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Rohstoffe Rohstoffe etablieren einen neuen Aufwärtstrend

13.11.2009 ·  Im Zuge der Kreditkrise wurden auch die Rohstoffpreise spürbar zurückgeworfen. Doch inzwischen ist die Preisschwäche überwunden. Mittlerweile streben die Rohstoffindizes wieder nach oben.

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Steigende Rohstoffpreise galten gemeinhin als langfristiger Mega-Trend. Allerdings erlitt diese These im Zuge der Kreditkrise einen gehörigen Dämpfer. Denn nach den Mitte vergangenen Jahres erreichten Rekordniveaus gerieten auch die Notierungen vieler Rohstoffe im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 gehörig unter die Räder.

Danach setzte aber wieder eine Erholung an und nach einer Verschnaufpause zogen die Preise auch im Oktober deutlich an. Die Total-Return-Indizes konnten zwischen 3,5 und 6,0 Prozent zulegen, wobei in der Jahresbilanz Blei, Kupfer und Zink am besten abschneiden.

Rohstoffmärkte am Beginn eines neuen Zyklus

Durch diese Entwicklung sind auch die Rohstoffindizes zuletzt nach oben ausgebrochen. Zusammen mit dem aus seiner Sicht zunehmend breiter abgestützten Aufschwung der Weltwirtschaft bringt das Tobias Mereth von der Credit Suisse zu der Prognose, dass es weiter aufwärts gehen dürfte mit den Preisen. Schließlich fänden immer mehr Länder den Weg aus der Rezession und das dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen stützen.

Die Talsohle bei der Nachfrage sei jedenfalls durchschritten und auch die Bestandesniveaus haben zumeist ihren Zenit erreicht. In gewissen Märkten, wie beim Öl und bei vielen Agrarerzeugnissen, sei der Bestandsüberhang bereits so stark reduziert, dass dies eine nachhaltige Preisrally anstoßen sollte. „Dies markiert unseres Erachtens den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends, der bis weit ins Jahr 2010 anhalten könnte“, lautet sein Fazit.

Zum Kauf rät er vor diesem Hintergrund bei breit diversifizierten Rohstoffindizes, bei Platin zu Preisen unter 1.350 Dollar und bei WTI-Rohöl unter 80 Dollar mit einem Zeithorizont von mindestens einem Jahr.

Monetäres Umfeld für Rohstoffe und Gold bleibt in 2010 vorteilhaft

Bei Tiberius Asset Management sieht man Industrierohstoffe im aktuellen Konjunkturaufschwung bis mindestens Mitte 2010 am meisten begünstigt. Im Mittelpunkt des Interesses dürften dabei demnach die Rohstoffe mit Marktdefiziten und niedrigen Lagerbeständen stehen. Insgesamt sprächen die wichtigsten Bewertungskriterien wie die zyklischen Einflussfaktoren, die Liquidität der Marktteilnehmer, das Pricing gegenüber anderen Anlageklassen sowie die taktischen und langfristigen Kapitalzuflüsse für weitere Kursgewinne bei den Rohstoffen.

Nikolaus Keis von der HypoVereinsbank zeigt sich ebenfalls zuversichtlich für Industriemetalle und Rohöl. Weil man hausintern aber von einer W-förmigen konjunkturellen Entwicklung ausgeht, will er allerdings nicht ausschließen, dass die Rohstoffpreise nicht erst noch einmal konsolidieren werden. „Der Primärtrend bei Rohstoffen, das heißt die Entwicklung jenseits konjunktureller Schwankungen ist nach oben gerichtet“, gibt sich Kreis allgemein optimistisch gestimmt.

Anleger sollte wegen der grundsätzlich ermutigenden Ausgangslage Engagements im Rohstoffsektor als Depotbaustein in Betracht ziehen. Bei Investments in diesem Segment ist es aber erforderlich, sich genauestens über die angebotenen Produkte zu informieren. Denn speziell bei Energie- und landwirtschaftlichen Rohstoff-Zertifikaten drohen nicht unbeträchtliche Rollverluste, welche die Gesamtperformance belasten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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