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Rohöl IEA hebt Prognose zur Ölnachfrage an

10.09.2009 ·  Die Internationalen Energieagentur hat in ihrem Monatsbericht die Prognose für die Ölnachfrage leicht angehoben. Die Nachfrage bleibt aber unter dem im vergangenen Jahr erreichten Rekordwert. Der Ölpreis hat trotz gut gefüllter Lager auftrieb.

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Man kann wohl vieles erwarten von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, nur keine allzu stetige Prognose der Ölnachfrage. Sondern in den vergangenen Monaten hat sie sich geschickt-opportunistisch an die Stimmung an den Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten angepasst.

So kann es kaum verwundern, dass auch sie auf der laufenden und immer extremer werdenden Optimismuswelle mitschwimmt. Sie hat am Donnerstag ihre Prognose zur globalen Ölnachfrage für das laufende und das kommende Jahr vor dem Hintergrund „der konjunkturellen Stabilisierung“ angehoben. Wegen „unerwartet positiver Daten aus Nordamerika und Teilen Asiens“ sei die Prognose für beide Jahre um knapp 0,5 Millionen Barrel pro Tag ((knapp 159 Liter) nach oben revidiert worden, teilte sie am Donnerstag in ihrem regelmäßig veröffentlichten Monatsbericht mit.

Ölnachfrage bleibt unter den im vergangenen Jahr erreichten Rekordwert

Im Jahr 2009 prognostiziert die IEA nun eine weltweite Ölnachfrage von 84,4 Millionen Barrel pro Tag. Damit bliebe die Nachfrage jedoch immer noch 2,2 Prozent oder 1,9 Millionen Barrel unter dem Vorjahresniveau von 86,3 Millionen Fass täglich. Für das Jahr 2010 wird dann ein Anstieg der Nachfrage um 1,5 Prozent oder 1,3 Millionen Fass auf 85,7 Millionen Barrel prognostiziert. Allerdings werde die Nachfrage in den Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis zum Jahresende 2009 voraussichtlich gedrückt bleiben.

Zudem sei die wahre Stärke der Nachfrage in den nicht der OECD angehörenden Ländern schwer einzuschätzen. Ein massiver Lageraufbau in China verzerre das Bild und mache die Prognose zur Ölnachfrage in diesem Land schwierig und revisisonsanfällig. Zudem bestehe weiterhin das Risiko einer W-förmigen Rezession, die die Ölnachfrage im kommenden Jahr belasten würde, heißt es weiter.

Das weltweite Ölangebot belief sich im August nach Angaben der IEA auf 84,9 Millionen Barrel täglich und lag damit um 400.000 Fass niedriger als im Vormonat. Dies sei auf ein geringeres Angebot von Seiten der Förderländer außerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zurückzuführen. Trotzdem lässt die IEA ihre Prognose für das Angebot der Nicht-OPEC-Länder für das Jahr 2009 von durchschnittlich 51,0 Millionen Barrel und für das Jahr 2010 von durchschnittlich 51,5 Millionen Fass unverändert.

Öllager sind weiterhin gut gefüllt

Das Rohölangebot der OPEC belief sich im August auf 28,8 Millionen Fass und überstieg damit das Vormonatsniveau um 55.000 Fass. Das Ölangebot der elf OPEC-Länder ohne den Irak stieg gegenüber dem Vormonat um 80.000 Fass auf 26,3 Millionen Fass und lag damit um 1,4 Millionen Barrel über der vereinbarten Förderobergrenze. Er kürzlich gab Russland bekannt, Marktanteile gewinnen zu wollen. Das heißt, das Land dürfte die Fördermenge eher erhöhen als zu senken, um Einnahmen zu generieren.

Die Lagerbestände der OECD-Länder stiegen im Juli auf Monatssicht um 12,8 Millionen Barrel auf 2.778 Millionen Barrel und lagen damit um 4,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, wobei vor allem die Bestände an Mitteldestillaten aufgebaut wurden. Insgesamt wird klar, dass der Markt gegenwärtig bestens versorgt ist und das es grundsätzlich keine Probleme geben dürfte, die Ölnachfrage selbst bei überraschend starkem Wirtschaftswachstum zu befriedigen.

Der in den vergangenen Monaten zu beobachtende Preisauftrieb dürfte damit zu einem großen Teil auf Spekulationen zurückzuführen sein, die von der außerordentlich generösen Geldpolitik der Zentralbanken weltweit ausgelöst werden und die immer mehr Anleger dazu bewegt, trotz des bisher relativ haltlosen Geredes über eine Regulierung dieser Märkte in Rohstoffe zu investieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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