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Rohstoffe Ölpreis arbeitet an neuem Hoch

06.04.2006 ·  Die Preisentwicklung bei Rohstoffen wird wieder spannender. Nicht nur Kupfer und Nickel verbuchen aufgrund von Knappheitserscheinungen von Tag zu Tag neue Rekordhochs, sondern auch der Ölpreis arbeitet am weiteren Ausbruch nach oben.

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Die Preisentwicklung bei Rohstoffen wird wieder spannender. Auf der einen Seite gibt es in manchem Bereichen eine deutliche Entspannung. So hat der Gaspreis in Euro gerechnet seit Jahresbeginn knapp 38 Prozent nachgegeben, die Preise für Lebendvieh haben 25,55 Prozent abgegeben und auch Bauholz und Soja verbuchten an den Terminbörsen Kursverluste.

Auf der andere Seite markieren sowohl die Edelmetalle Gold und Silber laufend neue Mehrjahreshochs und einige Industriemetalle wie Kupfer und Zink neue Allzeithochs. Diese Entwicklungen dürften sich auf der einen Seite mit spekulativen Einflüssen erklären lassen. Auf der anderen Seite spielen aber auch Diversifikationsüberlegungen eine Rolle, mit der sich Anleger gegen Inflationserwartungen oder alle nur denkbaren Turbulenzen an den Finanzmärkten absichern wollen.

Knappheitserscheinungen bei einzelnen Rohstoffen

Dazu kommen in einzelnen Fällen ausgeprägte Knappheitserscheinungen. Bei Kupfer lassen sie sich zumindest mittelfristig durch eine deutlich anziehende Nachfrage bei einem kurzfristig unelastischen Angebot erklären. Ähnliches gilt für die Entwicklung beim Ölpreis. Hatte der Preis für Western Texas ….vom November des Jahres 2001 bis in den August des vergangenen Jahres in einem eindeutigen Aufwärtstrend 325 Prozent zugelegt auf bis zu 70,85 Dollar, so zeigte er danach zunächst gewisse Konsolidierungsanzeichen.

Zunächst schien die Sorge über denkbare Produktions- und Verarbeitungsausfälle in Verbindung mit einer gewissen Entspannung aufgrund saisonaler Effekte nachzulassen und die Preisentwicklung zu dämpfen. Allerdings nahm diese Konsolidierung charttechnisch betrachtet immer mehr die Form eines Dreiecks an. Solche Formationen deuten mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit auf einen Ausbruch nach oben hin.

Und im Moment scheint der Markt tatsächlich davor zu stehen. Dabei richtet sich der Blick auf die amerikanischen Raffinerien, die aufgrund der lange Zeit verschlampten Investitionen nicht in der Lage zu sein scheinen, die nachgefragten Mengen produzieren zu können. Die Lagerbestände seien in den vergangenen fünf Wochen um etwas mehr als sechs Prozent gefallen, zeigte ein Bericht des amerikanischen Energy Departments.

Obwohl eine solche Entwicklung zu diesem Zeitpunk im Jahresverlauf nicht ungewöhnlich ist, da die Raffinerien ihre Auslastung aufgrund von Unterhaltsarbeiten zurückfahren, geht die Sorge um, sie könnten danach nicht in der Lage sein, den Rückgang der Reserven wieder wettzumachen. Der Markt scheint darauf zu spekulieren, die Verarbeiter könnten sich erst durch deutlich höhere Ertragsmargen dazu verlocken lassen, die Verarbeitungskapazitäten zu erhöhen.

Kurzfristig Eigendynamik nach oben denkbar

Dazu wären aber höhere Ölpreise nötig. Nicht nur aus diesem Grund haben verschiedene Analysten ihre Preisprognosen für das Jahr 2006 in jüngster Zeit heraufgenommen. Sondern sie rechnen auch mit fallenden Exporten aus dem Iran und Nigeria. Für Shell scheint noch nicht absehbar zu sein, wann das Unternehmen die Produktion in Nigeria wieder aufnehmen kann. Auf der anderen Seite scheint die OPEC die Produktion nicht weiter ausweiten zu können.

Wie immer man die Argumente drehen und wenden mag, sollte der Ölpreis neu Hochs machen, dürfte zumindest kurzfristig eine gewisse Eigendynamik weiter nach oben nicht ausgeschlossen sein. Allerdings sind dann später ebenso deutliche Korrekturen denkbar. Vor allem dann, wenn die amerikanische Konjunktur abflauen sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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