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Rohstoffe Wetterkapriolen: O-Saft fällt durch - Weizen steigt

20.04.2007 ·  Der Terminkontrakt auf Orangensaft ist in den vergangenen Tagen unter den Aufwärtstrend gefallen, während jener auf Weizen den Abwärtstrend überwunden hat. Bei beiden Kontrakten spielt die Spekulation auf das Wetter eine Rolle.

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Nach einem eindrucksvollen Aufwärtstrend, der von einem Preis von 54,65 Cents je Pfund im Mai des Jahres 2004 bis auf 208,15 Cents im Dezember des vergangenen Jahres führte, ist der Preis für Orangensaft nach einer kurzen Topbildung in den vergangenen Tagen eingebrochen und inzwischen unter den Aufwärtstrend gefallen.

Alleine am Donnerstag ging es bei vergleichsweise hohen Volumina um 5,4 Prozent nach unten auf zuletzt 155,6 Cents. Damit liegt der Preis inzwischen etwas mehr als 25 Prozent unter dem noch vor wenigen Wochen erreichten Hoch und auf dem tiefsten Stand seit Juli des vergangenen Jahres.

Verbesserte Wetterbedingungen für Orangen in Florida ...

Hinter dieser Entwicklung stehen einerseits Spekulationen, die Zitrusernte in Florida könnte auf Basis verbesserter Wetterbedingungen in Florida besser ausfallen als zunächst befürchtet. Noch am zehnten April hatte das amerikanische Department of Agriculture (USDA) die Prognose für das Erntejahr 2006/07 im Vergleich mit der Märzprognose um ein Prozent nach unten genommen auf 7,36 Millionen Tonnen. Das galt auch für die Prognose für Florida allein, wo die Behörde von einer Ernte von 131 Millionen Boxen oder 5,88 Millionen Tonnen ausging. Damit läge die Ernte rund zwölf Prozent unter jener des Vorjahres.

Inzwischen waren in Florida nicht nur die Temperaturen vergleichsweise vernünftig, sonder die Regenfälle im April waren üppiger als in normalen Jahren. Florida ist das Hauptanbaugebiet von Orangen in den Vereinigten Staaten. Allerdings spielt nicht nur die Spekulation auf eine bessere Ernte eine Rolle. Sondern die hohen Preise für Orangen hatten die Hersteller von weiterverarbeiteten Produkten zu Preiserhöhungen gezwungen. Diese wiederum führten vor allem bei Säften zu nachlassender Nachfrage.

Insgesamt dürfte der Preis für Orangensaft kurzfristig alleine schon aufgrund der charttechnischen Lage wenig Phantasie bieten. Allerdings kann sich die Lage in den kommenden Wochen rasch wieder ändern. Denn spätestens dann, wenn Marktteilnehmer ihren Blick auf die im Sommer anstehende Hurrikan-Saison werfen, dürfte der Preis wieder nach oben laufen können. Vor allem dann, wenn größere Stürme aufkommen und in Richtung der Anbaugebiete in Florida driften sollten. Immerhin haben solche Ereignisse schon in den Jahren 2004 und 2005 zum Preisauftrieb bei Orangensaft geführt.

... Sorgen über die Kälte bei Weizenanbauern

Während der Markt bei der Orangenernte zumindest kurzfristig auf eine vorteilhafte Wetterentwicklung spekuliert, ist beim Weizen und auch beim Mais gerade das Gegenteil der Fall. Denn hatte der Weizenpreis an den Terminbörsen nach einem Rekordhoch von 542,5 Cents je Bushel im Oktober des vergangenen Jahres bis auf 419 Cents noch Anfang April nachgegeben, so ist er ein den vergangenen Tagen mit deutlichen Preissteigerungen wieder über den mittelfristigen Abwärts- und Korrekturtrend gestiegen.

Hintergrund war die ungewöhnliche Kälte in manchen Anbaugebieten in den Vereinigten Staaten. Die Ernte von amerikanischen Winterweizen könnte aus diesem Grund fallen, obwohl die Anbauflächen nach jüngsten Angabnd er USDA aufgrund der hohen Preise deutlich ausgedehnt wurden, denken nun einzelne Experten. Auch die anhaltende Trockenheit in Australien kann zu denken geben. Gleichzeitig scheint die Wahrscheinlichkeit nicht allzu hoch zu sein, dass in Europa neue Rekordernten eingefahren werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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