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Rohstoffe Preisanstieg für Platin erwartet

Nach einem turbulenten Jahr für die Platinbranche deutet vieles auf einen Anstieg des Preises für das weiße Edelmetall im kommenden Jahr hin.

© AFP

Bessere Autoproduktionsdaten aus China sorgten in dieser Woche für Zuversicht am Markt - Platin ist zum Bau von Katalysatoren nötig. Auf der Angebotsseite machen derweil Befürchtungen die Runde, der Betrieb in Südafrikas Platingruben könne abermals gestört werden.

Diesmal sind es nicht Arbeitskämpfe, sondern eine Warnung des staatlichen Stromkonzerns Eskom vor Versorgungsengpässen. Bei der letzten Warnung dieser Art im Jahr 2008 sei der Preis innerhalb von nur fünf Monaten um 62 Prozent auf das Rekordniveau von 2250 Dollar je Feinunze gestiegen, teilte der Finanzdienstleister ETF Securities mit. Damals hatte jedoch der gesamte Rohstoffmarkt einen Aufschwung erlebt.

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Preise von mehr als 1800 Dollar erwartet

Platin notierte am Mittwoch mit 1633 Dollar je Feinunze. Das ist der höchste Wert seit mehr als einem Monat. Ende September hatte das Edelmetall noch mehr als 1700 Dollar gekostet. Der Londoner Marktbeobachter und Katalysatorbauer Johnson Matthey hatte vor kurzem in einem Bericht einen Preis zwischen 1400 und 1800 Dollar in den kommenden sechs Monaten prognostiziert.

Nach einem Überschuss im vergangenen Jahr wird jetzt die größte Knappheit an dem Edelmetall seit zehn Jahren erwartet. Im vergangenen Jahr noch hat Platin wegen der Wirtschaftsnöte in Europa schwer gelitten. Zusätzliche Unterstützung kommt von Finanzinvestoren, die verstärkt in Rohstofffonds (Exchange Traded Funds) investieren. Nach Angaben der Commerzbank erreichten die Bestände in Platin-ETF ein Rekordniveau von 1,54 Millionen Feinunzen.

Südafrika größter Lieferant

Südafrika ist der mit Abstand größte Lieferant von Platin auf der Welt. Ungefähr drei Viertel des Angebots auf dem Weltmarkt stammt von dort, der Rest kommt aus Russland, Zimbabwe und den Vereinigten Staaten. Die wochenlangen Streiks, die sich von der Marikana-Platingrube von Lonmin schnell auf die Minen von Anglo Platinum und Impala Platinum ausdehnten, werden den Ausstoß in diesem Jahr voraussichtlich um 12 Prozent drücken.

Damit könnte das Land in diesem Jahr die niedrigste Platinproduktion seit dem Jahr 2000 verzeichnen. Marktführer Anglo Platinum hat wegen der Arbeitskämpfe eine Förderung von 170 000 Feinunzen verloren. Auch Impala Platinum und Lonmin erlitten hohe Verluste. In den Bergwerken ist zwar wieder Ruhe eingekehrt. Schon im Oktober brachten die südafrikanischen Förderer größere Menge des Metalls an die Erdoberfläche als im Monat zuvor. Trotzdem bleibt die Lage angespannt. „Es zeichnet sich ein Wandel ab, aber es ist noch zu früh, um wieder auf Platinaktien zu setzen“, sagte David Shapiro vom Finanzdienstleister Sasfin in Johannesburg.

Verstärktes Interesse von Investoren

Platin wird ungefähr zu gleichen Teilen in der Schmuck- und in der Autoindustrie zum Bau von Katalysatoren für Dieselfahrzeuge verwendet. Für Letzteres ist Europa der wichtigste Absatzmarkt, da dort strikte Abgasnormen gelten und steuerliche Anreize zum Kauf von Dieselfahrzeugen bestehen. Für die Verwendung als Schmuckmetall blicken die Anbieter nach China und Indien. Seit den Streiks, welche den Platinpreis in die Höhe trieben, interessieren sich auch verstärkt Finanzinvestoren für das Edelmetall. Wie hoch die Preisschwankungen ausfallen können, zeigte sich 2008, als der Platinpreis von mehr als 2000 Dollar je Feinunze im gleichen Jahr auf weniger als 1000 Dollar stürzte. ETF spielen auf dem Markt aber noch eine geringere Rolle als beispielsweise auf dem Goldmarkt.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 13.12.2012, 15:16 Uhr

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