutlich, daß sie in den vergangenen Monaten deutlich abgenommen haben. Gleichzeitig zeigt eine Analyse von Macquarie Research, daß in jüngster Zeit vor allem Fondsanleger „bullish“ für Zink geworden sind. Allen voran in Europa haben die Prämien auf physisches Zink in den vergangenen Tagen massiv zugenommen und bis zu 350 Dollar je Tonne Zink erreicht.
Das deute einerseits auf eine physische Knappheit hin, erläuterten sie die Entwicklung. Auf der anderen Seite versicherten Stahlhersteller auf Nachfrage, daß sie keine Lagerbestände in ihren Galvanisierungswerken aufbauten. Das deutete zusammen mit der Tatsache, daß der Zinkpreis in den vergangenen Wochen nicht deutlicher nachgegeben habe, auf eine wieder dynamischer werdende Nachfrage von Anlegern aus spekulativem Interesse hin. Obwohl es gewisse Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage in den Vereinigten Staaten gebe, sei Zink wohl das Metall der Wahl, das man im Moment als Anleger haben müsse.
Hohe Volatilität - Terminkurve zeigt nach unten
Fragt sich nur wie lange. Denn sollte sich die amerikanische Konjunktur deutlicher abschwächen und indirekt auch die Weltkonjunktur bremsen, dürften auch in diesem Bereich Korrekturen kaum überraschen. Die Preise von Rohstoffen sind volatil. Die kurzfristige Volatilität von Zink liegt zwischen 40 und 50 Prozent und ist selbst sehr volatil. Das heißt, derivative Produkte, bei denen die Volatilität bei der Bewertung eine Rolle spielt, können sehr teuer werden und sich rasch und stark bewegen.
Wie knapp die gegenwärtige Versorgung am Zinkmarkt auch immer sein mag, langfristig rechnen die Marktteilnehmer mit einer Entspannung. Denn die Terminpreise liegen deutlich unter den sogenannten Spotpreisen, also jenen, die für einen Kauf bei rascher Lieferung gezahlt werden. Genau diese Struktur macht das Metall jedoch möglicherweise interessant für Spekulanten. Denn beim zeitlichen Wechsel von einem auslaufenden Kontrakt zum nächsten können sie sogenannte Rollgewinne erzielen. Genau diese machen neben den Zinseinnahmen einen großen Teil der Rendite von Rohstoff-Total-Return-Indizes aus.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |