12.06.2009 · Agrarrohstoffe haben 2008 einen Dämpfer erlitten und 2009 steigen die Preise bisher längst nicht so stark wie im Metallbereich. Aber die Anlagegründe für den Sektor sind intakt und oft wird das verzögert nachgemacht, was der Metallbereich vormacht.
Die Gründe, die für steigende Agrarrohstoffpreise sprechen, klingen eigentlich ganz einfach und überzeugend. Doch wer blind auf sie vertraut hat, der hat das im Vorjahr bereut. Denn da sind auch die Preise für Agrargüter im Jahresverlauf zum Teil deutlich gefallen. So kostet auch jetzt noch Weizen 31 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, Kaffee der Marke Robusta ist 30 Prozent billiger geworden, Mais 31 Prozent und Magerschwein 22 Prozent.
Ganz so leicht ist es also nicht, einfach einen langfristigen Mega-Anlagetrend zu identifizieren und diesen dann über einige Jahre hinweg mit entsprechenden Investments zu spielen. Auch in so einem Fall kommt es teilweise auf das richtige Timing an.
Und so wie es derzeit aussieht, konnte es sich jetzt wieder lohnen, in den Sektoren zu investieren. Die Preise haben sich stabilisiert und sind teilweise sogar schon wieder dabei zu steigen. Der entsprechende CRB-Branchenindex hat seit Jahresanfang rund neun Prozent zulegt. Mit dem Anstieg der Metallpreise von 41 Prozent können sie zwar noch nicht mithalten, aber in der Regel wird das mit einem zeitlichen Nachlauf aufgeholt.
Angebotsdefizite drohen
Zu den vielen überzeugenden Gründen, die für gute Aussichten im Agrarrohstoff-Sektor sprechen, zählt an vorderster Front die laut UN-Schätzungen jährlich um 60 Millionen Menschen wachsende Weltbevölkerung. Das bedeutet eine zunehmende Nachfrage nach Agrarrohstoffen, zumal der hoffentlich steigende Wohlstand diesen Trend sogar noch verstärken wird. Wer über mehr Geld verfügt, wird vermutlich mehr Fleisch als bisher essen. Und um höherwertige Lebensmittel zu produzieren, muss mehr eingesetzt werden. Und nicht zuletzt erhöht auch der stärkere Einsatz von Biokraftstoffen die Agrargüternachfrage.
Gleichzeitig steht der wachsenden Nachfrage eine vermutlich schrumpfende Anbaufläche entgegen. Pro Jahr gehen etwa 0,5 Prozent der 1,5 Milliarden Hektar an produktiver Ackerfläche verloren. Das wird wahrscheinlich selbst durch mehr Produktivität nicht wettgemacht werden können, so dass ein Angebotsdefizit droht.
Wen dieses einfach nachzuvollziehende Szenario überzeugt, für den könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, hier Positionen aufzubauen. Denn die Preise der meisten Agrarrohstoffe scheinen ihren Boden gefunden zu haben. Wie erwähnt sind die Notierungen der Agrarrohstoffe zuletzt gestiegen, wodurch nicht selten die charttechnischen Abwärtstrends überwunden wurden. Gleichzeitig ist bis zu den vor der Baisse aufgestellten Höchstkursen aber in der Regel noch viel Platz.
Stopp-Loss-Kurse nicht vergessen
Um das Risiko zu streuen, bietet es sich speziell für Anleger an, die in dem Bereich noch nicht so erfahren sind, auf breiter angelegte Basket-Zertifikate zu setzen, die entweder verschiedene Agrarrohstoffe oder Agrarrohstoffaktien beinhalten.
Zu den Produkten, die in diesem Fall in Frage kommen, zählen etwa das DWS Agricutural Aktiv TR Open End Index Zertifikat (Isin DE000DWS0GL1, Geld-Brief-Kurs: 82,93/83,76 Euro) oder das SGI Global Agriculture TR Index Zertifikat (Isin DE000SG0NAG1, 80,74/81,55 Euro).
Alternativen stellen zudem das Raiffeisen Centrobank Open End Soft-Commodity-Basket-Zertifikat (Isin AT0000A08Y39, 9,83/10,03 Euro) dar oder das stärker auf eine Region ausgerichtete ABN Amro Asia Agribusiness Index Zertifikat (Isin DE000AA0ZCR4, 54,80/56,47 Euro). Wie das Vorjahr gezeigt hat, gibt es aber keine Garantie dafür, dass die Strategie jederzeit aufgeht. Deshalb empfiehlt es sich auch hier unbedingt konsequent mit Stopp-Loss-Kursen zu operieren.
Wer dagegen lieber direkt auf Einzelaktien setzt, dem steht eine lange Auswahlliste zur Verfügung. Die Analysten bei Credit Suisse trauen dabei unter anderem den beiden Agrarproduzenten Indofood Agri Resources (Isin SG1U47933908, 0,637 Euro) und Illovo Sugar (Isin ZAE000083846, 2,46 Euro, Südafrika) ebenso überproportionales Kurspotenzial zu wie dem norwegischen Düngemittelproduzenten Yara International (Isin NO0010208051, 24,18 Euro). Zufälligerweise weisen alle diese drei Titel Kurs-Gewinne-Verhältnisse zwischen 12 und 13 auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |