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Rohstoffe Weizenpreis auf Elfjahreshoch

12.06.2007 ·  Nach einer Konsolidierung hat der Weizenpreis ein Elf-Jahreshoch erreicht. Die globale Weizenernte dürfte unter der nachgefragten Menge liegen. Die Lagerbestände werden wahrscheinlich auf das tiefste Niveau seit 30 Jahren fallen.

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Die Preise im Rohstoffbereich sind in den vergangenen Monaten nach einer Jahrzehnte langen Stagnation kräftig im Bewegung geraten. Das gilt auch für agrarische Rohstoffe in Form der verschiedenen Getreidearten.

So ist auch der Weizenpreis in den vergangenen Monaten deutlich nach oben gelaufen. Mit einem Plus von 0,5 Prozent auf zuletzt 558,75 Cents je Scheffel erreicht er am Dienstag am Chicago Board of Trade in Chicago nach einer mehrwöchigen Zwischenkonsolidierung ein neues Elfjahreshoch. Schon am Montag hatte der generische Kontrakt 5,4 Prozent zugelegt und damit eine technische Widerstandszone nach oben überwunden.

Weizenernte dürfte unter der Nachfrage liegen

Hintergrund dieser Entwicklung sind aus kurzfristiger Sicht problematische Wetterbedingungen in den Vereinigten Staaten. Dort verzögern heftige Regenfälle nicht nur die Ernte, sondern sie mindern auch die Erträge. In den vergangenen Tagen konnten erst rund fünf Prozent der Winterweizenbestände gedroschen werden, während in normalen Jahren um diese Zeit im langjährigen Durchschnitt schon zehn Prozent geerntet sind. Allerdings sind deutlichere Schwankungen nicht außergewöhnlich. Das zeigt sich daran, dass im vergangenen Jahr zu dieser Jahreszeit schon rund 17 Prozent der Ernte eingefahren werden konnte.

Auf der anderen Seite ist der Markt aufgrund der längerfristigen Perspektive nervös. Denn sie zeichnet sich dadurch aus, dass die erwarteten Lagerbestände im Vergleich mit dem Verbrauch sich auf dem tiefsten Stand seit 30 Jahren befinden. Gleichzeitig geht der International Grains Council in seiner jüngsten Marktprognose davon aus, dass die Ernte im laufenden Jahr 2006/07 mit 621 Millionen Tonnen leicht unter der voraussichtlichen Nachfrage von 624 Millionen Tonnen liegen wird.

Ein trockener Frühling habe die Ernteerwartungen in der Europäischen Union und in Marokko eingetrübt, während sich die Erträge in Australien aufgrund der dortigen Regenfälle von den Ausfällen der vergangenen Jahre erholen dürften. Aber nicht nur in Europa und Marokko gibt es bedenken mit der Erntemenge im laufenden Jahr, sondern auch in der ehemaligen „Kornkammer“ Ukraine und in Russland. Auf dieser Basis geht das United States Department of Agriculture (USDA) davon aus, dass die Weltweizenbestände zum Ende der Jahre 2007/08 noch bei 112 Millionen Tonnen liegen werden. Das wäre definitiv der niedrigste Stand seit 30 Jahren.

Lagerbestände auf tiefstem Niveau seit Jahrzehnten

Mit einer Schätzung von 115 Millionen Tonnen kommt der International Grains Council auf einen ähnlichen Wert. Von dieser Menge würden etwas weniger als 34 Millionen Tonnen in den fünf wichtigsten Exportstaaten gehortet werden. Neben den historisch tiefen Lagerbeständen dürften auch andere Faktoren zu einem möglichen Preisauftrieb beitragen. Dazu zählt die Tatsache, dass sich einerseits sowohl Produktion als auch Konsum auf Rekordniveau befinden. Auf der anderen Seite dürfte der technologische Fortschritt, der in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zu einem starken Produktivitätsschub geführt hatte, immer mehr ausgereizt sein.

Gleichzeitig dürfte die Nachfrage weiter zulegen. Denn der weltweit zunehmende Wohlstand führt zu veränderten Ernährungsgewohnheiten und damit direkt oder indirekt - über den zunehmenden Fleischkonsum - zu einer steigenden Nachfrage. Gleichzeitig sorgt auch die hoch subventionierte, dabei aufgrund der Energiebilanz stark umstrittene Produktion von alternativen Energien auf den Äckern für Flächenkonkurrenz. Aus diesem Grund dürfte der längerfristige Preistrend beim Weizen nach oben zeigen. Kurzfristig sind jedoch Konsolidierungsbewegungen jederzeit denkbar.

Für spekulative Anleger gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf die Entwicklung zu setzen: Weizen-Optionsscheine und Zertifikate

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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