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Rohstoffe : Der Goldpreis steigt wieder über 1400 Dollar

Die derzeitige Erholung des Goldpreises kommt nicht überraschend Bild: dpa

Der Wert des Edelmetalls scheint sich auf niedrigem Niveau zu erholen. Auch die Aktien der Goldproduzenten haben die Talsohle hinter sich.

          Können Goldanleger aufatmen? Erstmals seit Anfang Juni hat der Preis für das Edelmetall am Montag die psychologisch wichtige Marke von 1400 Dollar überschritten - wenn auch nur kurzzeitig. Noch zum Ende des ersten Halbjahrs kostete eine Feinunze deutlich weniger als 1200 Dollar. Damit ist es natürlich nur eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau: Noch zu Jahresanfang war eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) nicht unter 1650 Dollar zu haben. Damit ist Gold heute 17 Prozent weniger wert als noch zu Jahresende. Zum Vergleich: Der Aktienindex Dax hat im gleichen Zeitraum um 11 Prozent zugelegt.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die momentane Erholung kommt aber nicht überraschend. Denn eine der wichtigsten Antriebsfedern der Nachfrage in den vergangenen Jahren hat sich weitestgehend stabilisiert: Die Goldfonds haben ihre Bestände nicht weiter abgebaut oder sogar im Kleinen aufgebaut. So dokumentiert die Finanzagentur Bloomberg mit einem Plus von 4,7 Tonnen am Freitag die höchsten Zuflüsse seit Ende November des vergangenen Jahres. Aber insgesamt ist die Lage bei den Goldfonds eher deprimierend: Während zu Jahresanfang auf dem Edelmetall basierende Goldfonds 2630 Tonnen hielten, sind es heute nur noch etwa 1950 Tonnen. Positiv ist zu vermelden, dass die Bestände aber eben um diese Marke seit wenigen Wochen pendeln. Mit 680 Tonnen wurde aber trotzdem seit Jahresanfang so viel Gold verkauft, wie sonst in knapp drei Jahren gekauft wurde. Hier sticht der SPDR Gold-Trust besonders hervor. Seit Jahresanfang hat er seine Bestände um 430 Tonnen verringert.

          Die Investmentnachfrage scheint zurückzukehren

          Auch die Zentralbanken haben ihre in den vergangenen Jahren starken Zukäufe gedrosselt. Bisher wurden rund 71,7 Tonnen an Goldkäufen dem Internationalen Währungsfonds gemeldet - das ist so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Im Gesamtjahr schätzt der World Gold Council, eine Interessenvertretung der Goldindustrie, die Nachfrage noch auf etwa 350 Tonnen.

          Die Entwicklung beim Goldpreis seit einem Jahr sowie bei Goldaktien seit einem Monat Bilderstrecke
          Die Entwicklung beim Goldpreis seit einem Jahr sowie bei Goldaktien seit einem Monat :

          Als Währung der Pessimisten geben die geopolitischen Risiken in Ägypten und Syrien dem Goldpreis im Moment zusätzlichen Auftrieb, vermuten die Fachleute der Commerzbank. Daneben gibt es aber auch einen kräftigen Anstieg der Netto-Long-Positionen, das sind die Wetten auf steigende Preise. Die Investoren haben diese in der Woche vom 20. August um 28 Prozent auf 48.400 Positionen ausgebaut. Damit scheint die Investmentnachfrage langsam, aber sicher wieder zurückzukehren.

          Auch die Goldproduzenten können zulegen

          Robust bleibt dagegen die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen - die größtenteils von Privatanlegern stammt. So hat sich die Schmucknachfrage um 37,5 Prozent auf 575,5 Tonnen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht. Das ist so viel, wie zuletzt im dritten Quartal 2008 nachgefragt wurde. Besonders chinesische und indische Verbraucher haben den günstigen Goldpreis offensichtlich genutzt: Der Schmuckverkauf stieg um 50 Prozent im Vergleich der Monate April bis Juli des Vorjahres. Noch stärker wuchs die Nachfrage nach Barren und Münzen, nämlich um 78 Prozent. Das entspricht 507,6 Tonnen. Auch hier waren China und Indien wieder die Hauptkonsumenten mit einem Nachfrageplus von 157 Prozent und 116 Prozent.

          Die leicht positive Entwicklung des Goldpreises hat auch die Aktien der großen Goldproduzenten langsam wieder aus ihrem Tief gehoben. So verzeichnete der größte Goldförderer der Welt, Barrick Gold, seit dem Tief vom Juli dieses Jahres ein Plus von 45 Prozent. Die Aktie stieg von 14 Dollar auf 20 Dollar. Damit ist die Aktie aber sehr weit vom Hoch im April 2011 entfernt: Damals notierte die Aktie noch bei 56 Dollar.

          Auch die anderen Branchengrößen konnten zulegen: Newmont Mining und Anglogold immerhin um etwa 25 Prozent. Die Aktie von Newmont notiert bei ungefähr 33 Dollar nach 26 Dollar im Juli, die von Anglogold bei 146,50 südafrikanischen Rand nach 117,50 zum Jahrestief.

          Quelle: F.A.Z.

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