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Samstag, 11. Februar 2012
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Rohstoffe Gold und Goldminen unter kritischer Beobachtung

28.07.2010 ·  Der Goldpreis und die Aktienkurse der Goldminenaktien erreichen nunmehr Niveaus, die aus Sicht technischer Analysten von Bedeutung sind. Einen kritischen Indikator bildet der Durchschnittskurs der vergangenen 200 Handelstage, die 200-Tage-Linie.

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Der Goldpreis und die Aktienkurse der Goldminenaktien erreichen nunmehr Niveaus, die aus Sicht technischer Analysten von Bedeutung sind. Einen kritischen Indikator bildet der Durchschnittskurs der vergangenen 200 Handelstage, die 200-Tage-Linie (siehe Grafik). Sie ist kein völlig zuverlässiger Indikator für die Zukunft, wird aber gerne als ein Orientierungsmaß herangezogen.

Bedenklich stimmt, dass der Index für 16 führende Goldminenwerte, der Amex Gold Bugs-Index (auch HUI-Index genannt) seine 200-Tage-Linie von oben durchschnitten hat. Das gilt als ein Verkaufssignal.

Manche Charts sehen „unbefriedigend“ aus

Dementsprechend sehen die Charts zahlreicher Goldminenaktien aus technischer Sicht unbefriedigend aus. Zeitgleich nähert sich der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold seiner 200-Tage-Linie, die derzeit bei rund 1140 Dollar liegt. Sollte sich der Goldpreis nicht oberhalb dieser Linie halten können, wäre dies aus technischer Sicht ein Anzeichen für weitere Preisabschläge.

Der jüngste Rückgang des Goldpreises erklärt sich vor allem mit nachlassenden Käufen durch verunsicherte Groß- und Privatanleger. Sie hatten ihre Nachfrage im Zusammenhang mit der Euro-Krise im Frühjahr und damit verbundenen Inflationsängsten deutlich gesteigert. So haben Anleger im zweiten Quartal 2010 nach Angaben des World Gold Council, einer Interessenvertretung der großen Goldförderer, alleine über den Kauf von Anteilen an börsengehandelten Indexfonds (ETF) 274 Tonnen Gold erworben. Der größte börsengehandelte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Shares, erreichte am 29. Juni ein Rekordvolumen von 1320 Tonnen Gold im Wert von etwas mehr als 50 Milliarden Dollar.

Mittlerweile hat sich die Lage an den Finanzmärkten ein wenig beruhigt, und daher wechseln Anleger wieder von (scheinbar) sicheren Anlagen wie Gold in risikobehaftetere Anlagen wie Aktien, auch wenn von einer regelrechten Flucht aus dem Edelmetall keine Rede sein kann. Am Mittwoch meldete der SPDR Gold Trust einen Bestand von 1301 Tonnen im Wert von 48,8 Milliarden Dollar. Auch die Nachfrage nach Münzen und Barren als Kapitalanlage hat sich etwas beruhigt.

Spekulative Finanzanleger bauen Positionen ab

Daneben wurden wohl vor allem Positionen am Terminmarkt durch Großanleger wie Hedge-Fonds reduziert. "Der Großteil des Preisrückgangs dürfte auf spekulative Finanzanleger zurückzuführen sein", heißt es in einem Marktkommentar der Commerzbank.

Eine nationale Zentralbank aus dem Euro-Raum hat kürzlich ihre Goldbestände aufgestockt. Nach einer Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Goldbestände des Europäischen Zentralbankensystems (EZB und nationale Zentralbanken wie die Bundesbank) in der vergangenen Woche um 123 Millionen auf 352 Milliarden Euro gefallen. Zur Begründung heißt es: "Die Goldbestände fielen, weil der Goldverkauf einer Zentralbank den Goldkauf einer anderen Zentralbank übertraf." Die Identität der beiden Zentralbanken bleibt verborgen, ebenso die gehandelten Mengen. Es ist bekannt, dass europäische Zentralbanken gemäß einem mehrjährigen Abkommen Gold bis zu einer vereinbarten Höchstmenge verkaufen können. So reduzierte die Banque de France ihre erheblichen Reserven in den vergangenen Jahren leicht. Dass eine Euro-Zentralbank Gold kauft, ist ungewöhnlicher.

Einen Ausgleich für die nachlassende Nachfrage von Anlegern könnten zusätzliche Käufe der Schmuckindustrie schaffen, der traditionell wichtigsten Käufergruppe. Die Großbank UBS konstatiert jedenfalls eine starke Nachfrage aus China, Indien und anderen Teilen Asiens. "Gold dürfte zumindest kurzfristig weiter unter Druck bleiben", heißt es in der Commerzbank. "Mittel- bis langfristig sollte jedoch das physische Kaufinteresse auf dem aktuell niedrigeren Preisniveau anziehen und so ein deutliches Abrutschen des Goldpreises verhindern."

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