02.12.2009 · Die Preise von Palladium, Silber und Gold haben in den vergangenen Monaten an den amerikanischen Terminbörsen am deutlichsten und am konsistentesten zugelegt. Die Märkte befänden sich fest in der Hand spekulativer Finanzanleger, heißt es.
Der Preisauftrieb bei Edelmetallen ist unverkennbar. Der Blick auf die Entwicklung im Rohstoffbereich zeigt, dass die Preise von Palladium, Silber und Gold in den vergangenen Monaten an den amerikanischen Terminbörsen neben anderen, leicht beeinflussbaren Kontrakten wie mageren Schweinen oder Elektrizität am deutlichsten und am konsistentesten zugelegt haben.
Der Preis von Palladium ist auf Sicht eines Monats zumindest in Dollar um knapp 20 Prozent gestiegen, der von Silber um 17 Prozent und jener von Gold um knapp 15 Prozent. Nach dem Auftrieb vom Februar bis Mitte Oktober scheint dagegen der Ölpreis knapp unter 80 Dollar je Fass der Sorte WTI zu stagnieren, während sich bei Nickel und Kaffee klare Konsolidierungen abzeichnen.
Goldpreis - von Rekord zu Rekord
Der Goldpreis markierte am Mittwochmorgen mit 1.217,23 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Selbst in Euro ist der Preis inzwischen charttechnisch nach oben ausgebrochen und erzielte mit knapp 806 Euro je Feinunze ebenfalls einAllzeithoch. Eine Analyse des auf Edelmetalle spezialisierten Researchunternehmens GFMS zeigt, dass die Goldproduzenten ihre Goldrückkäufe im dritten Quartal intensiviert und 3,18 Millionen Unzen (99 Tonnen) zurückgekauft haben. Per Ende September stand das „globale Hedge-Buch“ noch bei 11,55 Millionen Unzen. Am Dienstag hat der weltweit größte Goldproduzent, Barrick Gold, bekannt gegeben, seine Goldrückkäufe vorzeitig abgeschlossen zu haben. Seit Anfang September hat das Unternehmen rund 2,9 Millionen Unzen Gold zurückgekauft.
Das heißt, neben dem allgemeinen Interesse von privaten und institutionellen Anlegern, das von extrem expansiven Geldpolitiken der Zentralbanken und einem schwachen Dollar ausgeht, an Gold haben auch die Goldförderer durch den Rückkauf von in der Vergangenheit per Termin verkauften Positionen zum jüngsten Preisauftrieb beigetragen. Da jedoch die Anzahl der noch ausstehenden Absicherungskontrakte immer geringer wird, fehlt dem Goldpreis künftig möglicherweise einer der nach oben treibenden Faktoren. Zumindest dann, wenn das Interesse der Anleger abnehmen sollte. Damit wäre jedoch nur dann zu rechnen, wenn die Zentralbanken überraschenderweise restriktiver werden sollten als bisher erwartet.
Fundamentaldaten spielen derzeit kaum eine Rolle
Tatsächlich geht der Preisauftrieb bei vielen Rohstoffen eher von spekulativen Interessen als von der realen Nachfrage aus. Das zeigt sich am Beispiel von Öl. Der Ölpreis werde derzeit stärker von externen Faktoren wie dem zunehmenden Risikoappetit getrieben als von den negativen Fundamentaldaten, erklären viele Analysten. Schwache Margen im Raffineriebereich seien ein deutliches Zeichen für eine schwache physische Nachfrage, erklären beispielsweise die Experten der Société Générale.
Die fehlende Nachfrage werde jedoch durch die Anleger kompensiert. Nach Einschätzung von EPFR Global haben die Rohstofffonds die zweite Woche in Folge über eine Milliarde Dollar angelockt. So lange der Dollar schwach, die Zinsen tief, die Risikoaversion gering und die Entwicklung an den Aktienmärkten freundlich blieben, bleibe die Preisentwicklung im Rohstoffbereich weitgehend robust, heißt es. Fundamentaldaten spielten derzeit kaum eine Rolle, da sich viele Märkte fest in der Hand spekulativer Finanzanleger befinde. Entsprechend groß sind allerdings auch die Risiken, sollten Marktteilnehmer rasch aus den engen Märkten aussteigen wollen.
Wo sitzen die Spekulanten ?
resi mayer (kimwales)
- 02.12.2009, 18:02 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |