http://www.faz.net/-gv6-73naw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 16.10.2012, 09:18 Uhr

Rohstoffe Agrargroßhändler warnt vor anziehenden Lebensmittelpreisen

Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis stimmt die Verbraucher angesichts weltweit knapper Erntemengen und spekulationsanfälliger Märkte auf steigende Lebensmittelpreise ein.

© dapd

„Der Verbrauch bleibt höher als die Produktion“, sagte der Manager Jens Ripken am Montagabend in Hannover. Dass es nicht gelinge, die global verfügbaren Getreidebestände auszuweiten, sei kritisch. Zudem hätten Spekulanten das Agrargeschäft im Griff. „Für sie sind landwirtschaftliche Rohstoffmärkte weiter attraktiv“, meinte Ripken.

Obwohl etwa die deutsche Getreideernte in diesem Jahr über den Erwartungen vieler Analysten abgeschnitten habe, spitze sich die Lage auf den Weltmärkten zu. Für die Saison 2012/2013 sei insgesamt mit einem Weizenverbrauch von 681 Millionen Tonnen zu rechnen, während die Produktion nur bei 659 Millionen Tonnen liege dürfte. Besonders hart habe die Jahrhundertdürre im Mittelwesten Amerikas den Maisanbau getroffen: „Zunächst war man von 376 Millionen Tonnen ausgegangen, zuletzt waren es noch 272 Millionen“, berichtete Ripken. Agravis ist nach der Münchner Baywa die europäische Nummer zwei im Agrarhandel.

Forderung nach stärkere Regulierung

Der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, forderte nun eine stärkere Regulierung von Hedgefonds, die häufig auch mit Agrarzertifikaten und Termingeschäften in der Landwirtschaft Gewinne erzielen wollen. Spekulative Wetten über künftige Erntekontingente heizten die Preisrallye insbesondere aus Sicht der Entwicklungsländer mit an, kritisierte der Ökonom: „Wir haben Märkte ohne Moral. Die Preise für Nahrung werden schwanken und insgesamt nach oben gehen.“

Mehr zum Thema

Deutschlands Getreideimporte sind teuer

Deutschland hat seine Getreideimporte im vergangenen Jahr beispielsweise teuer bezahlt. Der Preis erhöhte sich binnen Jahresfrist um gut ein Drittel von rund 1,8 Milliarden Euro auf gut 2,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dabei nahm die eingeführte Menge von Weizen, Roggen und Gerste nur leicht von rund 8,6 Millionen Tonnen auf rund
8,9 Millionen Tonnen zu.Hauptlieferanten waren wie in den Vorjahren Frankreich und die Tschechische Republik.

Eingeführt wurden hauptsächlich Weizen und Mengkorn - eine Mischung aus Weizen und Roggen. Beides zusammen machte knapp die Hälfte des importierten Getreides aus, gefolgt von Mais (21,4 Prozent) und Gerste (15,1 Prozent). Zugleich lieferten Deutschlands Bauern rund 9,7 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 2,3 Milliarden Euro ins Ausland - vor allem in die Niederlande und nach Belgien. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 12,2 Millionen Tonnen im Wert von gut 2,1 Milliarden Euro.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Anlagen Indexfonds werden populärer

Immer mehr Privatanleger nutzen Indexfonds verstärkt für ihre Altersvorsorge. Doch was genau sind Indexfonds und wieso wird eine weitere Ausweitung des Marktes erwartet? Mehr Von Daniel Mohr

24.05.2016, 10:30 Uhr | Finanzen
Tschüs 500er Schöner Schein

Der Abschied vom 500-Euro-Schein ist beschlossen. Zeit für ein kleines bisschen Wehmut: Ein kurzes Gedenken an altes Geld, das schon früher aus dem Verkehr gezogen wurde. Mehr

08.05.2016, 18:21 Uhr | Finanzen
Nebenwerte Frankfurts Börse bietet mehr als Großkonzerne

Viele Unternehmen an den deutschen Börsen finden kaum Beachtung. FAZ.NET stellt fünf davon vor, die vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit verdienen. Mehr Von Daniel Mohr und Martin Hock

19.05.2016, 14:21 Uhr | Finanzen
Ende einer Ära Buffetts Nachfolger gewinnen Einfluss

Die Beteiligung von Berkshire Hathaway an Apple gibt neue Hinweise auf die Zeit nach der Ära Buffett. Der Starinvestor hatte mit dem Kauf gar nichts zu tun. Mehr Von Norbert Kuls, NEW YORK

17.05.2016, 21:43 Uhr | Finanzen
Windenergie 500-Millionen-Euro-Anleihe von Prokon

Der einst umstrittene Windkraftkonzern Prokon versucht durchzustarten. Mit einer großen Anleihe über 500 Millionen Euro gibt es demnächst wieder eine Geldanlage - wenngleich diese kaum vergleichbar mit frühren zeiten ist. Mehr Von Christian Müßgens, Hamburg und Martin Hock

19.05.2016, 17:31 Uhr | Finanzen

Wichtige Wechselkurse
Name Kurs Änderung
  Dollar --  --
  Franken --  --
  Yen --  --
  Pfund --  --
  Dollar in Yen --  --
  Dollar in Pfund --  --
Wertpapiersuche
EUR USD JPY
EUR 1 -- -- --
USD -- 1 -- --
JPY -- -- 1 --
-- -- -- --
=

Wichtige Rohstoffe
Name Kurs Änderung
  Gold --  --
  Silber --  --
  Rohöl Brent --  --
  Rohöl WTI --  --