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Rohstoffe Soja für Anleger am interessantesten

01.04.2009 ·  Die Deflation der Vermögenspreise hat in der zweiten Hälfte des vergangen Jahres die Preise der Agrarrohstoffe korrigieren lassen. Nach jüngsten Daten der USDA scheint Soja Anlegern die besten Chancen auf eine Erholung zu bieten.

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Die allgemeine Deflation der Vermögenspreise aufgrund der geplatzten Kreditblase hat in der zweiten Jahreshälfte auch die Preise der zuvor sehr teuer gewordenen Agrarrohstoffe stark korrigieren lassen.

Der Diapason-Commodity-Agrarindex (total return) ist beispielsweise von März des vergangenen bis in den März des laufenden Jahres um knapp 47 Prozent gefallen.

Kurzfristig haben sich die Agrarrohstoffe etwas vom Zwischentief erholt

Inzwischen liegt der Index zwar wieder zehn Prozent über dem jüngsten Zwischentief. Allerdings scheint der disinflationäre Trend trotz der gewaltigen geld- und fiskalpolitischen Impulse noch nicht abgeschlossen zu sein. Denn die Wirtschafts- und Finanzkrise lässt sich nicht auf einen Mangel an Liquidität zurückführen, sondern auf die mangelhafte Bonität vieler Marktteilnehmer nach dem Überkonsum der vergangenen Jahrzehnte.

Aus diesen Gründen lassen sich unter normalen Umständen Prognosen hinterfragen, die nun wieder von rasch steigenden Rohstoffpreisen ausgehen. Zumindest aus fundamentaler Sicht dürfte die Nachfrage nach Agrarrohstoffen aufgrund der geschwundenen Kaufkraft vieler Konsumenten weltweit eher verhalten bleiben als rasch zunehmen. Dem stehen jedoch Überlegungen gegenüber, Anleger könnten angesichts der Sorgen über die geld- und fiskalpolitischen Exzesse der Gegenwart vermehrt in Sachwerte investieren, um sich gegen inflationäre Risiken zu schützen. Die Folgen dieser Strategie würden sich rasch bemerkbar machen können, sollte auch nur ein Bruchteil der weltweit kurzfristig geparkten Gelder in die engen Agrarrohstoffmärkte fließen.

Kurzfristig dagegen scheint die Preisphantasie im Agrarbereich beschränkt zu sein. Am Mittwoch sinken die Preise von Mais und Weizen an den Terminmärkten und 1,4 beziehungsweise 1,6 Prozent. Dagegen zeigt sich der Sojapreis robust, nachdem er schon in den vergangenen Monaten weniger nachgegeben hatte als die beiden anderen Agrarprodukte.

Soja bietet Anlegern unter den Agrarrohstoffen die größten Reize

Daran dürfte sich aufgrund der jüngsten Daten wenig ändern. Denn das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat am Dienstag die Schätzungen für die Anbaupläne in diesem Jahr bekanntgegeben. Die Anbaufläche für Mais, Weizen und Sojabohnen werde demzufolge um 2,3 Prozent auf 219,6 Millionen Morgen sinken, die Anbaufläche für Mais dagegen werde um 1,2 Prozent auf 85,0 Millionen Morgen zurückgehen, heißt es dort. Bei Weizen wird sogar mit einem deutlicheren Rückgang der Fläche um sieben Prozent auf 58,6 Millionen Morgen gerechnet. Beides lag im Rahmen der Erwartungen.

Dagegen werde die Anbaufläche von Sojabohnen nur um 0,4 Prozent auf 76 Millionen Morgen. Das wäre zwar ein Rekordwert. Allerdings liege die Fläche unter den im Vorfeld erwarteten 79,5 Millionen Morgen. Entsprechend konnten die Sojabohnenpreise schon am Dienstag um mehr als 5 Prozent auf 9,52 Dollar je Scheffel steigen. Die Sojabohnenernte in den Vereinigten Staaten könnte daher niedriger ausfallen als bislang erwartet. Das würde die Preise stützen, immerhin ist das Land mit Abstand der größte Produzent weltweit vor Brasilien und Argentinien.

Gerade auch in Lateinamerika könnte die Sojaernte aufgrund dürrebedingter Ausfälle niedriger als erwartet ausfallen. Gleichzeitig wird die Nachfrage aus China voraussichtlich robust bleiben dürfte. China ist bei weitem der größte Sojaimporteur weltweit vor der europäischen Union. Insgesamt scheinen für Anleger Wetten auf den Sojapreis am interessantesten zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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