Home
http://www.faz.net/-gvz-vcd2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rohstoffe Goldaktien glänzen noch immer

27.09.2007 ·  Die Ratingagentur S&P stellt den Goldschürfern eine gute Basisprognose aus. Dies lässt auf eine mögliche positive Kursentwicklung in den kommenden Monaten schließen.

Von Sam Stovall
Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Die schleppende relative Einjahresperformance des Gold-Indexes S&P 1500 hat deutlich zugelegt. Dies ist möglicherweise auf die wachsenden Inflationsängste und den schwächelnden Dollar infolge der jüngsten doppelten Zinssenkung durch die Notenbank Federal Reserve zurückzuführen. Von Jahresbeginn bis zum 21. September kletterte der Branchensubindex (der aus einem einzigen Unternehmen, Newmont Mining, besteht) um 5,3 Prozent nach oben. Der S&P-1500-Index legte im Vergleich 7,7 Prozent zu.

Im Laufe der vergangenen 13 Wochen verzeichnete die Branche jedoch einen Anstieg von 20,8 Prozent, während der Markt 1,2 Prozent dazugewann. Im Jahr 2006 fiel der Gold-Index um 15,4 Prozent, der breitere Markt dagegen zog um 13,3 Prozent an. Bei meiner Recherche in unserer Datenbank fiel mir auf, dass Standard & Poor's in ihren Analysen die Entwicklung dreier zusätzlicher Goldschürfunternehmen verfolgen, die nicht im Index enthalten sind: Barrick Gold, Lihir Gold und Randgold Resources.

Goldpreis dürfte weiter steigen

Leo Larkin, Metall- und Bergbauanalyst bei Standard &Poor's, stellt der Gruppe weiterhin eine positive Basisprognose aus, obgleich die Mehrheit der von S&P beobachteten Unternehmen keine Kaufempfehlungen vorweisen können. Unter den von S&P beobachteten Bergbauunternehmen ist Barrick der einzige Inhaber einer Kaufempfehlung, während Newmont und Lihir auf „Halten“ eingestuft sind und Randgold zum Verkauf empfohlen wird. Larkin gründet seine Sichtweise auf die Erwartungen von S&P, dass der Goldpreis 2007 noch weiter zulegen wird. Er rechnet in diesem Jahr mit höheren Umsätzen und Einkünften dieser Gruppe, obwohl zu erwarten ist, dass die Produktionsvolumina gegenüber 2006 zurückgehen.

Obwohl der Goldpreis seit 2001 ein stetiges Wachstum verzeichnet und im Jahr 2006 das höchste jährliche Durchschnittsniveau seit 1980 erreichte, wird der jährliche Goldpreis laut S&P in den Jahren 2007 und 2008 aus verschiedenen Gründen erneut zulegen. Erstens wird es nach Ansicht von S&P, gemessen am Wachstum des BPI (Bruttoinlandsprodukt) im Jahr 2006, in den Jahren 2007 und 2008 zu einem Konjunkturrückgang kommen. Infolge der Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve geht S&P davon aus, dass die niedrigeren kurzfristigen Zinssätze die Opportunitätskosten einer Goldanlage senken. Somit dürfte der Goldpreis zulegen, auch wenn andere Rohstoffe infolge eines verlangsamten Wirtschaftswachstums auf Talfahrt gehen.

Seit zehn Jahren stagnierende Produktion

Zweitens verharrt die globale Produktion trotz des höheren Goldpreises seit nunmehr zehn Jahren im Stillstand. Das niedrige Goldpreisniveau Ende der neunziger Jahre führte zu einem Rückgang der Förderung. Auch kam es kaum mehr zur Entdeckung großer Goldvorkommen. Laut der Daten von Gold Fields Minerals Service, einem britischen Beratungsunternehmen, das sich auf Metalle spezialisiert hat, stieg die weltweite Produktion von 1997 bis 2006 mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 0,8 Prozent, während der Verbrauch mit einer CAGR von 1,5 zunahm.

Larkin zufolge wird die Produktion auch über das verbleibende Jahrzehnt hinweg stagnieren, da die alten Minen allmählich erschöpft sind und nicht in dem Ausmaß ersetzt werden, das zu einer Produktionssteigerung erforderlich wäre. Nach Ansicht von S&P dürfte dies gemeinsam mit der wachsenden Nachfrage dazu führen, dass sich die chronische Kluft zwischen Produktion und Verbrauch des Goldes weiter ausweitet und der Goldpreis in die Höhe getrieben wird.

Gold als Vermögensreserve nachgefragt

Drittens geht Larkin davon aus, dass die höhere Volatilität der maßgeblichen Weltwährungen die Nachfrage nach Gold als Vermögensreserve steigen lässt. Außerdem ist S&P der Ansicht, dass sich der Dollar in einer Baisse befindet und dass China und andere Länder, die einen großen Anteil ihrer Devisenreserven in Dollar halten, letztendlich aus dem Dollar aussteigen und in andere Währungen und Gold diversifizieren.

Da haben wir es also. Die hohe relative Stärke der Gruppe wird weiter ausgebaut, und S&P stellt der Branche eine positive Basisprognose aus. Das lässt auf eine mögliche positive Kursentwicklung in den kommenden Monaten schließen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach