Die Preise für Weizen sind in den vergangenen Wochen beispiellos gestiegen. Mitte Mai kostete ein Scheffel (etwa 36,2 Liter) noch rund 5,60 Dollar. Seitdem ist der Preis um knapp 60 Prozent gestiegen auf etwa 8,60 Dollar je Scheffel. Die Preisentwicklung auf dem Weizenmarkt erinnert momentan sehr stark an die Situation im Sommer 2010, als eine Feuersbrunst gigantische Ernteflächen in Russland zerstörte und das Land danach einen Exportstopp verhängte.
Und auch dieses Mal ist das Wetter zumindest eine wichtige Ursache für den Preisanstieg. In den Vereinigten Staaten werden zurzeit die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 gemessen. Besonders in den wichtigen Anbaustaaten Illinois, Iowa und Indiana ist die Situation sehr ernst. Temperaturen von über 38 Grad sind keine Seltenheit mehr und auch für die kommenden Tage angesagt. Damit verdorrt die Ernte in Rekordzeit. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium berichtigt fast täglich seine Ernteprognosen nach unten. Während in Deutschland der Sommer ungewöhnlich verregnet und damit zu nass für Weizen ist und in Südrussland wichtige Anbaugebiete unter Wasser stehen, werden aus anderen russischen Anbaugebieten und aus der Ukraine Rekordtemperaturen gemeldet.
Mehr Mais, weniger Weizen
Die heißen Sommer in den wichtigen Anbaugebieten führen nun dazu, dass Spekulanten wieder in den Markt einsteigen. Schon im Juni bauten viele spekulative Investoren ihre Netto-Short-Positionen, also ihre Wetten auf fallende Preise, ab. Nun vermeldet die amerikanische Terminbörsenaufsicht CFTC, dass die Long-Positionen, also die Wetten auf steigende Preise, auf den höchsten Stand seit April geklettert sind.
Eine andere Ursache für die steigenden Preise ist aber, dass sich die Anbaugebiete für Weizen verringert haben. Einerseits liegt das an den zahlreichen Biogas-Anlagen, die aufgrund des besseren Energiewertes vorzugsweise mit Mais befüllt werden. Andererseits rächt sich nun, dass Weizen zuletzt günstiger war als Mais. Viele Futtermittelhersteller fragten daher Weizen nach und nicht das klassische Futtermittel Mais.
Die weltweiten Getreidevorräte befinden sich nun auf einem Fünf-Jahres-Tief und nähern sich damit einem Niveau an, auf dem sie zuletzt während der Preis- und Hungerkrise 2007/2008 lagen.
E 10
heinz herzing (heinz48)
- 18.07.2012, 15:55 Uhr
Das passt es ja gut das wir für das gute Biogewissen Nahrungsmittel
Lars Werner (hastdunichtgesehen)
- 18.07.2012, 14:23 Uhr
Amerikanische Dürre bedroht China
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 18.07.2012, 14:08 Uhr