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Rohöl Nur bei robuster Wirtschaftsentwicklung stärker nachgefragt

11.12.2009 ·  Der Preisauftrieb am Ölmarkt hat sich zuletzt beruhigt. Mexiko hat große Teile der Förderung gegen Preisverfall abgesichert. Mittelfristig nimmt bei robuster Wirtschaft die Ölnachfrage etwas stärker zu, als bisher erwartet, erklärt die IEA.

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Der Preisauftrieb am Ölmarkt hat sich zuletzt beruhigt. Nachdem die Notierungen für die Sorte WTI von März bis Oktober um bis zu 140 Prozent auf etwas mehr als 81 Dollar je Fass zugelegt hatten, sind sie inzwischen wieder um 13 Prozent gefallen auf zuletzt knapp 71 Dollar.

Dafür sind mehrere Gründe verantwortlich. Erstens hat sich der Dollar in den vergangenen Tagen leicht von seiner Schwäche erholt. Der Schutz vor der Schwäche der amerikanischen Währung hatte in der jüngeren Vergangenheit viele Anleger zum Kauf von Energie- und Rohstoffkontrakten verleitet und auf diese Weise zu einer hohen Korrelation geführt. Das heißt umgekehrt: Immer wenn sich der Dollar leicht erholt - und sei es nur kurzfristig -, kommt es an den Energie- und Rohstoffmärkten gerne zu Korrekturen.

Mexiko hat große Teile der künftigen Förderung gegen Preisverfall abgesichert

Bekannt wurde auch die Tatsache, dass Mexiko große Teile seiner zukünftigen Ölproduktion per Termin gegen einen Preisverfall abgesichert hat. Das ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Denn erstens dürfte das zu einem gewissen Preisdruck geführt haben. Denn wir immer auch die Absicherungskontrakte an Mexiko verkauft haben mag, hat sich im Markt schon jetzt abgesichert und verkauft. Zweitens hatte der scheidende Finanzminister Agustin Carstens schon während des vergangenen Preisbooms per Termin verkauft und damit ein gutes Händchen für den Markt bewiesen. Deswegen fragen sich Ölanleger nun, ob die neuerlichen Verkäufe ein Warnsignal für den Ölpreis darstellen könnten. Sicher ist jedoch, dass die Verkäufe ein geschickter Schachzug sind in einem Umfeld, in welchem die Terminpreise deutlich über den so genannten Spotpreisen (Handel mit kurzfristiger Lieferung) liegen.

Die International Energie Agentur IEA hat derweil in ihrem am Freitag veröffentlichten, mittelfristigen Ölmarktausblick die Nachfrageprognose leicht angehoben. Sie werde in den Jahren 2009 bis 2014 aufgrund der wirkenden Stimulierungsmaßnahmen und eines unterstellten globalen Trendwachstums von 4,5 Prozent um durchschnittlich 1,9 Millionen Barrel je Tag über der bisherigen Prognose liegen und sich im Jahr 2014 auf 91 Millionen Barrel täglich belaufen. Der Nachfragezuwachs käme ausschließlich von Nicht-OECD-Staaten. Die IEA geht allerdings von einer strukturellen Nachfrageminderung aus, die das Nachfragewachstum künftig bremsen und zu einer abnehmenden Ölintensität führen werde. Sollte das Wirtschaftswachstum dagegen abflachen und in den Jahren 2011 bis 2014 bei drei Prozent liegen, werde sich die Ölnachfrage nur unterdurchschnittlich entwickeln und im Jahr 2014 bei 87 Millionen Fass täglich liegen.

Produktionskapazitäten nehmen zu

Auf der anderen Seite scheint sich jedoch auch die Angebotssituation zu entspannen. Während die Produktionsaussichten der Nicht-Opec-Staaten nach dem Jahre 2011 vergleichsweise schwach blieben, böte die Kapazitätsentwicklung der Opec-Staaten einen Lichtblick. Denn die wieder gestiegenen Preise führten zu einer raschen Entwicklung von zuvor aufgeschobenen Förderanlagen. Die Opec-Förderkapazitäten nähmen in den Jahren 2008 bis 2014 um voraussichtlich 2,8 Millionen Barrel täglich zu auf knapp 37 Millionen Fass zum Ende des Zeitraums.

Insgesamt hängt die Entwicklung des Ölpreises stark von der Wirtschaftsentwicklung ab. Sollte sich die Weltwirtschaft robust entwickeln, dürfte der Ölpreis weiter nach oben laufen können. Dazu werden nach Ansicht von Experten auch Anleger beitragen, die nach dem jüngsten Preisrückgang bei rasch lieferbaren Produkten wegen hoch gebliebenen Terminpreisen wieder zum Kauf auf Lager neigen könnten, nachdem in den vergangenen Monaten die in Schiffen „geparkten“ Ölmengen zurückgegangen waren. Auf der anderen Seite machte eine enttäuschende Wirtschaftsentwicklung einen deutlichen Ölpreisrückgang wahrscheinlich.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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