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Rohstoffe Benzin, Platin, Kupfer und Blei gewinnen

31.03.2009 ·  Sei es Benzin, Platin oder Kupfer und Blei: Diese Rohstoffe profitierten im ersten Quartal - sie konnten in Dollar bis zu 45 Prozent zulegen. Enge Märkte führen jedoch zum Risiko einer Blasenbildung.

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Die Rohstoffe des ersten Quartals waren gemessen an der Preisentwicklung Benzin, Platin, Kupfer, Blei, Zucker, Mais, Silber und Sojabohnen - in dieser Reihenfolge. Sie konnten zumindest in Dollar bis zu 45 Prozent zulegen.

Auf der anderen Seite gaben die Preise für die an den internationalen Terminbörsen gehandelten Produkte für Elektrizität, Erdgas, Kohlen, Reis, Weizen und Nickel zwischen 33 und zehn Prozent gefallen.

Uneinheitliche Preisentwicklung - deutliche Preisdivergenzen

Von einer einheitlichen Preisentwicklung, wie im Rahmen des Kredit getriebenen Aufschwungs zu beobachten gewesen war, kann nach der massiven Korrektur der vergangenen Monate keine Rede mehr sein.

Saisonale Effekte mögen zusammen mit einem teurer gewordenen Ölpreis zum Preisauftrieb Benzin geführt haben. Allerdings wird sich angesichts der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung weltweit zeigen müssen, wie weit er wird tragen können. Gerade bei der Ölversorgung kann zumindest kurzfristig von Knappheit keine Rede sein. Das gilt eher für Versuche, das Angebot künstlich knapp zu halten. Selbst diese müssen jedoch hinterfragt werden. Denn erstens haben viele Ölförderstaaten in den vergangenen Jahren ihre Staatsausgagen erhöht.

Um sie zu finanzieren, sind sie auf laufende Einnahmen angewiesen aus diesem Grund werden sie auf individueller Ebene dazu neigen, ihre Produktion eher zu steigern denn zu senken. Auf makroökonomischer Ebene können sie nur bedingt an steigenden Preisen interessiert sein. Denn hohe Energiepreise würden in den Abnehmerländern in relativ kurzer Zeit in Form von steigenden Konsumentenpreisindizes und gebremstem Wachstum Wirkung zeigen. Daran kann im Rahmen einer weltweiten Wirtschaftskrise niemand ernsthaft interessiert sein.

Im Gegenteil: Die im Jahr 2008 spekulativ nach oben getriebenen Ölpreise haben neben der Kreditkrise unmittelbar zum wirtschaftlichen Abschwung beigetragen, da sie im Industriebereich zu dramatisch steigenden Kosten geführt und gleichzeitig die Kaufkraft der Konsumenten beschnitten hatten. Grundsätzlich ist die Weltwirtschaft auf eine berechenbare Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise angewiesen, sowohl im Sinne der Anbieter als auch der Abnehmer. Starke Preisschwankungen beschränken die Planbarkeit von Investitionsprojekten auf beiden Seiten. In diesem Sinne könnte sogar über den Sinn der Regulierung solch enger Märkte nachgedacht werden.

Enge Märkte führen zum Risiko einer Blasenbildung

Denn sonst besteht die Gefahr, dass sich die Blasenbildung der vergangenen Jahre im Rohstoffbereich immer dann wiederholt, wenn an den Finanzmärkten der Wachstumsoptimismus wieder Blüten schlägt und dazu führt, dass Anleger in blinder Kaufwut unabhängig von fundamentalen Gegebenheit auf der Suche nach schnellen Renditen im Wissen um die leichte Manipulierbarkeit in solche Märkte fließen lassen. Sollte das Misstrauen in die Zentralbanken zunehmen, können solche Tendenzen gleichzeitig von der zunehmenden Neigung zu Investitionen in physische Produkte verstärkt werden. Die Diskussionen über eine Rohstoff basierte Weltwährung spricht für sich.

Fundamental, das heißt es der Angebots- und Nachfragesituation von industrieller Seite lassen sich die Preisbewegungen nur bedingt ableiten. So haben die Preise für Platin, Kupfer und auch Blei in den vergangenen Monaten zugelegt, obwohl es derzeit an den Märkten sowohl beachtliche Lagerbestände und damit Überangebote gibt.

Die Hoffnungen des Metallmarktes etwa ruhen auf einer positiven Wirtschaftsentwicklung in China, wie sie dies auch schon in den vergangenen Jahren taten. Der angeschlagene Bergbaukonzern Rio Tinto ging zuletzt von einem scharfen Anstieg der chinesischen Nachfrage aus, ohne aber allzu große Details zu liefern. Tatsächlich aber hängt etwa die Bleinachfrage ebenso wie die Platinnachfrage an der Autoindustrie. 80 Prozent des Bleis werden in Batterien benötigt, größter Nachfrager ist daher der Fahrzeugbau. Dessen Aussichten sind aber nicht unbedingt rosig. Im Jahr 2008 überstieg die Bleiproduktion zudem die Nachfrage. Dies war in den vier Jahren davor nicht der Fall gewesen. Seit Oktober gibt es einen Angebotsüberhang und die Lagerbestände steigen seit Dezember beständig.

Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass einmal etablierte Preistrends deswegen brechen. Denn solche Märkte werden stark von technisch orientierten Anlegern in Form so genannter CTAs getrieben. Sie sind - unabhängig von fundamentalen Daten - nur an bestehenden Trends interessiert und verstärken sie durch weitere Käufe oder Verkäufe selbst, bis sie zu stark aus dem Ruder gelaufen sind. Denn kommt es zu entsprechend deutlichen Korrekturen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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