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Rohstoffe Anleger erleben Rückschlag

Die Preise für Rohstoffe sind trotz der hohen Goldnachfrage um 0,7 Prozent gesunken. Die seit Jahresanfang erzielten Gewinne sind dahin. Nun hoffen Investoren auf eine Konjunkturerholung.

© dpa Ein Mitarbeiter kontrolliert das aus dem Anodenofen laufende flüssige Kupfer

Die fallenden Preise für Rohstoffe wie Öl und Metalle in Zeiten trüber Konjunkturaussichten machen die Anlageklasse Rohstoffe unattraktiver. Während Investoren mit Aktien dieses Jahr üppige Zuwächse verbuchen konnten, ist die Ausbeute mit Rohstoffen schlechter. So hat der Rohstoffindex GSCI, der die Preisentwicklung von 24 Rohstoffen abbildet, im Oktober um 4 Prozent nachgegeben und die in diesem Jahr erzielten Gewinne vollständig eingebüßt. Dies war der zweite monatliche Rückgang in Folge, auf Jahressicht ergebe sich ein Minus von 0,7 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zum Vergleich: Der deutsche Aktienindex Dax hat seit Beginn des Jahres um 24 Prozent zugelegt.

Rohstoffe sind eine Anlageklasse, die im Vergleich zu Aktien stets stärkere Kursschwankungen erlebt und damit gerade für Privatanleger höhere Risiken mit sich bringt. Dabei haben Rohstoffanlagen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Das gilt nicht nur für Großanleger wie Banken und Hedgefonds, sondern auch für Privatanleger, die etwa über Zertifikate und börsennotierte Wertpapiere auch in einzelne Rohstoffe investieren können. Zuletzt hat die Furcht vor Geldentwertung wegen der lockeren Geldpolitik der Notenbanken besonders die Nachfrage nach Gold gesteigert.

Einer Studie der britischen Bank Barclays zufolge flossen der Rohstoff-Anlageklasse im September 7 Milliarden Dollar zu, so dass insgesamt auf der Welt 439 Milliarden Dollar investiert sind. Allerdings erwägen manche Banken an der Wall Street inzwischen den Rückzug aus dem einst lukrativen Rohstoffhandelsgeschäft. Denn eine verschärfte Regulierung und höhere Finanzierungskosten belasten die Erträge der Finanzinstitute. Auch der weltweit größte Rohstoffhändler, das Unternehmen Glencore aus der Schweiz, äußerte sich am Donnerstag zurückhaltend: Glencore rechne mit keiner unmittelbar bevorstehenden Erholung der Weltwirtschaft.

Infografik / Jahresgewinne abgegeben © F.A.Z. Vergrößern

Im Oktober sanken viele Rohstoffpreise: Der Ölpreis für die amerikanische Sorte WTI gab um 6 Prozent nach. In Europa gab die Sorte Brent weniger nach, der Rückgang betrug 3 Prozent. Die deutlich gestiegene Ölförderung in den Vereinigten Staaten hat das Ölangebot erheblich erhöht, das belastet die Preise. Der Index GSCI ist sehr energielastig, so dass sich Preissenkungen wie für Rohöl überdurchschnittlich auf den Gesamtindex auswirken. Von den 24 Rohstoffen im GSCI haben sich 20 im Oktober verbilligt. Gold verlor 3 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten. Der Nickelpreis gab um 12 Prozent nach, für Zink war es ein Minus von 11 Prozent.

Dennoch gehen viele Anleger weiter davon aus, dass die Rohstoffpreise durch das höhere Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern langfristig steigen werden. Allen voran verbraucht China große Mengen an Rohstoffen, nicht nur für die Infrastruktur, sondern auch der Bedarf der Agrarrohstoffe zur Herstellung von Lebensmitteln nimmt zu. Die wirtschaftliche Abkühlung in China in den vergangenen Monaten hatte daher die Rohstoffanleger besonders beunruhigt.

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Nun gibt es aber Hinweise, dass sich die Konjunkturlage in China stabilisiert: So kletterte im Oktober der Einkaufsmanagerindex für Chinas Industrie über die Marke von 50 Punkten. Damit deutet sich zum ersten Mal seit drei Monaten wieder ein Wachstum in der Industrie des Landes an. Rohstoffanleger zeigten sich nach diesen Nachrichten wieder etwas zuversichtlicher. Die Rohstoffpreise, zum Beispiel für Metalle, stiegen am Donnerstag. „Es mehren sich die Zeichen, dass die chinesische Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnt“, schreiben die Rohstoffanalysten der Commerzbank in einem Marktbericht.

Der Boden könne ihrer Ansicht nach schon durchschritten sein. „Ein wieder stärkeres Wirtschaftswachstum, unterstützt durch zahlreiche Infrastrukturprojekte, dürfte sich in einer robusten Nachfrage nach Rohstoffen allgemein und nach Metallen im Speziellen niederschlagen“, schreiben sie. Bei Barclays heißt es, dass es steigende Preise für Energie- und Industrierohstoffe nur dann gebe, wenn die Risiken an den Finanzmärkten abnähmen und sich die Wachstumsaussichten verbesserten.

Quelle: F.A.Z.

 
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