16.02.2006 · Der Goldpreis hatte bis vor kurzem einen phänomenalen Lauf. Nun deutet sich aus technischer Sicht allerdings eine Korrektur an. Auch wenn es mittel- und langfristig viele Gründe für einen steigenden Preis geben mag.
Anziehende Preise bei Rohstoffen haben in den vergangenen Monaten zunehmende Aufmerksamkeit erregt und offensichtlich auch immer mehr Anlegegelder angezogen. Das dürfte dazu beigetragen haben, daß sich die etablierten Aufwärtstrends nicht nur fortsetzten, sondern in den vergangenen Wochen vor den jüngsten Korrekturen zunächst eine ausgeprägte Eigendynamik nach oben entwickelten.
Das zeigte sich insbesondere beim Gold, das Anfang Februar an der COMEX Kurse von bis zu 579,5 Dollar je Feinunze erreicht hatte. In den vergangenen Wochen war der Preis des gelben Metalls nicht nur in Dollar, sondern auch in Euro und anderen Währungen aus den vorherigen Trendkanälen nach oben ausgebrochen.
Fundamentale Gründe für das Gold ...
Es gibt zwar nach wie vor viele fundamentale Gründe, die mittel- und langfristig für eine anhaltende Aufwärtsbewegung des Goldpreises sprechen. Dazu zählen sicherlich die anhaltende Konsolidierung in den Goldminenbranche, die zunehmende Nachfrage von industrieller Seite, die Währungs-Diversifikationsüberlegungen vieler asiatischer und arabischer Zentralbanken und nicht zuletzt auch die Tendenz in vielen hoch verschuldeten Staaten, die eigene Währung zu entwerten, statt zu sparen.
Kurzfristig jedoch spricht einiges für eine unter Umständen deutlichere Zwischenkorrektur. Darauf deutet nach einer Analyse der BNP Paribas sowohl die Elliott-Wave-Theorie hin, sondern auch die Tatsache, daß das Allzeithoch des Jahres 1980 in etwas zum 25. Mal jährt. Sollte der Goldpreis nach dieser Analyse die Marke von 530 Dollar unterschreiten, könnte er bis auf 500 oder gar auf 475 Dollar je Unze fallen.
In den vergangenen Tagen ist auch die Volatilität deutlich angestiegen und hat mit 30 Prozent Rekordwerte erreicht. Solche Ereignisse deuten lassen sich aus technischer Sicht oft in Verbindung bringen mit bedeutenderen Veränderungen im jeweiligen Markt. Das heißt, auch das könnte auf eine größere Korrektur hindeuten.
... die Technik deutet auf eine Zwischenkorrektur hin
Neben diesen Elementen deute auch das Momentum auf eine „deutlich überkaufte“ Situation hin und erinnere an den Dezember des Jahres 2004, als eine vergleichbare Konstellation zu einem längeren Rückgang des Goldpreises führte. In den aktuellen Situation könne ein „bearishes“ Momentum zu einem scharfen Rückgang des Goldpreises führen, so die Analysten der BNP Paribas.
Im Rückblick auf die vergangenen Wochen könnten Anleger zwar geneigt sein, eine ähnliche Entwicklung wie im Dezember des vergangenen Jahres zu erwarten. Damals wurden deutliche Kursverluste innerhalb kurzer Zeit nicht nur aufgeholt, sondern führten sogar zu neuen Rekordhochs. Diesmal könnten sie sich jedoch als „Bullenfalle“ erweisen.
Denn insgesamt lägen die Risiken diesmal auf der unteren Seite. Sollte der Goldpreis unter die Marke von 496,5 Dollar fallen, sei ein Rückgang bis auf 455 oder gar 416 Dollar möglich. Neue zyklische Hochs wären auf der anderen Seite aus technischer Sicht nur denkbar, wenn die Marke von 572,3 Dollar herausgenommen werden könne. Dann sei der „Test“ von 579,5 Dollar denkbar, was den Weg für neue Hochs bei etwa 600 Dollar frei machen würde.
Angesichts der Dynamik des Goldpreises zum Ende des vergangenen Jahres dürften selbst „Technikskeptiker“ eine deutlichere Korrektur nicht ausschließen können. Eine solche würde allerdings wenig an den mittel- und langfristigen Reizendes gelben Metalls, die sich aus den makroökonomischen Gegebenheiten erschließen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |