01.09.2010 · Der Goldpreis ist am Mittwoch erstmals seit Ende Juni wieder über die Marke von 1250 Dollar gestiegen. Damit fehlt jetzt nicht mehr viel bis zu dem Ende Juni bei 1.261 Dollar aufgestellten Rekordhoch.
Konkret kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls im Tageshoch 1254,74 Dollar. Nach einer im Juli genommenen Auszeit ist der Goldpreis nun offenbar wieder dabei, den schon seit 2001 bestehenden Aufschwung fortzusetzen. Seit August steigen die Nachfrage und damit die Preise jedenfalls wieder.
Händler machen dafür die Sorge vor einem erneuten Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession und die Fortsetzung der offensiven Politik führender Notenbanken verantwortlich. Dies treibe Anleger weiterhin in den als vermeintlich sicheren Hafen geschätzten Goldmarkt, heißt es. Im Mittwochnachmittag führt eine nach positiven Konjunkturdaten wieder etwas erholte Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern zwar dazu, dass sich der Goldpreis wieder bis auf 1245 Dollar verbilligt. Weil sich an der allgemeinen Verunsicherung so schnell nichts Grundlegendes ändern dürfte, sollte Gold als Hort der Sicherheit aber „in“ bleiben.
Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, registrierte am Dienstag jedenfalls weitere Zuflüsse von knapp 4 Tonnen auf nun 1.302,5 Tonnen. Insgesamt halten die zehn größten Gold-ETFs nun fast 2080 Tonnen an Gold und damit so viel wie noch nie. Die darin zum Ausdruck kommende Nachfragedynamik bringt die Analysten der Commerzbank zu der Annahme, dass der von ihnen bisher für das vierte Quartal erwartete Preisanstieg bereits früher als erwartet eintritt. Zumal die Nähe zum Allzeithoch auch Spekulanten anlocken und den Preis weiter nach oben treiben sollte.
Ähnlich zuversichtlich geben sich auch viele andere Goldexperten. Die zuverlässigsten Analysten sagen dem Edelmetall jedenfalls weitere Preissteigerungen voraus - und zwar unabhängig vom Konjunkturverlauf. Gold bleibt in jedem denkbaren Szenario attraktiv, sagen die Experten. Eine Erholung der Wirtschaft würde die Schmucknachfrage beleben. Lahmt die Konjunktur hingegen, lockt das Edelmetall Sicherheit suchende Anleger.
Analysten sehen kein Ende der Goldmarkthausse
In den vergangenen beiden Monaten haben Analysten ihre Prognosen für Gold vor diesem Hintergrund stärker angehoben als für jedes andere Edelmetall, zeigen Bloomberg-Daten. Sie gehen davon aus, dass 2010 das zehnte Jahr in Folge wird, in dem Gold sich verteuert. Im Median sehen 29 von Bloomberg befrage Analysten den Goldpreis im kommenden Jahr auf bis zu 1.500 Dollar je Unze klettern.
„Sowohl eine rasche Wirtschaftserholung als auch eine katastrophale Wirtschaftsentwicklung sollte neue Käufer an den Markt bringen“, sagt Eugen Weinberg. Der Frankfurter Commerzbank-Analyst hat im ersten Quartal mit seinen Goldpreis- Prognosen die höchste Treffsicherheit bewiesen und sieht den Preis je Unze 2011 auf bis zu 1.400 Dollar steigen. „Eine stärkere Wirtschaft würde die Nachfrage nach Goldschmuck in Gang bringen. Wenn die Wirtschaft stagniert oder in eine Rezession abgleitet, werden die Anleger sich nach einem sicheren Hafen umschauen“, so Weinberg. Dan Brebner von Deutsche Bank AG in London, seit Jahresanfang der präziseste Gold-Prognose-Experte, sagt, das Edelmetall werde möglicherweise auf 1.550 Dollar je Unze steigen.
Bei so viel Optimismus würde es allerdings auch nicht wundern, wenn der Goldpreis kurzfristig jetzt erst einmal wieder einen Dämpfer bekommen würde. Doch längerfristig gesehen gibt es derzeit nur wenige Anzeichen, die für ein baldiges Ende der nun schon seit neun Jahren andauernden Hausse sprechen. Kritisch würde es charttechnisch gesehen allerdings dann, wenn es mittelfristig nicht gelingen sollte, das eingangs erwähnte Rekordhoch nachhaltig zu überwinden. Denn dann würde ein Doppeltop drohen. Schon jetzt von so einer Gefahr zu sprechen, wäre aber verfrüht.
Prognose
Konrad Fit (Einstein-1)
- 02.09.2010, 23:43 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |