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Rohstoffe Gas und Öl werden im Dow Jones-AIG höher gewichtet

08.01.2007 ·  Bei der Preisentwicklung von Rohstoffen kam es in den vergangenen Wochen nicht nur zu deutlichen Korrekturen, sondern weitere Bewegungen könnten auch durch eine Indexumstellung ausgelöst werden. Gas und Öl werden stärker gewichtet.

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Bei der Preisentwicklung von Rohstoffen kam es in den vergangenen Wochen nicht nur zu deutlichen Korrekturen, sondern weitere Bewegungen könnten auch durch eine Indexumstellung ausgelöst werden.

Denn der Indexanbieter Dow Jones & Co passt im Laufe dieser Woche seinen Rohstoffindex dem inzwischen stark veränderten Markt für Metalle, Rohstoffe und Getreide an. Diese Veränderdung der Gewichte von 19 Futures im Dow Jones-AIG Commodity Index kann Index-Investitionen im Volumen von bis zu 30 Milliarden Dollar beeinflussen. „Diese Anpassung spiegelt die Veränderungen des Marktes wider“, sagt Dow-Jones-Sprecherin Sybille Reitz. Bis zum15. Januar sollen die Anpassungen komplett abgeschlossen sein.

Industriemetalle werden im Dow Jones-AIG-Index schwächer gewichtet ...

Deutlich schwächer gewichtet als bisher werden künftig Metalle, während fossile Energieträger von ihrer stärkeren Gewichtung profitieren können. So wird die Gewichtung von Nickel, dessen Index- Notierung im vergangenen Jahr mit einer Wertsteigerungen von 147 Prozent im Dollar gerechnet am deutlichsten zugelegt hatte, auf 2,7 von 5,7 Prozent reduziert. Die Gewichtung von Zink soll auf 2,8 von 4,9 Prozent gesenkt werden.

Solche Veränderungen haben Folgen. Denn institutionelle Anleger - wie zum Beispiel die Manager von Rohstofffonds, die sich am Index orientieren, sind nun gezwungen, diese Veränderungen nachzuvollziehen. Das kann die Preise für einzelne Metalle markant unter Druck setzen, sagen Analysten voraus.

Allerdings scheinen die Rohstoffmärkte in jüngster Zeit auch von anderen Veränderungen beeinflusst zu werden. „Outperformer werden abgestoßen und Underperformer zugekauft“, fasste Hedgefonds-Manager Michael Guido von Société Générale in New York den die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg zusammen. Derzeit schrecke diese Entwicklung die meisten Anleger von den Rohstoffmärkten ab. So war der Nickelpreis in der vergangenen Woche an der Londoner Börse um 3,2 Prozent auf 33.100 Dollar die Tonne gefallen, was dem höchsten Verlust innerhalb von drei Wochen entsprach. Die Zinknotierung gab allein am fünften Januar in London 4,3 Prozent auf 3.910 Dollar je Tonne nach. „Wir reduzieren insgesamt unser Engagement bei den Rohstoffen. Verunsichert sind wir aber besonders bei den Metallen“, sagt Chip Hanlon, Präsident vom Analystenhaus Delta Global Advisors aus dem kalifornischen Huntington Beach. Die Nickel-Positionen könnten um 4.880 Kontrakte à fünf Tonnen sinken und die Zink-Positionen um 7.746 Kontrakte à 25 Tonnen, sagen die Analysten Robin Bhar und John Reade von der schweizerischen UBS AG in einer aktuellen Studie voraus.

... während vor allem Gas und Öl deutlich stärker gewichtet werden wird

Ebenfalls stark betroffen könnte der Kupferpreis sein: „Die großen Fonds verabschieden sich von ihren Engagements bei Kupfer“, sagt der Handelschef von Equidex Brokerage Group, Ron Goodis. „Viele der Rohstoff- Indexfonds werden Positionen liquidieren.“ Das ist jedoch nicht alles. Denn auch die Rohstoffunternehmen selbst waren in den vergangenen Wochen und sind möglicherweise weiterhin im Markt, um ihre Positionen auf den erreichten Preisniveaus abzusichern. Das schwedische Unternehmen Boliden beispielsweise hat rund 70 Prozent seines bis ins Jahr 2010 erwarteten Kupferaufkommens per Termin verkauft und damit indirekt Preisdruck auf den Spothandel nach unten ausgeübt. Das dürfte zur deutlichen Korrektur des Kupferpreises in den vergangenen Wochen beigetragen haben.

Dow Jones wird im Gegenzug zur Verminderung der Gewichte bei Nickel, Zink, Mais und Weizen die Gewichtung fossiler Energieträger wie Erdgas und Rohöl im Index zum Teil deutlich erhöhen. Das Gewicht von Gas wird beispielsweise um 71,2 Prozent von 7,3 auf 12,5 Prozent erhöht werden. Das Gewicht von Zucker wird um 55 Prozent zunehmen, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau: von zwei auf 3,1 Prozent.

„Keine Frage, dass diese Anpassung eine technische Reaktion am Markt auslösen wird“, sagt Marktstratege Emanuel Balarie von Wisdom Financial in Newport Beach in Kalifornien zu Bloomberg. Die Neugewichtung sei zwar nicht der einzige Faktor, der die Rohstoffmärkte derzeit bewege, sie weise dem Handel aber deutlich die Richtung. Bei der Bewertung der Veränderungen ist nicht nur ihr Ausmaß entscheidend, sondern vor allem auch die Höhe des Gewichtes. Aus diesem Grund dürften vor allem bei Gas und Rohöl Bewegungen zu erwarten sein. Denn sie haben nicht nur die höchsten Gewichte, sondern diese werden auch noch deutlich erhöht.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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