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Rohstoffe & Edelmetalle Silber auf 22-Jahreshoch

03.03.2006 ·  Der Silberpreis tendierte in den vergangenen Tagen kräftig nach oben. Mit 10,325 Dollar je Unze erreichte er zwischenzeitlich einen neues 22-Jahreshoch. Am Freitag liegt das Metall leicht darunter. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

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Geisterten noch bis vor wenigen Monaten deflationäre Sorgen durch die Finanzmärkte, so dürften sich diese mit den jüngsten Schlagzeilen à la „der Preisanstieg in Japan ist der größte seit März des Jahr 1998“ und mit Blick auf die Preisentwicklungen in Europa und vor allem auch die deutlich steigenden Produzenten- und Vermögenspreise in Amerika erledigt haben.

Extrem tiefe Zinsen und hohe Geldmengen haben einerseits zu einem wahren Konsumrausch auf Kredit in den angelsächsischen Staaten geführt und andererseits zu anschwellenden Ersparnissen in Asien. Wurden die überschüssigen Gelder zunächst in amerikanische Treasuries „recycelt“, so haben tiefe Renditen und die Wahrnehmung, Amerika überschwemme die Welt mit billigen Dollars, dazu geführt, daß sie in den vergangenen Monaten immer mehr in Rohstoffe oder „hard assets“ investiert wurden.

Gold und Silber als „Alternativwährungen“

So befinden sich chinesische Unternehmen schon seit längerem weltweit auf Einkaufstour. Allerdings sind sie in Amerika - Stichwort Unocal - auf Widerstand gestoßen. Ähnliches gilt nun auch für die geplante Übernahme amerikanischer Häfen durch eine Investmentgesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Offensichtlich scheint man mit amerikanischen Dollars nicht mehr alles kaufen zu können, nicht einmal amerikanische Unternehmen. Fragt sich nur, was man vom einem „freien Markt“ dieser Art halten soll und wer eine solche Währung noch im Depot halten will.

So dürfte das zusammen mit den hohen Rohstoffpreisen, die sich früher oder später auch bei den Konsumenten bemerkbar machen werden, kaum verwundern, daß die Mittel zunehmend in andere Bereiche fließen, beispielsweise in „Alternativwährungen“ wie Gold und Silber.

Gold befindet sich in einem mittelfristigen Aufwärtstrend gegen den Dollar und der Silberpreis hat am Donnerstag erstmals seit 22 Jahren die Marke von 10 Dollar je Feinunze überwunden und liegt am Freitag bei10,215 Dollar. Neben den bekannten Faktoren dürfte in den vergangenen Wochen ein Silberfonds gegeben, den Barclays Global Investors N.A. auflegt. Der börsennotierte Fonds (ETF) wird einem breiteren Anlegerpublikum Investitionen in Silber ermöglichen, da diese das Metall nicht physisch erwerben und lagern müssen.

„Es gibt starke Mittelzuflüsse auf den Silbermarkt in Erwartung des ETF“, argumentieren Marktteilnehmer. Der Silberpreis hat sich seit März 2003 mehr als verdoppelt. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sich das Metall um 41 Prozent verteuert und damit mehr als Gold, das im Preis um 32 Prozent anzog.

Spekulatives Element nicht übersehen

Edelmetalle und andere Rohstoffe versprechen aus Sicht vieler Anleger in einer unsicherer werdenden Welt bessere Erträge als Aktien oder Bonds und werden aufgrund ihrer negativen Korrelation zu anderen Vermögensklassen zur Absicherung verwendet, auch gegen inflationäre Tendenzen und den möglichen Fall des Dollars.

Der Silberpreis wurde möglicherweise auch durch Bergarbeiter-Streiks in Mexiko gestützt, die Bedenken über eine Angebotsverknappung schüren. In mindestens 70 Betrieben ruht seit Mittwoch der Erzabbau, so auch bei Industrias Penoles, dem weltgrößten Silberproduzenten.

Bei aller Euphorie und spekulativer Phantasie sollten sich Anleger aber darüber im klaren sein, daß das Silberangebot auf dem Weltmarkt im Jahr 2005 zum ersten Mal seit dem Jahr 1989 die Nachfrage um etwa 1.700 Tonnen oder 54,7 Millionen Feinunzen übertroffen hat. Das heißt, der Preis des Edelmetalls ist im Moment ziemlich stark spekulativ getrieben. Deutliche Zwischenkorrekturen scheinen jederzeit möglich zu sein. Die Grundstimmung scheint jedoch mittel- und langfristig für Edelmetalle zu sprechen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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