24.03.2006 · Im Rahmen steigender Rohstoffpreise hat in den vergangenen Monaten auch der Uranpreis deutlich angezogen und die Aktien der damit befaßten Unternehmen beflügelt. Günstig sind sie allerdings trotz des Angebotsdefizits nicht mehr.
Die Preisentwicklung bei den Rohstoffen in den vergangenen Monaten sorgte für genügend Schlagzeilen. Die Argumente, die sie begründen sind inzwischen schon zu genüge ausgebreitet worden.
So sei es die rasch zunehmende Nachfrage aus rasch wachsenden Ländern mit einem riesigen Nachholbedarf im Infrastukturbereich wie China, Indien oder auch Vietnam. Sie treffe auf einen Sektor, in dem in den vergangenen Jahrzehnten die Investitionen aufgrund der lange Zeit im Trend fallenden Preise stark vernachlässigt worden seien. Beides zusammen hielte nun die Preise direkt und auch indirekt - die nun wieder anlaufenden Investitionen treiben die Produktionskosten nach oben - auf einem erhöhten Niveau.
Kernkraft als Alternative zu konventionellen Energiequellen
Grundsätzlich scheinen längerfristig weitere Preissteigerungen nicht ausgeschlossen zu sein, da eine zunehmende Industrialisierung in der Vergangenheit immer zu einem zunehmenden Verbrauch von Rohstoffen geführt hat. Bezieht man die absoluten Bevölkerungsgrößen von China und Indien in diese Überlegungen mit ein, so wird diese Logik offensichtlich.
Auf der anderen Seite sind solche Hochrechnungen immer gefährlich. Denn Substitutions- und Spareffekte und entsprechende Möglichkeiten wurden schon der in der Vergangenheit recht häufig unterschätzt. So stellt sich beispielsweise beim Ölverbrauch nur die Frage, wie lange es braucht, um die Ölsandvorkommen in Kanada oder andere alternative Energiequellen zu erschließen. Beim erreichten Preisniveau sind solche Energieträger und viele andere wie Wind-, Solar- oder Bioenergie wirtschaftlich geworden.
Eine Alternative zur Energiegewinnung scheint auch die Atomkraft zu sein. Mag sie noch so umstritten sein - bei Wirtschaftlichkeitsrechnungen werden oft die Kosten der umstrittenen Entsorgungswege ignoriert - so läßt sich doch zumindest bei einem unfallfreien Betrieb die Emission von Kohlestoffen und der Verbrauch von endlichen fossilen Brennstoffen vermeiden. Aus diesem Grund wollen manche Staaten verstärkt in diese Technologie - natürlich in moderner Form - investieren.
Allerdings scheint es auch hier zumindest kurzfristig aufgrund lange Zeit vernachlässigter Investitionen zu Versorgungsengpässen in der Brennstoffversorgung zu kommen. Eine Statistik der World Nuclear Association zeigt, daß in den vergangenen Jahren weniger Uran gefördert als verbraucht wurde. Um auf die angespannte Marktsituation zu reagieren, greifen die Uranverbraucher auf Lagerbestände zurück und ersetzen sie nicht. So dürfte es kaum verwundern, daß auch hier der Preis in den vergangenen Monaten deutlich angezogen hat. In den vergangenen zwölf Monaten kletterte der Uranpreis um 85 Prozent auf bis 40,25 Dollar je Pound oder etwa 454 Gramm.
Angebotsdefizit bei zunehmender Nachfrage
Die Erschließung neuer Uran-Minen in Südafrika und Kasachstan wird den Engpaß bei dem radioaktiven Metall in den nächsten drei Jahren nicht entschärfen, so die World Nuclear Association. Unternehmen wie die kanadische SXR Uranium One und UrAsia Energy planen zwar neue Bergwerke, „das Erschließen neuer Minen braucht jedoch Zeit“, sagte Steve Kidd, Direktor für Strategie und Forschung bei dem Branchenverband, in einem Interview mit Bloomberg News. „Die Primärproduktion von Uran wird über die nächsten zehn bis 15 Jahre steigen müssen“, so Kidd.
„Bisher hat für die Unternehmen der finanzielle Anreiz gefehlt, mit der Erschließung neuer Bergwerke loszulegen - doch mit dem aktuellen Preisanstieg haben sie jeden Grund dafür.“ Rio Tinto, der weltweit drittgrößte Bergbaukonzern, hat im Dezember Pläne verworfen, seine namibische Uran-Mine Rossing dichtzumachen. Er investiert statt dessen 112 Millionen Dollar, um die Förderdauer an dem Standort um sieben Jahre zu verlängern.
Auf Basis dieser Entwicklung dürfte es kaum verwundern, daß die Aktien von SXR Uranium One, UrAsia Energy oder auch Cameco in den vergangenen Jahren deutliche Kursgewinne verbuchen konnten. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 75 und 43 und von 40 und 25 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Aktien von UrAsia Energy und Cameco längst keine Schnäppchen mehr, bei SXR Uranium One läßt sich das mangels Daten und Analystenschätzungen kaum beurteilen. Entsprechend spekulativ sind die Werte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |