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Rohstoffe Vorsicht, das Diamant-Fieber greift um sich

07.08.2006 ·  Erst die Edel- und Industriemetalle und nun die Diamanten. Nach den deutlichen Preiszuwächsen bei Metallen scheint die Phantasie der Anleger auf Diamanten überzugehen. Eine gesunde Portion Skepsis scheint aber angebracht zu sein.

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Erst die Edel- und Industriemetalle und nun die Diamanten. Nach den deutlichen Preiszuwächsen bei Metallen wie Kupfer, Nickel, Zink und Gold und Kursgewinnen bei vieln der entsprechenden Förder- und Verarbeitungsunternehmen scheint nun die Phantasie der Anleger auf die Diamanten überzugehen.

Denn glaubt man jenen Rohstoffexperten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert werden, sind Diamanten das Investment der kommenden Jahre. Denn nach 25 Jahren gehe erstmals die Produktion zurück. James Picton, Diamanten-Analyst bei W.H. Ireland in Manchester, rechnet damit, daß bis im Jahr 2015 weltweit zwei Prozent weniger Diamanten gefördert werden als heute. Der Grund: Trotz Investitionen in neue und alte Minen ließen sich immer schwerer profitable Lagerstätten finden.

Nachlassendes Angebot bei zunehmender Diamant-Nachfrage?

Dazu komme bei nachlassendem Angebot eine steigende Nachfrage, unter anderem aus den Boom-Nationen China und Indien. Allein nach China gingen heute doppelt so viele Diamanten wie im Jahr 2001, und im laufenden Jahr dürfte der Bedarf 20 Prozent steigen, heißt es weiter. Die globale Nachfrage werde bis in Jahr 2015 jährlich um sechs Prozent auf 23 Milliarden Dollar zulegen, schätzt Picton. Im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 1,2 Milliarden Rohdiamanten im Gewicht von 160 Millionen Karat mit einem Gesamtwert von 13,4 Milliarden Dollar gefördert, heißt es. Der Durchschnittspreis lag bei 84 Dollar je Karat.

Allerdings gab es nach Information von Dr. Heinz Malzahn unter www.rohdiamant.de schon in den frühen 70er Jahren Prognosen über ein mögliches Versiegen der Diamantquellen. Die jährlichen Steigerungsraten aber entwickelten sich trotzdem exponentiell. Betrug die Förderung im Jahr 1920 nur drei Millionen Karat, so war sie Anfang der 70er Jahre bereits auf 45 Millionen angestiegen.

„Man unterschätzte das Potential der damals schon bebauten Diamantfelder von Sibirien sowie den Reichtum der gerade neu aufgeschlossenen Vorkommen in Australien. Heute kommen allein aus den Gruben von Sakha in Jakutien und aus Australien jährlich 55 Millionen Karat und damit fast die Hälfte der auf rund 120 Millionen Karat gestiegenen Weltproduktion“, heißt es weiter. Im Gegensatz zur Einschätzung in den 70ern sei die Prognose über die Reserven zu Beginn des neuen Jahrtausends überaus positiv. Völlig neue Produktions- und Perspektivgebiete entstanden in Nordosteuropa - Rußland, Karelien, Finnland - und in Kanada. Auch die Produktion von synthetischen Industriediamanten spielt eine Rolle.

„Prognostiker“ lagen auch früher schon falsch - Vorsicht bei „tollen Renditeaussichten“

Die Diamantpreise steigen zwar langfristig, allerdings bisher nicht exorbitant. Auf dieser Basis scheinen ambitionierte Erwartungen nicht berechtigt zu sein. Im Gegenteil: Anleger die mit „tollen Renditeaussichten“ geködert werden, sollten sich skeptisch zeigen. Immerhin entstehen in Deutschland nach Informationen der Polizei durch unseriöse Anlageangebote Schäden in Milliardenhöhe. Zum Beispiel mit Edelsteinen.

Dabei „werden Diamanten und Rohdiamanten auf dem Weltmarkt nur unter Experten gehandelt und sind als Kapitalanlage für Privatanleger nicht geeignet. In Deutschland gibt es für Kleinanleger keinen Markt“, heißt es weiter. Nur Diamantenexperten verfügten über das notwendige Know-how zur Preisbestimmung und könnten Abweichungen und Fehler in punkto Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff feststellen. Unseriöse Angebote zeichnen sich unter anderem aus durch die telefonische Ansprache, Zertifikate und amtliche Bescheinigungen, die angeblich die Qualität der Steine beweise und Rückkaufgarantien, die später nicht eingehalten werden.

Die einfachste und sicherste Weise in Edelsteine zu investieren, scheinen daher Aktien von Diamantenproduzenten zu sein. Aber auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Denn der Anleger legt sich mit dem Kauf der Papiere das operative Risiko der Unternehmen ins Depot. Ein Blick auf die Kursentwicklung der Papiere zeigt, daß einige in den vergangenen Monaten zum Teil massive Kursgewinne von bis zu 400 Prozent auf Jahressicht verbuchen konnten. Andere dagegen gerieten massiv unter die Räder.

Operativ erzielt nur eine Minderheit einen positiven Cashflow. Das heißt, sie verbrennen Geld und sind damit bis auf weiteres spekulativ. Die Aktie der kanadischen Aber Diamond Corporation scheint aufgrund des Chartbildes, der Dividende und auch der Bewertung eine der vernünftigsten zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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