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Rohstoffe Chinas Ölbedarf bremst Preisrückgang

Schuldenkrise und Konjunktursorgen beeinflussen den Ölpreis. Die Nachfrage aus China ist hoch und das wachsende Angebot drückt auf die Preise. Nun berät die Opec über ihre Förderquote.

© dapd Vergrößern Ölförderung in Bahrein: Das Angebot außerhalb der Opec nimmt zu

Die Ölpreise legen wieder leicht zu, obwohl die Schuldenkrise in vielen Industrieländern die Wirtschaft lähmt und es Konjunktursorgen gibt. Am Montag verteuerte sich europäisches Nordseeöl der Sorte Brent um rund 1 Prozent auf 108 Dollar je Barrel (je 159 Liter). Der überraschend starke Ölverbrauch in China sorgt dafür, dass der jüngste Preisrückgang etwas gebremst wird. Seit den Hochständen im Frühjahr beträgt das Minus für die Sorte Brent 13 Prozent. Chinas Netto-Ölimporte stiegen im November so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr. Das Land ist nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt und verarbeitete im November mit mehr als 10 Millionen Barrel am Tag so viel Öl wie noch nie. Auch aus Deutschland - dem führenden Ölnachfrager in Europa - kamen zu Beginn der Woche verbesserte Konjunkturzahlen, die auf einen höheren Ölbedarf schließen lassen.

Für die Ölmärkte auf der Welt nimmt die Nachfrage aus Asien immer stärker an Bedeutung zu. In Westeuropa hingegen sinkt der Ölverbrauch. Das hat auch mit den krisengeplagten Ländern vor allem im Süden der Europäischen Währungsunion zu tun, die weniger Öl nutzen.

Durchschnittspres bei 112 Dollar

Die Ölpreise haben dieses Jahr erheblich geschwankt: Ein Barrel Brent kostete im März dieses Jahres 128 Dollar. Die Furcht vor Lieferengpässen und eine mögliche Schließung der für die Ölmärkte bedeutenden Seestraße von Hormus war eine wichtige Ursache für den Preisanstieg. Der Atomstreit zwischen dem ölreichen Iran und dem Westen verschärfte die Lage. Es gibt seit Juli einen Ölimportstopp für iranisches Öl in der Europäischen Union. Im Juni sanken die Ölpreise bis auf 90 Dollar wegen der europäischen Schuldenkrise und der Aussicht, dass der Ölbedarf wegen der schwachen Konjunkturlage auf der Welt abnehmen werde.

Infografik / Rohölpreis und Opec-Förderstaaten © F.A.Z. Vergrößern Im Oktober förderte die Opec täglich 30,9 Millionen Barrel Rohöl

Der Durchschnittspreis für Brent liegt dieses Jahr bei knapp 112 Dollar. Für Verbraucher bedeutet dies hohe Kosten: Trotz des zuletzt leichten Rückgangs der Kraftstoffpreise hierzulande deutet vieles darauf hin, dass das Jahr 2012 das teuerste Tankjahr aller Zeiten für deutsche Autofahrer sein wird. Derweil fördern die Vereinigten Staaten in ihrem Land immer mehr Öl. Das hohe Angebot im eigenen Land senkt die Importabhängigkeit Amerikas und drückt den Ölpreis für die amerikanische Sorte WTI. Ein Barrel WTI-Öl kostet rund 86 Dollar.

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Es ist nicht nur das wachsende Ölangebot Amerikas, das die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) unter Druck setzt. Generell wächst das Ölangebot außerhalb der Opec-Länder. Am Mittwoch dieser Woche treffen sich die Opec-Vertreter in Wien, um ihre Förderquoten festzulegen. Die zwölf Mitglieder des Ölkartells werden aber wohl nicht die Fördermenge ändern. Bei ihrem vergangenen Treffen im Juni hatten sie sich abermals auf eine Förderung von 30 Millionen Barrel am Tag verständigt. Zum Vergleich: Der Weltölverbrauch am Tag beträgt etwa 90 Millionen Barrel.

Das Angebot wächst und drückt auf die Preise

Allerdings liegt die tatsächliche Opec-Produktion bei rund 31 Millionen Barrel am Tag. Besonders Saudi-Arabien liefert mehr, um den Rückgang aus Iran auszugleichen. Kein Wunder, dass es zwischen Saudi-Arabien und Iran Zwist gibt: „Saudi-Arabien sorgt mit seiner höheren Produktion dafür, dass die Sanktionen des Westens gegen Iran erfolgreich sind“, sagt Ölfachmann Olivier Jakob vom Analysehaus Petromatrix. Zudem hat sich der Irak auf die zweite Stelle hinter Saudi-Arabien auf der Liste der wichtigsten Opec-Lieferanten geschoben. Das Problem: Je mehr Öl Länder wie Irak liefern, desto weniger können andere Opec-Mitglieder produzieren, wenn sie sich noch an die Förderquote halten wollen. So wächst das Ölangebot weiter und drückt auf die Preise. Viele Opec-Mitglieder sind aber auf hohe Öleinnahmen angewiesen, um in Zeiten der Arabellion ihrer Bevölkerung finanzielle Zugeständnisse zu machen. Sollte allerdings der Brentpreis unter die Marke von 100 Dollar sinken, werde laut Analyst Jakob auch „Saudi-Arabien die Produktion kürzen, um die Preise zu stabilisieren“.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 10.12.2012, 21:08 Uhr


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