03.09.2010 · Die positiv ausgefallenen Konjunkturdaten der vergangenen Woche haben den Preis für Kupfer auf das höchste Niveau seit Ende April getrieben. Das bestätigt wieder einmal wie konjunktursensitiv das Industriemetall ist.
Eine Tonne Kupfer verteuert sich am Nachmittag nach der Bekanntgabe von weniger schlecht als erwartet ausgefallenen Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt um 1,1 Prozent auf 7.716 Dollar. Damit fehlt jetzt nicht mehr viel bis zur nächsten wichtigen Widerstandszone bei knapp 8.000 Dollar. Und wenn diese Hürde noch genommen werden sollte, dann könnte anschließend das Anfang Juli 2008 markierte Rekordhoch von 8.900 Dollar ins Visier genommen werden.
Erklärt wird der jüngste Preisanstieg beim Kupfer mit neuem Optimismus bezüglich einer anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft, nachdem aus Amerika neben den erwähnten Arbeitsmarktdaten in den vergangenen Tagen eine Reihe positiv aufgenommener Konjunkturdaten kamen. Und weil gerade Kupfer bei Spekulanten sehr beliebt ist, profitiert dieses in der Bau- und Elektro-Industrie verwendete Metall eben besonders stark, wenn die Marktteilnehmer wieder zuversichtlicher werden.
Rekordhoch rückt langsam wieder in Reichweite
Ein Indiz dafür, wie schwankungsanfällig und konjunkturabhängig das Kupfer ist, war auch der im Zuge der Kreditkrise bis auf nur noch 2.770 Dollar je Tonne erlittene Einbruch. Doch diese Scharte ist inzwischen fast komplett wieder ausgemerzt. Und wer an den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas glaubt, der hat überzeugende langfristige Gründe für weiter steigende Notierungen an der Hand. Denn wegen der schieren Größe und Geschwindigkeit des dortigen Wachstums wird auch der Bedarf an Kupfer noch über Jahrzehnte steigen. Mit Einfuhren von über 1,8 Million Tonnen von Januar bis Juli hält sich der Kupferbedarf Chinas im laufenden Jahr überraschend robust.
Was den jüngsten Preisanstieg angeht, so wurde dieser auch durch fallende Lagerbestände begünstigt. Diese sind an der London Metal Exchange soeben mit 397.675 Tonnen auf den tiefsten Stand seit dem 11. November gesunken. Insgesamt steht damit in diesem Jahr bisher ein Rückgang von 21 Prozent zu Buche und dadurch scheint alles auf den ersten Lagerbestandsrückgang seit 2004 hinauszulaufen.
Zu erklären ist diese Entwicklung mit einer unerwartet deutlich gestiegenen globalen Kupfernachfrage, wie Sven Streitmayer, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg in einer Studie schreibt. Während China 2009 noch quasi alleiniger Nachfragetreiber am Kupfermarkt war, stammen demnach die höchsten Zuwachsraten im laufenden Jahr aus den klassischen Industriestaaten, welche aufgrund des ungleich stärkeren Wirtschaftseinbruchs über ein höheres Aufholpotenzial verfügen. In den ersten fünf Monaten 2010 wiesen der jüngsten Statistik der International Copper Study Group zufolge insbesondere Japan (plus 37 Prozent) und die EU-Länder (plus 12 Prozent) ein außerordentlich hohes Nachfragewachstum auf. In Amerika legte der Verbrauch um rund 5 Prozent zu. Auf globaler Ebene verzeichnete die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer einen Anstieg um 8 Prozent und lag damit deutlich oberhalb der Schätzungen der Landesbank Baden-Württemberg.
LBBW erhöht Preisprognose für 2011 auf 7.800 Dollar
Dagegen blieben die Entwicklungen auf der Angebotsseite weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Trotz einer Produktionssteigerung (plus 2 Prozent) im wichtigsten Förderland Chile stagnierte der weltweite Output der Kupferminen zwischen Januar und Mai auf Vorjahresniveau. Dem steht ein Anstieg des globalen Raffinerieausstoßes von knapp 6 Prozent gegenüber, welcher größtenteils der erhöhten Sekundärproduktion (plus 27 Prozent) zuzurechnen ist. Regional betrachtet geht die Angebotsausweitung der Kupferraffinerien vor allem auf das Konto Chinas (plus 16 Prozent), Japans (13 Prozent) und der EU (9 Prozent). Per saldo übersteigt die Kupfernachfrage das Angebot im bisherigen Jahresverlauf mit fast 200.000 Tonnen jedoch deutlich, wie Streitmayer vorrechnet, so dass der Weltkupfermarkt weit früher als angenommen in ein Angebotsdefizit zurückgekehrt ist.
Wegen der physischen Angebots-Nachfrage-Situation stellt sich der Kupfermarkt inzwischen laut Streitmayer auch erheblich knapper dar, als dies noch vor einigen Monaten zu erwarten gewesen sei. „Kurzfristig dürften die noch ausreichend hohen Lagerbestände sowie der aktuell ausgeprägte Konjunkturpessimismus stärkere Preissteigerungen zwar verhindern. Auf mittlere Sicht wird die anhaltende Marktverknappung unseres Erachtens gleichwohl steigende Kupfernotierungen hervorrufen, weshalb wir unsere Durchschnittsprognose für 2011 auf 7.800 Dollar erhöhen“, erklärt er.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00 % |
| Silber | 34,37 $ | +3,28 % |
| Platin | 1.649,00 $ | +1,60 % |
| Palladium | 706,00 $ | +0,57 % |
| Rohöl Brent Crude | 118,04 $ | +0,16 % |
| Gas | 0,59 £ | −0,34 % |
| Kaffee | 2,21 $ | +0,39 % |
| Zucker | 0,24 $ | −0,24 % |
| Orangensaft | 1,88 $ | −4,03 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.901,50 | +0,14% |
| Nasdaq 100 | 2.559,20 | +0,53% |
| S&P500 | 1.349,96 | +0,22% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3303 | +0,41% |
| Rohöl Brent Crude | 118,04 $ | +0,16% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,28 € | −0,33% |