02.01.2006 · Die Preisentwicklung bei Rohstoffen sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Unter anderem jene von Gold. Der Preis des gelben Edelmetalls legte im vergangenen Jahr in Dollar 18 Prozent zu. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.
Nicht nur viele Börsen sondern auch die Preisentwicklung bei Rohstoffen sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Unter anderem jene von Gold. Denn der Preis des gelben Edelmetalls legte im vergangenen Jahr in Dollar immerhin 18 Prozent zu und lag zum Jahresschluß bei 517 Dollar je Unze.
Dieser Preis lag zwar unter dem zwischenzeitlich erreichten Jahreshoch von 541 Dollar je Unze, allerdings ist und war der im Jahr 2001 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrend nie gefährdet. Am Montag, dem ersten Handelstag des Jahres 2006, liegt er denn auch wieder 0,8 Prozent darüber bei 521 Dollar je Feinunze.
Goldpreis ist im vergangenen Jahr gegen Euro und Yen ausgebrochen
Noch beeindruckender als die Entwicklung gegen den Dollar war im vergangenen Jahr jene in Euro. Denn aufgrund der Dollarerholung gegen die europäische Einheitswährung konnten europäische Anleger mit Gold Kursgewinne von beinahe 32 Prozent einfahren. Hatte der Goldpreis in den drei Jahren zuvor gegen Euro stagniert, so ist er in den vergangenen Monaten deutlich nach oben ausgebrochen.
Es gibt die verschiedensten Gründe für diese Entwicklung. Hedge Fonds und andere spekulativ orientierte Investoren kauften Gold, um ihre Portfolios stärker zu diversifizieren, heißt es einerseits. Der Trend zu höheren Goldpreisen „wird voraussichtlich noch eine Weile anhalten“, sagte Lee Ju Wong, stellvertretender Leiter des Broker- und Handelsteams bei Samsung Futures in Seoul der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Fonds dürften als Investmentalternative stärker Rohstoffe einkaufen, weil die Bedenken wegen des amerikanischen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits auch 2006 anhalten werden,“ erklärte er weiter.
Im November des vergangenen Jahres war das amerikanische Haushaltsdefizit auf die Rekordmarke von 83,1 Milliarden Dollar geklettert. Das Leistungsbilanzdefizit des Landes wird sich Prognosen zufolge im Jahr 2006 auf 759 Milliarden Dollar oder umgerechnet 640,5 Milliarden Euro ausweiten, nach 668,1 Milliarden Dollar im abgelaufenen Jahr. Kritiker dieser Entwicklung - dazu zählen unter anderem Mitglieder der Bundes- und der Europäischen Zentralbank und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich - fragen sich, wo diese Entwicklung noch hinführen soll.
Vielfältige Argumente für einen anhaltenden Aufwärtstrend
Optimisten argumentieren, solche Ungleichgewichte seien lediglich das Resultat entsprechender Handels- und Kapitalmarkttransaktionen. Sie würden sich im Laufe der Zeit wieder anpassen. Es bleibt allerdings offen, wie das vor sich gehen soll, da schrittweise Anpassungen über die Währungen nicht oder kaum möglich sind, da die meisten asiatischen Staaten den Wechselkurs ihrer Währungen nicht frei am Markt bestimmen lassen. Sie greifen mehr oder weniger manipulativ ein, um ihre Exportaktivitäten zu Lasten des Restes der Welt zu stützen. So verdichtet sich immer mehr die Sorge, daß die Ungleichgewichte immer größer werden, bis sie schließlich im Rahmen eine plötzlichen Krise doch angepaßt werden müssen. So etwas konnte man in der Vergangenheit immer wieder einmal beobachten, nur nicht in dem dramatischen Ausmaß, in dem es nun wohl stattfinden könnte.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch reale Argumente. So sie in der Vergangenheit wenig in die Exploration und Produktion von Gold investiert worden. Aus diesem Grund stünden nun einer zunehmenden Nachfrage beschränkte Förderkapazitäten gegenüber. Alleine schon aus diesem Grund dürfte der Goldpreis weiter steigen, heißt es.
Dazu kommen die tatsächlich spekulativen Positionen. So gibt es viele so genannter Futures-Fonds, die nach dem Motto „der Trend ist dein Freund“ auf solche Entwicklungen aufspringen auf diese Weise für eine gewisse Eigendynamik sorgen. Weitere Argumente kommen von Geldtheoretikern. Sie verweisen auf die international hohe Geldmenge und inflationäre Phänomene und raten auch aus diesem Grund zum Kauf von Gold.
Insgesamt scheinen die Chancen für höhere Goldpreise nicht schlecht zu sein. Wer darauf setzt, sollte eher auf Zertifikate oder auf so genannte Goldaktien setzen als auf die Papiere von Minenwerten. Denn dort kaufen sie zum Teil beachtliche operative Risiken mit ein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |