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Rohstoffe Mais: Von Preisrekord zu Preisrekord

18.06.2008 ·  Mais wird immer teurer. Die Gründe liegen in Wetterkapriolen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, relativ geringen Lagerbeständen und nicht zuletzt auch in der spekulativen Eigendynamik des Marktes.

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Was an den Agrarmärkten passieren kann, wenn hohe Nachfrage, niedrige Lagerbestände und unvorteilhafte klimatische Bedingen im Hauptanbaugebiet einer Frucht zusammenkommen, zeigt sich gegenwärtig am Beispiel von Mais.

Der Preis läuft zwar schon seit Mitte des Jahres 2006 im Rahmen der allgemeinen Rohstoffhausse nach oben. In den vergangenen Wochen jedoch hat sich der Preisauftrieb noch einmal verstärkt. Allein seit Ende Mai ist Mais 30 Prozent teurer geworden. Inzwischen kostet ein Scheffel an der Terminbörse in Chicago 751,5 Dollar - soviel wie noch nie zuvor.

Überschwemmungen im Mittleren Westen verschlechtern Anbaubedingungen

Der maßgebliche Grund liegt in ausgedehnten Überschwemmungen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, dem Hauptanbaugebiet weltweit. Die hohe Feuchtigkeit wird mit einiger Wahrscheinlichkeit zu deutlichen Ernteeinbußen führen. Nach jüngsten Analysen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) befinden sich nur noch 57 Prozent der Maisfelder in besten Wachstumsverhältnissen. Im vergangenen Jahr waren es um dieselbe Zeit 70 Prozent gewesen. Bei Soja sehen die Verhältnisse ähnlich aus, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt.

Untersuchungen zeigen, dass das Ertragspotential von Mais deutlich zurückgeht, wenn die Pflanzen nicht bis Ende Mai aus der Erde gesprossen sind. Die USDA schätzt, dass Anfang Juni rund 78 Prozent der Pflanzen das Tageslicht erblickt hatten, im Vergleich zu 92 Prozent im Vorjahr. Im weiten Bereichen ist der frisch gepflanzte Mais überschwemmt. Manche Farmer haben noch gar nicht gesät, weil auf den Feldern zu viel Wasser steht.

Die Zeit läuft, während die Wetterrisiken bleiben. Die Erträge gehen zurück, wenn Mais verspätet gesät wird und die Pflanzen ergiebigen Regenfällen ausgesetzt sind. Das Wasser schwemmt die Nährstoffe aus den Böden aus, späte Pflanztermine drängt zu Sorten mit kurzen Reifezeiten. Diese sind in der Regel weniger ertragreich. Zudem sind sie stärker der Hitze ausgesetzt, sollte diese zum üblichen Zeitpunkt einsetzen.

Vorteilhafte Bedingungen in anderen Teilen der Welt

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium geht gegenwärtig davon aus, dass die Maisernte im laufenden Jahr um 390 Millionen Scheffel geringer ausfallen wird als zuvor erwartet. Die Ernte soll nach jüngsten Schätzungen bei 11,7 Milliarden Scheffel liegen. Solche Prognosen dürften den Preis zumindest aus spekulativen Überlegungen weiter nach oben treiben.

Allerdings führen hohe Preise und günstige Wetterbedingungen in anderen Regionen dazu, dass ein Teil der Produktionseinbußen am Weltmarkt ausgeglichen werden kann. So dürfte die Maisproduktion in der Ukraine um 25 Prozent auf zehn Millionen Tonnen und in Russland sogar um 36 Prozent auf knapp sieben Millionen Tonnen steigen. Selbst in China soll die Maisernte um 6,8 Millionen auf kapp 152 Millionen Tonnen zunehmen, in Brasilien um zwei auf 58 Millionen Tonnen.

Angesichts der Dynamik des Marktes scheinen höhere Maispreise derzeit wahrscheinlich. Sie dürften weitere Kreise ziehen. In einigen Fällen würden sich die Futterpreise für die Schweine- und Rinderzüchter verdoppeln, heißt es.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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