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Rohstoffe Finanzprodukte auf Gold sind sehr begehrt

Börsennotierte Wertpapiere, die mit Gold hinterlegt sind, halten so viel von dem Edelmetall wie noch nie. Der größte Goldfond verfügt mittlerweile über 1324 Tonnen. Grund ist die Angst vor Inflation.

© dapd Vergrößern Mit Gold hinterlegte börsennotierte Finanzprodukte sind eine Alternative zu Goldbarren und Münzen

Die lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken sowie die Inflationserwartungen der Anleger lassen die Nachfrage nach börsennotierten Wertpapieren, die mit Gold hinterlegt sind, erheblich steigen: Die Bestände dieser Wertpapiere sind auf 2.554 Tonnen Gold angewachsen - das ist so viel wie noch nie, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. „Nicht nur Großanleger, sondern auch Privatinvestoren setzen verstärkt auf Finanzprodukte, die mit dem Edelmetall abgesichert sind“, sagt Rohstoffanalyst Gabor Vogel von der DZ Bank.

„Die Zentralbanken in Amerika, Europa und Japan haben die Geldschleusen weit geöffnet, daher hat die Suche nach Sachwerten zugenommen, und Gold zählt als Sachwert.“ Das Edelmetall ist schon lange in Krisenzeiten zur Wertaufbewahrung begehrt. Die Finanzkrise sowie die Verschärfung der Schuldensituation in den Industrieländern haben allerdings den Goldbedarf der Anleger weiter gesteigert. Der Goldpreis klettert bereits das elfte Jahr in Folge. In Euro gerechnet war Gold in der vergangenen Woche so teuer wie noch nie. In Dollar lag der höchste Preis im September 2011.

Infografik / Goldnachfrage im Investment-Bereich © F.A.Z. Vergrößern Die Entwicklung seit 2003

Am Donnerstag kostete eine Feinunze (je 31,1 Gramm) 1.793 Dollar. Zwar liefert Gold keine Dividende wie Aktien, doch viele Anleger bevorzugen Gold in Zeiten rekordniedriger Zinsen. „Die mit Gold hinterlegten börsennotierten Finanzprodukte sind relativ einfach zu erwerben, können wie Aktien an der Börse gehandelt werden“, sagt Analyst Vogel, „sie sind eine Alternative zu Goldbarren und Münzen.“ Die Anbieter dieser Finanzprodukte werben damit, dass diese Wertpapiere nicht nur die Goldpreise wie Gold-Zertifikate abbilden, sondern dass die Anbieter das Metall auch physisch kaufen und einlagern. Der Käufer könnte also im Fall der Insolvenz des Emittenten auf das physische Gold zurückgreifen.

Der größte Goldfonds dieser Art, der SPDR Gold Trust in den Vereinigten Staaten, verfügt über 1.324 Tonnen Gold, das entspricht einem Wert in Höhe von 75,6 Milliarden Dollar. Für Anleger hierzulande ist entscheidend, dass es sich bei den börsengehandelten Goldprodukten nicht um Fonds im klassischen Sinne handelt. Europäische Richtlinien schreiben bei Fonds eine Diversifikation vor. Da es sich in diesem Fall aber nur um einen Rohstoff handelt, gibt es keine Diversifikation, daher heißen diese Rohstoffpapiere Exchange Traded Commodities (ETC).

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Die ETC sind nicht wie Fonds ein Sondervermögen, sondern Inhaberschuldverschreibungen. Das Emittentenrisiko der ETC wird in der Regel dadurch ausgeschaltet, dass die Anbieter ihre Produkte etwa mit Gold hinterlegen oder andere Kreditsicherheiten wählen, wie zum Beispiel Staatsanleihen. Für Anleger bleibt wichtig zu prüfen, ob das jeweilige Produkt tatsächlich mit dem Edelmetall physisch hinterlegt ist. ETF Securities, der größte Anbieter von börsennotierten Rohstoffprodukten in Europa, berichtet über Zuflüsse in Höhe von 1 Milliarde Dollar innerhalb der vergangenen sechs Monate in seine mit Gold hinterlegten Papiere. „Seit Jahresanfang belaufen sich die Mittelzuflüsse sogar auf mehr als zwei Milliarden Dollar“, sagte Bernhard Wenger, der das Geschäft von ETF Securities in Deutschland leitet.

„Die steigende Nachfrage der Investoren trifft dabei auf eine sich verknappende Nachfrage, da nun auch die ersten Goldminen in Südafrika bestreikt werden.“ Während das Anlegerinteresse bezüglich Gold anzieht, steigt das Goldangebot nicht, „die Wachstumsrate der Goldminenproduktion ist unverändert“, sagt DZ-Bank-Analyst Vogel. Er weist auf einen weiteren wichtigen Aspekt für Goldinteressierte hin: „Derzeit treiben die Goldkäufer den Goldpreis, und es sieht wegen der lockeren Geldpolitik noch lange nicht nach einem Preisrückgang aus.“ Doch wenn sich die Investoren von dem Gold wieder trennten, stiege das Angebot stark, die Preise würden unter Druck geraten.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 04.10.2012, 19:50 Uhr


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