Home
http://www.faz.net/-gv6-73naw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Rohstoffe Agrargroßhändler warnt vor anziehenden Lebensmittelpreisen

Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis stimmt die Verbraucher angesichts weltweit knapper Erntemengen und spekulationsanfälliger Märkte auf steigende Lebensmittelpreise ein.

© dapd Vergrößern

„Der Verbrauch bleibt höher als die Produktion“, sagte der Manager Jens Ripken am Montagabend in Hannover. Dass es nicht gelinge, die global verfügbaren Getreidebestände auszuweiten, sei kritisch. Zudem hätten Spekulanten das Agrargeschäft im Griff. „Für sie sind landwirtschaftliche Rohstoffmärkte weiter attraktiv“, meinte Ripken.

Obwohl etwa die deutsche Getreideernte in diesem Jahr über den Erwartungen vieler Analysten abgeschnitten habe, spitze sich die Lage auf den Weltmärkten zu. Für die Saison 2012/2013 sei insgesamt mit einem Weizenverbrauch von 681 Millionen Tonnen zu rechnen, während die Produktion nur bei 659 Millionen Tonnen liege dürfte. Besonders hart habe die Jahrhundertdürre im Mittelwesten Amerikas den Maisanbau getroffen: „Zunächst war man von 376 Millionen Tonnen ausgegangen, zuletzt waren es noch 272 Millionen“, berichtete Ripken. Agravis ist nach der Münchner Baywa die europäische Nummer zwei im Agrarhandel.

Forderung nach stärkere Regulierung

Der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, forderte nun eine stärkere Regulierung von Hedgefonds, die häufig auch mit Agrarzertifikaten und Termingeschäften in der Landwirtschaft Gewinne erzielen wollen. Spekulative Wetten über künftige Erntekontingente heizten die Preisrallye insbesondere aus Sicht der Entwicklungsländer mit an, kritisierte der Ökonom: „Wir haben Märkte ohne Moral. Die Preise für Nahrung werden schwanken und insgesamt nach oben gehen.“

Mehr zum Thema

Deutschlands Getreideimporte sind teuer

Deutschland hat seine Getreideimporte im vergangenen Jahr beispielsweise teuer bezahlt. Der Preis erhöhte sich binnen Jahresfrist um gut ein Drittel von rund 1,8 Milliarden Euro auf gut 2,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dabei nahm die eingeführte Menge von Weizen, Roggen und Gerste nur leicht von rund 8,6 Millionen Tonnen auf rund
8,9 Millionen Tonnen zu.Hauptlieferanten waren wie in den Vorjahren Frankreich und die Tschechische Republik.

Eingeführt wurden hauptsächlich Weizen und Mengkorn - eine Mischung aus Weizen und Roggen. Beides zusammen machte knapp die Hälfte des importierten Getreides aus, gefolgt von Mais (21,4 Prozent) und Gerste (15,1 Prozent). Zugleich lieferten Deutschlands Bauern rund 9,7 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 2,3 Milliarden Euro ins Ausland - vor allem in die Niederlande und nach Belgien. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 12,2 Millionen Tonnen im Wert von gut 2,1 Milliarden Euro.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker Senivita-Tochter bietet Wandelanleihe an

Eine Tochtergesellschaft der Senivita Sozial, die Senivita Social Estate, bietet eine Wandelanleihe mit einer Verzinsung von 6,5 Prozent an.Das Rating von Sanha sinkt. Mehr

14.04.2015, 14:10 Uhr | Wirtschaft
Australien Milliarden-Drogendfund in Sydney

Fast drei Tonnen synthetische Drogen im umgerechneten Wert von einer Milliarde Euro hat die Polizei in Sydney sichergestellt. Entdeckt worden waren sie bei der Durchleuchtung eines Containers und in unmarkierten Kartons. Mehr

29.11.2014, 15:17 Uhr | Gesellschaft
Frankfurter Zeitung 13.04.1915 Die Fabrik der Welt gerät ins Stocken

Hungerrevolten und Arbeitslosigkeit: Der Erste Weltkrieg stürzte die belgische Kohleindustrie ins Chaos. Wie die Frankfurter Zeitung am 13. April 1915 über die Notlage berichtet. Mehr

13.04.2015, 00:00 Uhr | Politik
Powerball-Ziehung Halbe Milliarde Dollar im Jackpot

Bei der aktuellen Powerball-Ziehung in Amerika kann man rund 500 Millionen Dollar gewinnen. Es handelt sich dabei um einen der größten Jackpots in der amerikanischen Geschichte. Mehr

12.02.2015, 11:23 Uhr | Gesellschaft
Quartalszahlen Amazon macht 57 Millionen Dollar Verlust

Die großen amerikanischen Internetkonzerne haben ihre Quartalszahlen vorgelegt. Versandhändler Amazon schreibt wieder rote Zahlen. Microsoft überrascht die Analysten, Google bleibt hinter den Erwartungen. Mehr

23.04.2015, 23:35 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.10.2012, 09:18 Uhr


Wichtige Wechselkurse
Name Kurs Änderung
  Dollar --  --
  Franken --  --
  Yen --  --
  Pfund --  --
  Dollar in Yen --  --
  Dollar in Pfund --  --
Wertpapiersuche
EUR USD JPY
EUR 1 -- -- --
USD -- 1 -- --
JPY -- -- 1 --
-- -- -- --
=

Wichtige Rohstoffe
Name Kurs Änderung
  Gold --  --
  Silber --  --
  Rohöl Brent --  --
  Rohöl WTI --  --