16.01.2007 · Sorgte die Preisentwicklung bei Mais schon in den vergangenen Monaten für Furore, so hat er nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugelegt. Grund: Unerwartet geringe Lagerbestände.
Sorgte die Preisentwicklung bei Mais schon in den vergangenen Monaten für Furore, so hat er nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugelegt. Alleine seit Dienstag der vergangenen Woche ging der Kurs des am Chicago Board of Trade gehandelten generischen Terminkontraktes um 17,5 Prozent nach oben auf zuletzt 416,5 amerikanische Cent je Scheffel.
Das ist nicht nur der höchste Stand seit zehn Jahren, sondern der kurzfristige Trend zeigt weiterhin nach oben. Hintergrund ist die Tatsache, dass die globalen Reserven an Mais trotz einer rekordverdächtigen Ernte in den Vereinigten Staaten auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1978 fallen dürften.
Produktion geringer als der Konsum - Lagerbestand sinkt
Der globale Lagerbestand könne um bis zu ein Drittel auf etwas mehr als 86 Millionen Tonnen fallen, da der Verbrauch auf einen Rekordwert von knapp 726 Millionen Tonnen zunehme, hatte das amerikanische Landwirtschaftsministerium schon am Freitag im so genannten WASDE-Report mitgeteilt. Mit einer geschätzten Produktion von 687 Millionen Tonnen läge sie das sechste von insgesamt sieben der vergangenen Jahre unter dem Verbrauch.
Hintergrund dieser Entwicklung ist in erster Linie die sich aufgrund der hohen Energiepreise und der hohen Subventionen immer weiter verbreitende Umwandlung von Biomasse - eben in erster Linie von Mais - in Energie oder zu Materialien, die anderen Brennstoffen beigemischt werden müssen. Gleichzeitig scheint aber auch die Nachfrage nach hochwertigen Nahrungsmitteln aufgrund des zunehmenden Wohlstandes in bevölkerungsreichen Regionen der Welt zuzunehmen.
Folgeeffekte in verschiedenen Bereichen
Das ist jedoch noch nicht das Ende der Entwicklung. Denn hohe Maispreise haben Folgewirkungen. So kommt es zu Ausweicheffekten, die auch bei anderen Agrarrohstoffen zu steigenden Preisen führen können. Sei es bei Reis oder auch bei Weizen. Da sich diese Prozesse noch dynamisch entwickeln und da es eine gewisse Zeit dauert, bis die Anbauer angesichts der historisch im Trend gefallenen Preise an die Nachhaltigkeit der Entwicklung glauben und die Produktion aufstocken, dürfte eine gewisse Zeit vergehen. Aus diesem Grund dürfte der Maispreis kurz- und mittelfristig weiteren Spielraum nach oben haben.
Während die Maisverarbeiter - vor allem Nahrungsmittelhersteller und die Produzenten alternative Energien, die mit zu tiefen Preisen kalkuliert haben - Probleme haben dürften, die höheren Preise zu verdauen, gibt es auf der anderen Seite Bereiche, die von dieser Entwicklung profitieren können. Dazu zählen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Pflanzgut- und Pflanzenschutzhersteller wie Syngenta oder Monsanto, aber auch die Landmaschinen- und Düngemittelhersteller. Entsprechende Aktien haben in den vergangenen Monaten zwar schon gut „gezogen“, dürften aber noch weiteres Potential bieten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |