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Rohstoffe Mais erreicht neuen Preisrekord

06.06.2008 ·  Sorgte die Preisentwicklung bei Mais schon in den vergangenen Monaten für Furore, so hat er nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugelegt. Grund: Wetterkapriolen und geringe Lagerbestände.

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An den Finanz- und Rohstoffmärkten geht es schon seit Wochen im Rahmen sich beinahe täglich verändernder Erwartungen drunter und drüber. An einem Tag erlebt die Sorge über die Folgen der Kreditkrise eine Renaissance und sorgt für entsprechende Kursbewegungen. Am nächsten werden diese gekontert durch aufkommenden Wirtschaftsoptimismus, auch wenn er nur an den Haaren herbeigezogen sein mag.

In diesem Umfeld vollführen die Devisenkurse ebenso Bocksprünge, wie jene an den Börsen und an den Rohstoffmärkten. Dort kam es in den vergangen Wochen nach der allgemeinen und wenig differenzierten Euphorie der vergangenen Jahre zu zum Teil deutlichen Korrekturen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Dazu zählt bisher das Öl und im Agrarbereich der Mais.

Maispreis auf neuem Allzeithoch

Der Maispreis legte in der laufenden Woche bisher 8,4 Prozent zu und erreichte am Donnerstag an der Terminbörse in Chicago mit 649,25 Dollar je Scheffel ein neues Allzeithoch auf nominaler Basis. Der Grund dafür liegt in der Wetterentwicklung in den Vereinigten Staaten, dem bei weitem größten Anbaugebiet weltweit.

Starke Regenfälle im mittleren Westen führen nun zumindest kurzfristig zu Bedenken, die Ernte im laufenden Jahr könnte schlechter ausfallen als erwartet. Solche Nachrichten werden von den Terminhändlern an den Warenbörsen akribisch beobachtet und führen in einem Umfeld, das aufgrund der Rohstoffeuphorie der vergangenen Jahre spekulativ aufgeheizten Kleinklima zu starken Preisausschlägen.

„Nur“ noch 63 Prozent der künftigen Maisernte befände sich in „exzellenter“ Wachstumsverfassung, hieß es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium USDA. Das war weniger als vor einem Jahr zum selben Zeitpunkt. Für die Reaktion der Märkte scheint es zunächst keine Rolle zu spielen, dass Erntejahre in ihrem Verlauf recht unterschiedlich verlaufen können, ohne dass sich das bei der geernteten Menge unbedingt niederschlagen müsste.

Angespannte Versorgungslage aufgrund fallender Lagerbestände

Faktisch mögen die Marktteilnehmer zu einer gewissen Überreaktion neigen, da sich in den vergangenen Jahren zumindest bei Mais die Marktlage strukturell verändert hat: Erstens sind die Lagerbestände in Form der rollenden Differenz zwischen Produktion und Nachfrage in den vergangenen Jahren trotz zunehmender Flächenerträge deutlich gesunken auf den tiefsten Stand seit dem Erntejahr 1984/85. In den vergangenen Monaten hat sich aufgrund der unterschiedlichen Preisentwicklung die Flächenkonkurrenz verstärkt. So hatten die amerikanischen Farmer bei einer Umfrage im März angegeben, in der laufenden Saison 8,1 Prozent weniger Mais als im Vorjahr und dafür mehr Soja anbauen zu wollen.

Das dürfte zusammen mit der robusten Nachfrage - sie geht zunehmend auch von hoch subventionierten Äthanolfarmern und nicht nur von den traditionellen Abnehmern aus - dazu führen, dass der Maispreis im Gegensatz zu anderen Agrargütern weiterhin nach oben tendieren dürfte, da sich die grundlegende Versorgungssituation auf diese Weise kaum entspannen dürfte. Wetten auf den Maispreis sind so interessanter als auf andere Rohstoffe. Absicherungsstrategien können trotzdem nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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